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  1. #1

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    5

    verwirrt Wenn der Druck immer größer wird...

    Hallo ihr Lieben,

    nachdem ich lange nur ein "stiller Mitleser" war, habe ich mir nun ein Herz gefasst und hoffe, dass ich hier ein paar Menschen finde, die meine Situation kennen und verstehen können und vielleicht sogar einige Ratschläge für mich haben...

    Zu meiner Geschichte...
    Ich selbst war schon einmal verheiratet. Diese Beziehung war damals meine Jugendliebe und nach Jahren haben wir auch geheiratet. Es musste in meinem Kopf einfach so sein
    In dieser Ehe wurde ich zunehmend unglücklich weil mir viele Dinge fehlten. Wir waren einfach zu jung damals...
    In dieser Zeit lernte ich auch meinen heutigen Partner kennen. Er, ein gutes Stück älter als ich, zum damaligen Zeitpunkt auch noch verheiratet mit zwei Kindern aus dieser Ehe...
    Wir trennten uns beide von unseren Partnern, was natürlich auch nicht einfach war, und haben uns eine gemeinsame Zukunft aufgebaut...
    Ich bin in seine Gegend gezogen, da er natürlich weiterhin für seine Kinder präsent sein wollte. Wir haben gemeinsam ein Haus gekauft und uns unsere neue Zukunft so gut gestaltet wie möglich.

    Seine Kinder (heute 13 und 14 Jahre) leben weiterhin bei der Kindsmutter und sind, mehr oder weniger regelmäßig, jedes zweite Wochenende bei uns. Pubertät halt...

    Das eigentliche Probleme, warum ich mich heute an euch wende, sind die gemeinsamen Zeiten mit seinen Kindern.

    Zu Anfang unserer Beziehung habe ich mich sehr schwer mit der neuen Situation getan.
    Von jetzt auf gleich mit Kindern zusammenleben, die nicht die eigenen sind, Kontakt mit der Ex, Liebe und Zuneigung des Partners teilen müssen, eigene Bedürfnisse zurückstellen, Organisation der freien Tage und Urlaube etc...
    Ich glaube ihr kennt das alle und muss hier nicht weiter ausführen...
    Erschwerend kam anfangs für mich hinzu, dass ich selbst keine Kinder habe er aber aus seiner Ehe sterilisiert ist und auch keine weiteren Kinder mehr möchte.
    Nun gut, darüber lässt sich diskutieren, ob das ein guter Ausgangspunkt für eine Beziehung ist oder nicht, aber ich habe diese Tatsache mittlerweile gut akzeptieren können und es ist für mich nicht mehr DAS Problem was es am Anfang war.
    Wir lieben uns, auch heute nach vier Jahren, noch wie am ersten Tag und unsere Paarbeziehung ist sehr erfüllend, schön und liebevoll! Eigentlich ein Traum und dass was ich mir immer gewünscht habe...

    Die Kinderwochenenden waren für mich von Anfang an ungewohnt und auch teilweise emotional sehr belastend, da natürlich die Ex dann immer sehr präsent war und ich das Gefühl hatte in ein fremdes Leben einzutauchen. Die Kinder sind mir von Anfang an sehr positiv entgegengetreten. Also eigentlich kein Grund zur Sorge...

    Mein eigentliches Problem ist, dass diese Kinderzeit von Anfang an sehr funktionell gestaltet wurde. Mein Partner verwandelte sich regelmäßig freitags in ein "Papamonster". Von meinem Partner war dann nicht mehr viel übrig...
    Wir haben viel darüber geredet, aber geändert hat sich grundsätzlich daran nichts. Mit den Jahren habe ich dann meine Art gefunden damit umzugehen. Auch ich verfalle mittlerweile an den Kinderwochenenden in eine gewisse Funktionalität... Wenig Emotionen etc...
    Nicht dass ein falscher Eindruck entsteht. Die Teenies kommen gerne zu uns, ich habe ein gutes Verhältnis zu beiden, sie vertrauen mir sogar mehr Dinge an als ihrem Vater... Also eigentlich eine Situation die für alle ok ist...

    Anfang der Woche, war es dann mal wieder soweit und es stand erneut ein Gespräch über die Wochenenden an...

