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  1. #1

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    Stirnrunzeln Ich weiß nicht mehr weiter mit diesem Mann

    Hallo liebe Community!

    Ich lese schon länger "heimlich" mit und konnte auch schon einige gute Tips von euch mitnehmen. Mein Problem ist allerdings mittlerweile ein ausgewachsenes und so reicht mitlesen nicht mehr. Ich würde mich daher sehr freuen, wenn sich ein paar Menschen fänden, die mir Rat geben wollen. Denn ich weiß langsam nicht mehr, was ich noch tun soll oder ob ich überhaupt noch etwas tun sollte.

    Mein Freund und ich (beide Anfang 30) sind seit etwas über einem Jahr zusammen. Ich habe noch niemals jemanden so sehr geliebt und ihm geht es genauso. Wir wollen heiraten und unser Leben gemeinsam verbringen. Es ist auch so, dass da eine gewisse Abhängigkeit im Spiel ist. Wir können nicht ohne einander aber in letzter Zeit auch immer weniger miteinander.
    Es gibt einige Baustellen bei uns, mit der größten fang ich am besten an: Er hat eine sechsjährige Tochter aus einer früheren Beziehung und aus diesem Umstand heraus kämpfen wir seit einem Jahr einen aus meiner Sicht langsam aussichtslosen Kampf.

    Zur Vorgeschichte: Ich habe mir sicher niemals einen Mann mit Kind gewünscht und bin dem auch eigentlich immer erfolgreich aus dem Weg gegangen. Nur manchmal trifft man Menschen, bei denen man diese Entscheidung nicht mehr fällen kann, da ansonsten alles passt und Körper/ Geist sich längst für die Liebe entschieden haben. Ich gebe zu, dass mir seine Tochter zu Beginn der Beziehung ein Dorn im Auge war. Nicht, weil ich Kinder nicht mag sondern weil ich ihn für mich alleine haben wollte ohne ihn dauernd mit einer quengelnden Quarktasche zu teilen (Mütter mögen mir die Wortwahl verzeihen aber ich möchte ehrlich schreiben). Sehr egoistische Gedanken, ich weiß! Aber es war nun einmal so. Er hat schon sehr früh gedrängelt, dass ich sie kennenlernen soll, da waren wir noch nicht mal fest zusammen. Aber wer kann es mir verdenken, dass ich meine neue Liebe ein paar Monate allein genießen möchte? Nach 3 Monaten konnte ich mich nicht mehr "wehren" und so kam das erste Zusammentreffen zustande - das sehr gut verlief. Ich hatte von Anfang an einen guten Draht zu ihr, der auch bis heute besteht. Mit den Monaten war mir die Kleine immer weniger ein Störfaktor.

    Das eigentliche Problem ist ER. Schon als wir erst wenige Wochen zusammen waren, wollte er mit mir zusammen ziehen. Als ich seine Tochter dann kennenlernte, wurde sein Wunsch immer drängender. Und da ging es bei mir definitiv zu weit. Er hat seine Tochter hälftig, d.h. jeden zweiten Tag ohne schlafen und jedes 2. Wochenende von Freitag bis Sonntag. Das hätte mein komplettes Leben auf den Kopf gestellt, zumal die Lütte zu dieser Zeit auch noch unter der Woche bei ihm schlief. Ich hätte also ein komplett freies Leben gegen eines eingetauscht, in dem ich alle zwei Tage direkt oder indirekt ein Kind zu versorgen hätte. Ich hab gespürt, dass mich das fertig gemacht hätte und hab ihm das auch so gesagt. Er hat mir das als mangelnde Liebe ihm gegenüber ausgelegt. Zusammenziehen also auf Eis.

    In den Monaten danach wollte er trotzdem jeden zweiten Tag und eben auch jedes zweite WE mit mir verbringen. Heißt: wir wohnen zwar nicht zusammen aber ich komme mit meinem Kind trotzdem immer zu dir. Ich habe da sehr oft nicht mitgemacht (unter der Woche eigtl. nie) aber manchmal eben doch und so wurde es mit den Monaten immer schlimmer. Wenn ich wusste, er kommt jetzt am Freitag und bleibt mit ihr bis Sonntag Abend hier, wurde mir regelmäßig schlecht. Ich bekam Herzrasen und mir wurde übel. Es hat sich alles einfach komplett falsch angefühlt. Wieder mangelnde Liebe.

    Dabei dreht es sich schon lange nicht mehr um die Kleine. Wenn sie denn da ist, hab ich meistens Spaß mit ihr. Manchmal nervt sie auch aber welches Kind tut das nicht. Ich fühle mich nur einfach nicht in der Rolle wohl, mich um sie kümmern zu "müssen", wenn mein Freund grad Lust hat, auf dem Sofa zu faulenzen. Ich habe mich nicht für ein Babysitterleben entschieden, nur weil mein Freund ein Kind hat. Hätte ich die Freiheit zu entscheiden, an welchen Tagen wir zu dritt sind, wäre mein Leben in Ordnung. Aber das ist nicht möglich mit ihm. Er will alles oder gar nichts.
    Ach da wäre noch so viel weiter zu schreiben, was ihre Erziehung angeht, wie diese Wochenenden oft aussehen usw...Ich würde mich da gern ein bisschen mehr einbringen aber nicht unter diesem Druck, den er auf mich ausübt.


