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  1. #1
    Lemon_Meringue
    gelöscht

    Mütterquote im Job?

    Eben habe ich mit einem Ohr mitbekommen, daß eine Professorin (Soziologie) aus Bremen mit der Idee an die Öffentlichkeit getreten ist, daß Deutschland nicht nur eine Frauen- sondern sogar eine Mütterquote braucht.
    Ich meine, daß sie sich auf Positionen in der Politik und als Entscheidungsträgerinnen in der freien Wirtschaft bezieht.
    Das finde ich zwar grundsätzlcih begrüßenswert, allerdings merke ich immer, daß mich diese Diskussion nicht so tangiert. Ich kenne halt so wenige Frauen, die im Vorstand von Parteien oder Dax-Unternehmen sind.

    Spannend fände ich aber eine Diskussion darüber, ob generell eine Mütterquote in allen Unternehmen und auf allen Jobebenen für mehr Familienfreundlichkeit sorgen würde. Keine Meetings mehr im 17:30 wären sicher schon mal ein guter Anfang.

    Und was ist eigentlich ein familienfreundlicher Arbeitsplatz?

    Was meint ihr?

  2. #2
    Avatar von _Farmelli
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    6.532

    AW: Mütterquote im Job?

    ...ich könnte mich nur damit arrangieren, wenn es keine Mütterquote wäre, sondern eine Elternquote.

    Das hieße: Mütter oder Väter, die sich um Kinder kümmern und sie nicht nur bezahlen. Das Hauptproblem für mich liegt nämlich nicht darin, dass Daxunternehmer keine Eltern sein können, sondern, dass menschliche Wärme und Fürsorge in den Privatsektor verschoben werden. Es gibt keine Mütter in den Unternehmen, allerdings viele viele Väter, die eben nur finanzieller Versorger sind.

    Das aufzufüllen mit Müttern, die nur finanzielle Versorger sind...ist für mich keine tolle Lösung, denn es imitiert nur das bestehende System, in dem die Kinder die Verlierer sind.

    Vielmehr wäre es schön, wenn es gesellschaftlich akzeptiert würde, dass das Sorgen um ein Kind- am besten von zwei Elternteilen geschultert würde und nicht nur im Privaten stattfindet, sondern normaler Teil der Gesellschaft ist und der Job nicht über der Nähe zum Kind steht.



    ...jetzt habe ich mich verschwurbelt ausgedrückt....glaub ich...mhmmm
    Hail to the strohmann. Bitte wenigstens einen interessanteren Strohmann einsetzen als "Verbot, Strafrecht oder Gesetz". Hier gehts um Meinungen.

    * * The most common way people give up their power is by thinking they don't have any * * Alice Walker

  3. #3
    tomirke
    gelöscht

    AW: Mütterquote im Job?

    Ich bin ja ziemlich grundsaetzlich gegen jede Art von Quote.

    Nach wie vor denke ich, dass die Abwesenheit von Frauen in Führungsetagen nicht so viel mit Old-Boys-networks zu tun hat, dafuer aber viel mit einer grundsaetzlichen Unvereinbarkeit von Familie und Beruf. Da muesste angesetzt werden, mit
    a) entsprechender Moeglichkeit der Kinderbetreuung
    b) der gesellschaftlichen Erkenntnis, dass Muetter die arbeiten gehen und ihr Kind fremdbetreuen lassen keine Rabenmuetter sind.

    Im Falle einer Muetterquote halte ich es fuer unangemessen, dass wir hier Frauen bestrafen würden, die ungewollt oder gewollt keine Kinder haben / kriegen konnten. Zur (eventuellen) Trauer ueber die Kinderlosigkeit kommt dann also noch: kein Arbeitsplatz (oder kein gut dotierter Arbeitsplatz)

    Mich erinnert die Idee ausserdem verheerend an die Muetterorden frueherer Zeiten.

    Ich finde einfach, Familie ist Privat angelegenheit. Kinder kriegen, und die Entscheidung fuer oder gegen Kinder auch. Da sollte sich der Staat so weit es geht hinaushalten (Die Bereitstellung von Krippenplätzen ausgenommen)

  4. #4
    Avatar von LaRimbecca
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    AW: Mütterquote im Job?