    Er bemängelt meine Funktionalität und meint dadurch selbst funktionell zu agieren (verdrehte Welt?!?!). Ich solle mehr Herzlichkeit zeigen.
    Das mag ja alles sein, und in gewissem Maße auch ein berechtigter Wunsch... Ich kann verstehen, dass er sich das wünscht und eine Idealvorstellung a´la "heile Familie" in seinem Kopf hat aber ich merke dass mich diese Erwartungshaltung unter einen wahnsinnigen Druck setzt...
    Ich mache mir jetzt schon seit Tagen Gedanken darüber und merke wie meine Angst vor dem nächsten Wochenende größer wird und ich befürchte, dass dieser Druck meine Funktionalität nur noch steigern wird...

    Ich bin ratlos was ich tun oder verändern kann und fühle mich sehr unwohl in meiner Haut...
    Am Liebsten würde ich momentan einfach vor diesen Wochenenden davonlaufen weil ich dass Gefühl habe trotz meiner Bemühungen seiner Vorstellung nicht gerecht zu werden.
    In meinem Kopf manifestiert sich der Gedanke an diesen Wochenenden "gemessen" zu werden...

    Vielleicht gibt es unter euch ein paar "Erfahrene" die Lust haben mit mir ihre Erfahrungen zu teilen oder einfach Ideen haben wie ich diesem Gefühlsschlamassel begegnen kann...

    Danke fürs Lesen... Es tut gut sich mal etwas von der Seele zu schreiben...

  2. #2
    Igraine12
    gelöscht

    AW: Wenn der Druck immer größer wird...

    Hallo,

    vielleicht hilft es dir in den Nextenstrang reinzulesen und mitzuschreiben. Die userinnen dort haben viel Erfahrung mit Patchworksituationen.

    Nexten Talk II - Nexten und kein Ende

    lg, Igraine

  3. #3
    Nemesis59
    gelöscht

    AW: Wenn der Druck immer größer wird...

    Du sollst mehr Herzlichkeit zeigen , aha......heißt mich du sollst mehr Mutti spielen. Natürlich kann ich nichts beurteieln, ich kenn ihn/dich/die Kids ja nicht.....aaaaber auf mich wirkt das so als ob er über dich versucht seine EX aus zu blenden oder so ähnlich.

    Verbiegen geht gar nicht - er muss mit dem zufrieden sein was du zu geben in der Lage bist und ich finde DAS ist ne Menge die nicht so selbstverständlich ist. Sprich nochmal mit ihm und erklär ihm, daß dieser Druck den er da aufbaut sehr, sehr schlecht ist und du das nicht mitmachst weil zu viel verlangt oder irgendwie komisch.

    Wolltest du überhaupt Kinder ? Warum legt frau sich auf einen Mann fest mit dem gerade das nicht mehr möglich ist.....

  4. #4
    Avatar von Selena
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    6.271

    AW: Wenn der Druck immer größer wird...

    Was meinst du mit Funktionalität?
    das du die Logistik regelst? einfkaufen, kochen, aufräumen?
    für mich liest es sich ein wenig als würdest du am Kinder-WE funktionieren wie man es von dir erwartet, dein Partner ist in der Rolle als Partner nicht mehr päsent, er ist nur noch Vater.
    und wie ist das mit dem Emotionen? Zeigt du auch ihm gegenüber weniger Emotionen? oder ist das nur auf die Kinder bezogen?
    vielleicht ist es für dich eine Art Schutzwall? Weil du auf der Paarebene sowieso nicht zu seinem Partner durchdringst an so Tagen?

    Warum legt frau sich auf einen Mann fest mit dem gerade das nicht mehr möglich ist.....
    festlegen? sie führt eine glückliche Beziehung mit ihm, das ist ja nichts wo man rein rational entscheidet
    There's no life before coffee

  5. #5

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    AW: Wenn der Druck immer größer wird...

    @blackandwhite: Als ich deinen Post las, dachte ich anfangs, läuft doch alles gut - wo ist denn jetzt das Problem? Und dann am Ende, habe ich gedacht: Da ist es wieder, das "Ich Next will alles gut und rund machen". Und schwups, man verbiegt sich, kommt dem Partner entgegen, wo man eigentlich in die andere Richtung davon galoppieren möchte, trägt sein Erziehungskonzept und Bespaßungsprogram mit, wo man selbst ganz andere Vorstellungen hätte. Mutiert zur Hausfrau und "Ersatzmutti", was man eigentlich so nie sein wollte, und wenn höchstens als echte Mutter und selbstgewählte Hausfrauen-Rolle.

    Du schreibst: Es waren "funktionale Kinderwochenenden" und er mutierte zum "Papamonster" Heisst das auf gut deutsch gesagt: Dein Partner war durch die Hintertür raus, und vorne kam der "Die Kinder, der Mittelpunkt der Erde und was sie wollen ist Gesetz"-Papa mit Trennungschuldgefühlen kam raus?
    Schildere doch mal bitte, was dich am Anfang an den KiWoEn "gestört" hat, wie das Verhalten des KV ist - und warum das für dich kein Thema war, daß du mit ihm besprechen wolltest, sondern dich lieber einfach "verstellt" hast.