    Das zweite größere Problem fasse ich mal etwas kürzer: Er raucht regelmäßig Gras, ungefähr für 70 Euro im Monat, was ich extrem viel finde. Auch wegen seiner Tochter. Er schiebt das auf sein perspektivloses Leben (woran ich ja dann auch Schuld wäre) und eigentlich ist es ja auch gar keine Droge sondern entspannt ihn nur! Dazu kommt, dass er häufiger auch trinkt. Es geht ihm dabei nur um den Absturz, den Rausch. Er trinkt dann Weißwein auf Ex und ist innerhalb einer Stunde schon volltrunken. Ich habe öfter mit ihm darüber gesprochen, versucht, sein Problem zu lösen aber er sieht es nicht als Problem...was kann ich tun? Vorgestern Nacht gab es dann den vorläufigen Höhepunkt. Ich nahm ihm nachts die Fernbedienung aus der Hand, weil die Musik zu laut war (es gab in der Vergangenheit schon häufiger Beschwerden des Vermieters, immer wegen solcher Trinkgelage). Daraufhin fragte er mich, ob er mir mal richtig "auf die Fresse hauen" sollte, warf mich auf das Sofa und versuchte mir ins Gesicht zu schlagen. (Danach folgten 5 Minuten mit übelsten Schimpfwörtern...schon eine halbe Stunde später konnte er sich nicht mehr daran erinnern und erzählte mir, wie sehr er mich liebt) Ich habe Gott-sei-Dank kein blaues Auge aber Jochbein und Unterkiefer sind leicht geprellt und ich habe eine Bisswunde an der Schulter. Das ist noch nie vorgekommen aber alle Alarmsignale in mir schrillen gewaltig. Heute wird er nicht mehr zu mir kommen, ich hab ihm die Schlüssel abgenommen.

    Zusammenfassend möchte ich seinen Charakter kurz umreißen, damit ihr euch ein besseres Bild von ihm machen könnt.
    Er ist äußerst kreativ, einehmend und witzig. Menschen, die er neu kennenlernt, sind entweder hin und weg von ihm oder betrachten ihn als "Schnacker". Er sieht sehr gut aus, ist ein kleiner Wilder, sehr von sich eingenommen bei gleichzeitig schwachem Selbstbewusstsein. Bei Fremden setzt er eigentlich immer eine Fassade auf, nur bei mir hat er keine Scheu zu sein, wie er ist.
    Sehr eifersüchtig, krasses Besitzdenken, schnell beleidigend bei Auseinandersetzungen, eine Diva, die schon bei geringen Anlässen beleidigt ist und alles auf sich bezieht....ER ist das Zentrum des Universums und wer nicht für ihn ist, ist gegen ihn.


    Ich hoffe, mein Problem ist aus diesem Geschreibsel irgendwie ersichtlich. Fragen beantworte ich gerne, bin sicher, dass ich viel vergessen habe. Ich würde mich sehr über Meinungen, Ratschläge von euch freuen. Auch, um selber ein bisschen klarer zu sehen. Habe das Gefühl, dass ich die Objektivität schon lange verloren habe.

    Liebe Grüße
    Erania

  2. #2
    Avatar von Feenzauber197
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    AW: Ich weiß nicht mehr weiter mit diesem Mann

    Ich sage so etwas sonst nur sehr selten: Geh, und zwar schnell!
    Männer sind auch Menschen

  3. #3
    Avatar von brighid
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    AW: Ich weiß nicht mehr weiter mit diesem Mann

    er drückt dir seine verantwortung als vater auf, er trinkt, er kifft und er schlägt dich.

    was brauchst du noch um zu gehen?
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

    jeder denkt daran, die welt zu verändern. aber niemand denkt daran sich selbst zu verändern. tolstoi

    es erscheint immer unmöglich, bis es vollbracht ist. nelson mandela

    auf grosser kaperfahrt für kleine piraten

  4. #4
    Avatar von wernichtfragt
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    AW: Ich weiß nicht mehr weiter mit diesem Mann

    und was genau liebst Du an diesem Mistkerl?

  5. #5
    nurgutes
    gelöscht

    AW: Ich weiß nicht mehr weiter mit diesem Mann

    Ich sehe das Kind da nicht als größte Baustelle.

  6. #6
    Avatar von Amelie63
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    AW: Ich weiß nicht mehr weiter mit diesem Mann

    deine Intuition sagt dir doch eigentlich schon sehr deutlich, was los ist.

    Du fühlst dich als Babysitter mißbraucht, und das sehe ich nach deiner Schilderung als absolut gerechtfertigt an.

    Du wirst für seine Perspektiven verantwortlich gemacht - d.h. er wird auch perspektivlos sein, wenn du dich für ihn aufgibst, und dann wird er zudem noch respektlos werden. Er hat damit ja schon angefangen.