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    Vielmehr wäre es schön, wenn es gesellschaftlich akzeptiert würde, dass das Sorgen um ein Kind- am besten von zwei Elternteilen geschultert würde und nicht nur im Privaten stattfindet, sondern normaler Teil der Gesellschaft ist und der Job nicht über der Nähe zum Kind steht.



    ...jetzt habe ich mich verschwurbelt ausgedrückt....glaub ich...mhmmm
    Ne, hast Du nicht. Vor allem den zitierten Absatz finde ich sehr wichtig. Ich denke aber, dass man das nicht mit irgendwelchen Quotenregelungen angehen kann. Die sind aufgedrückt und werden dann wieder nur der Erfüllung einer Vorgabe dienen. Es ist eine Haltungsfrage, die anerkennt, dass es Berufs- UND Privatleben gibt, das für beides Sorge getragen werden muss und beides seinen Platz hat und haben darf. Eben nicht mehr der scheele Blick, wenn Eltern pünktlich Feierabend machen, um das Kind vom Kindergarten abzuholen. Eben nicht die Annahme, dass die Anzahl der Überstunden die Wichtigkeit markiert, und so weiter.

    Aber Haltungen zu verändern ist ein schweres Stück Arbeit und geht nur dann, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen.
    Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.

    - Robert Bresson -

  5. #5
    Lemon_Meringue
    gelöscht

    AW: Mütterquote im Job?

    Zitat Zitat von tomirke Beitrag anzeigen
    ...
    Im Falle einer Muetterquote halte ich es fuer unangemessen, dass wir hier Frauen bestrafen würden, die ungewollt oder gewollt keine Kinder haben / kriegen konnten. Zur (eventuellen) Trauer ueber die Kinderlosigkeit kommt dann also noch: kein Arbeitsplatz (oder kein gut dotierter Arbeitsplatz)

    Mich erinnert die Idee ausserdem verheerend an die Muetterorden frueherer Zeiten.
    Das sind genau meine Bedenken, Mütterinteressen hin oder her, als kinderlose Frau darf man nicht diskriminiert werden!

    Den Ansatz, aus dem "Mütter..." ein "Eltern..." zu machen...Hmm, grundsätzlich ja, aber leider auch sehr idealistisch, was meint ihr? Mein Problem mit den Rufen nach der Gleichverteilung auf Mutter und Vater ist nicht, daß ich es ablehne. Im Gegenteil. Aber es ist und wird fürchte ich, nie realistisch sein.
    Natürlich gibt es Veränderung, "neue" Männer und Väter, aber grundsätzlich klappt es für Männer doch immer sehr gut. Das Problembewußtsein bei der Mehrheit der Männer zu schaffen, stelle ich mir als eine Sisyphusarbeit vor. Nicht weil sie grundsätzlich bösen Willens wären, sondern weil die Vereinbarkeit von Beruf und Familie-(Light) für Männer noch nie ein Problem war.
    Veränderung ist sicher möglich, irgendwann. Die Frage ist nur, ob ein Ansetzen bei den Müttern nicht pragmatischer und zielführender wäre, zumindest mittelfristig.
    Geändert von Lemon_Meringue (05.01.2013 um 14:10 Uhr)

  6. #6
    Avatar von _Farmelli
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    AW: Mütterquote im Job?

    Zitat Zitat von Lemon_Meringue Beitrag anzeigen
    Den Ansatz, aus dem "Mütter..." ein "Eltern..." zu machen...Hmm, grundsätzlich ja, aber leider auch sehr idealistisch, was meint ihr? Mein Problem mit den Rufen nach der Gleichverteilung auf Mutter und Vater ist nciht, daß ich es ablehne. Im Gegenteil. Aber es ist und wird fürchte ich, nie realistisch sein.
    Ich glaube leider, es ist das Hauptproblem...Quoten oder Fremdbetreuung sind da meiner Ansicht nach eher ein Ablenkungsmanöver oder am ziel vorbeischießender Aktionismus.



    Nicht weil sie grundsätzlich bösen Willens wären, sondern weil die Vereinbarkeit von Beruf und Familie-(Light) für Männer noch nie ein Problem war.
    DAS ist das Problem. Und ich nehme es keinem Mann übel, wenn er sich für die alte Rollenverteilung entscheidet, oder sich eine Frau für das umgekehrte Rollenmodel entscheidet oder eben vertauschte Rollen (sie ist der Versorger).

