Dann mache ich jetzt mal den vielbedachten Parallel-Thread auf zu Pepps' "Einmal Geliebte - Immer Geliebte?!" und hoffe, hier entwickelt sich ein genauso reger Austausch
Als Einstieg die Frage von @ omri:
Zu diesen Frauen gehör(t)e ich. Meine zurückliegende Beziehung begann als ganz klassische Affaire. ER war für mich mein Absprung aus meiner Ehe; und ich war es wohl auch für ihn. Wir fühlten uns beide sehr seelenverwandt, genossen zunächst die Aufregung der Verliebtheit - lange Zeit ohne jeglichen Körperkontakt. Aber als der dazu kam, explodierte förmlich das Leben um uns herum.Ich fände zum Beispiel auch spannend zu lesen, wenn jemand tatsächlich eine neue Beziehung angefangen hat, nachdem der oder die Geliebte von sich aus die Ehe verlassen hat. Davon schreiben hier nur sehr wenige. Und was die Voraussetzungen dazu waren.
Recht schnell schenkte er seiner Frau reinen Wein ein. Meine Trennung ging total schnell vonstatten, da mein damaliger Ehemann selbst schon den Ausstieg geplant hatte (was ich aber erst später erfuhr, mir jedoch vieles erklärte). Seine Frau wollte keine Scheidung und pochte recht schnell auf Status und finanzielle Entschädigung. Mein Ex ging alleine ins Ausland, wo er einen Posten annahm. Sie war es zufrieden.
Ich wurde schwanger. Nach etwa einem Jahr kam ich mit dem Kind nach. Bis dahin waren etwa zwei Jahre vergangen.
Was soll ich sagen: Es war eine Katastrophe.
Wir hielten einige Jahre gemeinsam durch, bis ich zurück nach D ging und mir mein altes Leben neu aufbaute. Er konnte es nicht verstehen, obwohl er mich mehr oder weniger weggegrault hatte. Seine Begründung war gewesen, dass er nicht vom Regen in die Traufe gewollt hatte, sondern unabhängig und selbstständig hat leben wollen, aber dennoch weiter mit mir eine Beziehung führen. Eine Beziehung, in der er bestimmte, wann Nähe hergestellt wurde. Parallelen zu einer Affaire sind wohl nicht ganz zufällig
Egal. Vorbei. Diese Erfahrung muss ich jedenfalls nicht wiederholen.
Folgendes Fazit kann ich geben: Es nützt überhaupt gar nichts, irgendwelche Taktiken zu fahren. Scheintrennungen und Auszeiten befeuern nur das ganz große Drama und machen es unmöglich(er), eine klare Entscheidung zu finden. Außerdem tut man - wie sonst auch im Leben - gut daran, zwischen reiner Projektion und Realität ganz genau zu unterscheiden. Sehr viele Dinge hatte mein Ex-Geliebter durchaus laut und deutlich geäußert, wie zum Beispiel der Traum vom Alleine-Leben. Aber ich habe das alles gar nicht hören können oder wollen; denn mir ging es auch irgendwann nur noch ums vermeintliche Ziel, das ja immer irgendwann heißt: WIRD ER SICH FÜR MICH ENTSCHEIDEN?
Ich habe ganz großes Kino erlebt, viele Dinge getan, über die ich nur staunen kann (im Positiven) oder mich zutiefst schäme (im Negativen). Ich habe mein Leben komplett vernachlässigt: Freunde, Arbeit, Kinder. Nur er zählte, nur wir. Der Rest der Welt war unser Feind, denn er stand/steht ja Affairen sehr negativ gegenüber.
Einmal Geliebte - immer Geliebte? - Nein, nicht für mich. Ich habe vieles gelernt und schließe das für mich aus. Genauso gilt aber auch nicht: Einmal Lügner - immer Lügner! Mein Ex ist kein mieser Betrüger, er hat gelitten und war zerrissen. Er ist es bis heute. Übrigens ist er immernoch verheiratet. Aber seine Frau sieht von ihm nicht mehr als den monatlichen Scheck. Besprochen haben sie alles ausführlich, aber zu sagen haben sie sich genauso wenig wie während der Ehe. Das finde ich unglaublich schade
Gerne möchte er mich zurückhaben. So viele Jahre schon fragt er immer wieder und gibt sich Mühe. Doch zu seinen Bedingungen - und das will ich nicht. Aber wenn ich's mir recht überlege: Auch nicht zu meinen Bedingungen. Diese Affaire hat vieles zerstört. Vieles, das nicht mehr (mit ihm) reparabel ist.
So, jetzt ihr...![]()
















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