    Er hat allem Anschein nach eine Suchtstruktur.

    Da hilft nur rennen und die Staubwolke machen. Das wird nicht besser. Das Fordernde, Vereinnahmende ist schon ein Alarmzeichen, aber körperliche Gewalt - fang nicht an, das schön zu reden. Das ist das gefährlichste dran, denn dann hängst du drin.
    Grüße
    A.

    Liebe Aliens, danke für die Pyramiden. Wir hätten da noch drei weitere Bauaufträge: eine Philharmonie, einen Bahnhof und einen Flughafen. Interesse?

  7. #7

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    35

    AW: Ich weiß nicht mehr weiter mit diesem Mann

    Danke für die schnellen Antworten.

    Zitat Zitat von nurgutes Beitrag anzeigen
    Ich sehe das Kind da nicht als größte Baustelle.
    Das ist sie auch schon lange nicht mehr und wahrscheinlich auch nie gewesen. Möglicherweise war es nur die Enttäuschung darüber,nicht die erste gewesen zu sein, die ihm ein Kind schenkt?


    Zitat Zitat von brighid Beitrag anzeigen
    er drückt dir seine verantwortung als vater auf, er trinkt, er kifft und er schlägt dich.

    was brauchst du noch um zu gehen?
    Zitat Zitat von wernichtfragt Beitrag anzeigen
    und was genau liebst Du an diesem Mistkerl?
    So ist es ja auch nicht. Das ist das erste Mal passiert und ich wäre sogar bereit, das zu verzeihen, wenn sich an unserem Grundproblem etwas ändern ließe. Er ist sonst kein gewalttätiger Mensch.

    Abgesehen von diesen Problemen ist unsere Paarbeziehung sehr schön. Wir lachen sehr viel gemeinsam, der Sex ist gigantisch schön (zum ersten Mal in meinem Leben) und da ist einfach diese Magie zwischen uns, eine starke Anziehungskraft. Liebe eben?

  8. #8
    Avatar von brighid
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    AW: Ich weiß nicht mehr weiter mit diesem Mann

    gut - dann nehmen wir gewalt gegen dich raus.

    bleibt im dauerzustand aber saufen und kiffen. verbale gewalt und eine gewisse gewaltbereitschaft.

    du entscheidest- wie lange du das durchhälst.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

    jeder denkt daran, die welt zu verändern. aber niemand denkt daran sich selbst zu verändern. tolstoi

    es erscheint immer unmöglich, bis es vollbracht ist. nelson mandela

    auf grosser kaperfahrt für kleine piraten

  9. #9
    nurgutes
    gelöscht

    AW: Ich weiß nicht mehr weiter mit diesem Mann

    Zitat Zitat von Erania Beitrag anzeigen
    Sehr eifersüchtig, krasses Besitzdenken, schnell beleidigend bei Auseinandersetzungen, eine Diva, die schon bei geringen Anlässen beleidigt ist und alles auf sich bezieht....ER ist das Zentrum des Universums und wer nicht für ihn ist, ist gegen ihn.
    Bleibt auch das hier. Wie ist eigentlich seine berufliche Situation?

  10. #10

    Registriert seit
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    AW: Ich weiß nicht mehr weiter mit diesem Mann

    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen
    deine Intuition sagt dir doch eigentlich schon sehr deutlich, was los ist.

    Du fühlst dich als Babysitter mißbraucht, und das sehe ich nach deiner Schilderung als absolut gerechtfertigt an.

    Du wirst für seine Perspektiven verantwortlich gemacht - d.h. er wird auch perspektivlos sein, wenn du dich für ihn aufgibst, und dann wird er zudem noch respektlos werden. Er hat damit ja schon angefangen.

    Er hat allem Anschein nach eine Suchtstruktur.

    Da hilft nur rennen und die Staubwolke machen. Das wird nicht besser. Das Fordernde, Vereinnahmende ist schon ein Alarmzeichen, aber körperliche Gewalt - fang nicht an, das schön zu reden. Das ist das gefährlichste dran, denn dann hängst du drin.
    Ich kann gut verstehen, was du schreibst und ich würde wohl jemandem in meiner Situation dasselbe raten. Natürlich könnt ihr auch trotz dieses langen Textes nicht alles wissen. Zum Beispiel hat er mir sein Wort gegeben, den Cannabiskonsum stark einzuschränken. Wegen dieser Sache vorgestern schämt er sich auch sehr und wollte mir gar nicht so recht glauben, was er da gemacht haben soll. Er war wirklich schwer alkoholisiert. Aber entschuldigen will ich das auch nicht. Ich finde nur, dass er eine zweite Chance verdient hätte.

    Ansonsten Amelie, gebe ich dir Recht. Die Suchtstruktur ist in ihm seit er ein Teenager war. Und die Respektlosigkeit, die er mir gegenüber durch solche Taten zeigt schmerzt viel mehr, als der kurze körperliche Schmerz.

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