    Veränderung ist sicher möglich, irgendwann. Die Frage ist nur, ob ein Ansetzen bei den Müttern nicht pragmatischer und zielführender wäre, zumindest mittelfristig.
    Ich finde es im Ansatz falsch, weil es immer und immer wieder unterstreicht und betont, dass Kinder nur Frauensache sind und sie keinen Vater benötigen, der für sie da ist.



    Elternquote damit könnte ich mich anfreunden, auch wenn ich eigentlich gegen Quote bin, aber wenn sich ein Problem nicht anders ins Bewusstsein rücken lässt, dann finde ich die Diskussion über Quoten zumindest hilfreich auf ein Problem hinzuweisen, das sich nicht mehr vom Tisch fegen lässt, als sei es nicht vorhanden.
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  7. #7
    Moderation Avatar von DerJunge82
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    AW: Mütterquote im Job?

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    DAS ist das Problem. Und ich nehme es keinem Mann übel, wenn er sich für die alte Rollenverteilung entscheidet, oder sich eine Frau für das umgekehrte Rollenmodel entscheidet oder eben vertauschte Rollen (sie ist der Versorger).
    Weder ein Mann noch eine Frau kann sich ja alleine entscheiden. Das geht doch sowieso nur gemeinsam. Und wenn beide zufrieden sind, dann würde mich eine negative Beurteilung von außen auch schon sehr befremden.

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    Ich finde es im Ansatz falsch, weil es immer und immer wieder unterstreicht und betont, dass Kinder nur Frauensache sind und sie keinen Vater benötigen, der für sie da ist.
    Ist das nicht völlig egal, wie da was betont wird? Das Kinder auch ihren Vater brauchen wird doch wohl heutzutage in unserem Land von niemandem mehr ernsthaft bestritten.
    Wie sich ein Vater zu seinem Kind verhält ist doch aber in erster Linie eine emotionale Sache.

  8. #8
    Avatar von _Farmelli
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    AW: Mütterquote im Job?

    Zitat Zitat von DerJunge82 Beitrag anzeigen
    Ist das nicht völlig egal, wie da was betont wird?
    Mir ist das nicht egal. Ich bin aufgrund der Tatsache, dass ich eine Gebärmutter habe für Firmen ein größeres Risiko eingestellt zu werden, als ein Mann der zeugungsfähig ist.

    Das bereitet mir ziemliche Nachteile. Das finde ich doof, damit gebe ich persönlich mich nicht zufrieden.
    Ich spreche ja einfach nur für mich.



    Wie sich ein Vater zu seinem Kind verhält ist doch aber in erster Linie eine emotionale Sache.
    Wie meinst du das?
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  9. #9
    Moderation Avatar von DerJunge82
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    AW: Mütterquote im Job?

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    Wie meinst du das?
    Naja, es ging doch darum, ob besonders betont wird, dass Kinder nur Frauensache sind. Das hat für mich aber nichts damit zu tun, ob sich ein Mann um sein Kind kümmert oder nicht. Entweder er spürt innerlich dieses Bedürfnis sich um sein Kind zu kümmern oder er spürt es eben nicht so stark oder im ganz schlechten Fall überhaupt nicht.

  10. #10
    Avatar von _Farmelli
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    AW: Mütterquote im Job?

    Zitat Zitat von DerJunge82 Beitrag anzeigen
    Naja, es ging doch darum, ob besonders betont wird, dass Kinder nur Frauensache sind. Das hat für mich aber nichts damit zu tun, ob sich ein Mann um sein Kind kümmert oder nicht. Entweder er spürt innerlich dieses Bedürfnis sich um sein Kind zu kümmern oder er spürt es eben nicht so stark oder im ganz schlechten Fall überhaupt nicht.
    ?


    Das hat für mich aber nichts damit zu tun, ob sich eine Frau um ihr Kind kümmert oder nicht. Entweder sie spürt innerlich dieses Bedürfnis sich um ihr Kind zu kümmern oder sie spürt es eben nicht so stark oder im ganz schlechten Fall überhaupt nicht.




    Ich persönlich möchte keinen der beiden Absätze als gesellschaftliche Realität (Normalität) vorgelebt bekommen. Allerdings gebe ich zu, dass ich nicht wirklich verstehe was du meinst.
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    Geändert von _Farmelli (05.01.2013 um 15:37 Uhr) Grund: Wort vergessen..

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