  6. #6

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    AW: Wenn der Druck immer größer wird...

    Hallo Selena,

    Danke! Du sprichst mir aus der Seele...
    So in etwa kann man die Situation am Wochenende bei uns wohl beschreiben.
    Ich versuche irgendwie "den Laden" am Laufen zu halten. Natürlich auch um ein bisschen um so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten... Ich koche, putze, fahre die Kids durch die Gegend etc... Alles auch eigentlich kein Problem...
    Zum anderen Meint er wohl mit Funktional etwas in der Art, dass ich nicht genug Freude zeige, dass die Kids da sind oder mich auf die gemeinsame Zeit ehrlich freue... Da hat er recht...

    Ja, auch ich ziehe mich mittlerweile an diesen Tagen meinem Partner gegenüber ein Stück weit zurück. Er ist für mich einfach in diesen Tagen nicht erreichbar. Zumindest nicht so wie ich es mir wünschen würde. Aus Selbstschutz ziehe ich mich zurück und erwarte auch dahingehend wenig von ihm. Dann wird man halt auch nicht so schnell enttäuscht... So lebt jeder irgendwie gemeinsam aber doch einsam das Wochenende ab... Für mich und auch meinen Partner höchst unangenehm...

    Und ja, meine Beziehung zu ihm ist schön. Wir sind ein tolles Team und wir lieben uns... Mit oder ohne eigenen Kindern. Ich habe mir meine Partner nicht nach seiner Biografie ausgesucht...

  7. #7

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    AW: Wenn der Druck immer größer wird...

    Hallo singingintherain,

    ich bin überwältigt dass es Menschen gibt die mich und meine Situation nicht einmal kennen und mich trotzdem sooooo gut verstehen.
    Genauso wie du es beschreibst fühlt es sich an...
    Am Anfang der gemeinsamen Zeit war ich einfach "schockiert" wie sich mein Partner von jetzt auf gleich veränderte. Aber ich habe gedacht: abwarten und Tee trinken. Es ist für ihn ja auch eine neue Situation...
    Dann bin ich wahrscheinlich dazu übergegangen mir meine Zuwendung und Liebe an diesen Wochenenden durch "Perfektionismus" und "Alles im Griff haben" zu erarbeiten.

    Dazu kommt auch noch der Gedanke, dass ich den Kindern ja auch irgendwie "gefallen" muss. Auch das erschwert es mir frei und unbefangen zu sein, denn die Beiden haben sich ja schließlich nicht freiwillig für mich entschieden und dieses Gefühl begleitet mich zusätzlich. Ich glaube ehrlich, dass sie mich voll akzeptieren und mögen aber dieser Gedanke ist trotzdem da. Die Angst, dass sie mich ablehnen könnten und dass die Situation noch mehr verschärfen könnte...

    Danke schonmal an alle. Ihr tut gut!!!

  8. #8

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    AW: Wenn der Druck immer größer wird...

    Du machst das doch schon großartig. Alles andere fände ich ein wenig viel verlangt. Mehr Herzlichkeit? Ganz ehrlich: Wo sollst Du die hernehmen? Da stehst Du alle 14 Tage da, Dein Partner bewegt sich zwangsläufig ein Stück von Dir weg und mehr auf die Kinder zu - und Du mußt schauen, wie Du Dich da positionierst und wo Du in dieser Zeit Deine Bedürfnisse hinpackst, mußt lernen, in diesen Tagen den Partner zu teilen und auf Aufmerksamkeit zu verzichten.

    Andere Frauen würden dann vielleicht öfter auch mal eigene Termine oder Verabredungen mit Freundinnen auf die Kinderwochenenden legen. Dann kann Papa sich ganz den Kids widmen und Du kannst die Freundschaften mit Deinen Mädels pflegen und mal Luft schnappen.

    Aber Herzlichkeit? Wenn sie nun gerade nicht aus dem tiefsten Herzen kommt? Es sind nicht Deine Kinder, und Du siehst sie ja nur 4 Tage im Monat. Natürlich wäre es für alle ganz große Klasse, wenn Du Dich genauso auf den Kinderbesuch freuen würdest wie Er. Aber woher sollst Du die Freude entwickeln? Man kann die Kinder mögen, keine Frage, aber ich finde, da wird Dir etwas zu viel des Guten abverlangt.

