
Zitat von
Raratonga
Mir ist noch was eingefallen:
Die jüngste Tochter ist 15. Sie ist mitten in der Pubertät. Das ist in der Tat ein sehr ungünstiges Alter, die Familie zu verlassen. Mädchen in dem Alter trifft es ganz fürchterlich, das sehe ich bei meiner Tochter. Sie ist jetzt 21, und hat immer noch nicht verkraftet, dass der Vater gegangen ist. Sie braucht jetzt eine Therapie.
Wenn die Kinder kleiner sind, ist es sogar noch besser und natürlich erst recht, wenn sie erwachsen sind.
Vor diesem Hintergrund würde ich ihn keinesfalls mehr unter Druck setzen, auszuziehen, sondern mich entweder sofort trennen oder aber einen ganz langen Atem haben. Aber in Eurer Geschichte hängen einfach noch mehr Menschen mit drin, und zwar solche, die für ihre gesunde seelische Entwicklung und altersgemäße Ablösung ihn genau jetzt noch essentiell brauchen.
Außerdem ist es für Jugendliche und auch junge Erwachsene durchaus nicht egal, weshalb sich die Eltern trennen. Wenn es jahrelang Zoff und Unfrieden oder sogar Gewalt gab, ist es für sie nachvollziehbar - nicht jedoch, wenn einer vermeintlich was Besseres gefunden hat. Dann kann es sein, dass sie aus Solidarität mit dem verlassenen Elternteil den Kontakt zu dem anderen komplett abbrechen. Das habe ich schon mehrmals beobachtet. Für alle Beteiligten ist dieses Zerwürfnis auf Dauer sehr belastend.
P.S.: Jugendliche brauchen es, dass sie sich von den Eltern ablösen und nicht umgekehrt. Wenn die Eltern zuerst gehen, wird dieser Prozess unterbrochen - mit unabsehebaren Folgen.