    Ich weiß es ja selbst, wie es sich anfühlt, wenn Papa und die Kinder zusammen sind. Wir hatten nämlich die umgekehrte Situation: die Kinder waren immer bei ihm und nur 4 Tage im Monat bei der Mutter.

    Und da fühlt es sich oft an, als hätte man nichts zu melden. Als müßte man es jetzt allen recht machen - außer sich selbst, oder? Denn die eigenen Bedürfnisse kollidieren ja dann ganz stark mit denen des Partners und seiner Kinder. Und dann finde ich "funktionieren" schon sehr super. Schließlich muß man still und leise auch alleine mal mit dem Groll fertig werden, dass es an diesen Tagen oft nicht so läuft, wie man es sich wünscht. Aber der Partner, der sich so auf seine Kinder freut, denkt automatisch, Du fändest das auch toll und sieht das gar nicht, dass Du vielleicht auch ein bißchen traurig bist, weil Du in dieser Zeit so wenig von ihm hast. Und er meint es sich nicht böse, wenn er mehr Herzlichkeit fordert - wahrscheinlich versteht er schlicht und ergreifend nicht, warum nicht.

    Es sind letztendlich vier Tage von dreißig. Wenn keine Herzlichkeit da ist, ist sie nicht da. Und wenn Du "logistisch" alles weiter so super machst - mehr kann keiner wollen, finde ich.

  9. #9

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    AW: Wenn der Druck immer größer wird...

    @Blackandwhite: Gibt es für Dich die Möglichkeit an den KiWoEn eigene Aktivitäten zu machen? Also mal mit einer Freundin zum Frühstück gehen? Oder abends mit einer Freundin essen/eine Freundin besuchen?
    Will sagen, in dieser Zeit deine Eigenständigkeit ein bisschen leben kannst?
    Oder hättest/hast Du das Gefühl, deinem Partner etwas schuldig zu sein - nämlich den "Muddi"-Part an den KiWoEn?

    Die Kinder werden dich auch dann noch mögen und respektieren, wenn du wirklich authentisch und "Du" bist. Jetzt bist Du eher ein funktionierendes Abziehbild von Dir Da fehlt mir ganz viel Persönlichkeit von "Blackandwhite" in den KiWoEn. Und ich denke, den Kinder wird so auch "gemeinerweise" ein falsches Bild eurer Beziehung gegeben. Ich bin ja immer dafür, den Kindern ein Vorbild zu sein, in dem man "so ist wie man ist" und ihnen die Chance gibt, einen so auch zu mögen. Auch wenn es mal Reibereien gibt, so wachst ihr alle daran. So seit ihr alle einfach nur "smart, funktional und harmonisch", weil ein Teil sich "unter- und einordnet". Aber glücklich ist dieser Teil nicht wirklich.

    Neigst Du in der übrigen Zeit dazu, deinem Partner gern etwas "recht zu machen"? Oder kannst Du da mehr "Du selbst" sein? Hast Du manchmal ein schlechtes Gewissen, weil Du Dir die KiWoEn irgendwie anders vorstellst oder wünscht?

  10. #10

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    AW: Wenn der Druck immer größer wird...

    Zitat Zitat von colleen1969 Beitrag anzeigen
    Und wenn Du "logistisch" alles weiter so super machst - mehr kann keiner wollen, finde ich.
    Da ist aber gerade die Krux. Sie macht es nicht aus vollem Herzen. Und deswegen sollte sie schauen, wo sie wieder zu sich findet. Bei sich bleiben, und nicht immer die Erwartungshaltung des LG erfüllen, und die Tolle sein, wenn einem danach doch gar nicht ist. Es ist nicht ihr "Job", die funktionale Allzweckwaffe im KiWoEn Bespaßungszinober zu sein.

    Herzlichkeit kann nicht entstehen, wenn man in der Küche rotiert, für andere das Essen zaubert, funktioniert ... und das Gefühl hat, irgendwie gehört man trotzdem nicht richtig dazu... und der Mann am Esstisch ist so anders, als der Mann mit dem man Mo - Fr dort sitzt

    Alles in allem spüre ich nachden ersten Post für mich bei blackandwhite: Da ist Angst etwas falsch machen... oder anders Angst, abgelehnt zu werden, weil man nicht so funktioniert, wie sich der LG das an den KiWoEn vorstellt. Bedenken, jemanden zu enttäuschen, den man sehr liebt. Aber dabei vergisst, daß man sich selbst auch gerade etwas vormacht und enttäuscht.

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