Hallo,
Bin bei meiner Internetsuche hier gelandet und hoffe eigentlich nur auf ein paar Erfahrungen.
Kurze Zusammenfassung: Ich war 1 1/2 Jahre mit meinem Freund zusammen, mit dem ich bereits vorher viele Jahre sehr gut befreundet war. Als wir zusammenkamen, wurde kurz zuvor bei seinem Vater Krebs festgestellt. Ich habe ihn in der Zeit begleitet, musste oft meine eigenen Bedürfnisse zurückstellen. er hat mich nicht selten versetzt, wofür ich immer Verständnis hatte, haben kaum Zeit zusammen verbracht. Mein Gedanke war immer der, dass es irgendwann auch wieder besser werden würde und dass ich in dieser Zeit nur da sein konnte. Als der Vater im August stab, nach 6 Wochen extremem Leiden, waren Mutter und auch beide Kinder an seinem Bett, es sind keine Fragen offen geblieben. Wir haben uns in der Zeit nicht gesehen. Ich hatte immer ein Ohr, hab immer versucht, für ihn da zu sein. Geweint hat es nie. Ganz selbstverständlich hatte ich mir für die Beerdigung frei genommen, da das für mich selbstverständlich ist. Das war von meinem Freund nicht gewollt, und so fing es dann an und wurde immer schlimmer. Die Aufmerksamkeit, die vorher der Vater bekam, wurde nun auf die Mutter projiziert. Morgens vor der Arbeit hin, abends auch. Er hat sich in der ganzen Zeit erst für seinen Vater, jetzt für seine Mutter unverzichtbar gemacht. Es scheint so, als würde er den Vater ersetzen wollen. Die Mutter hatte sich schnell gefangen, er zieht sich weiterhin zurück. An Freunden ist niemand mehr übrig geblieben. Haben wir uns anfangs noch ein- bis zweimal gesehen, war es zuletzt mal ein Kaffee nach der Arbeit. Auf der Arbeit (wir sind in der gleichen Firma) macht er auf cool, sobald er raus ist, ist da nur noch ein tiefes Loch. ist er bei mir, schläft er ein. An Sex ist gar nicht zu denken. Mir geht es seit November von Tag zu Tag schlechter, ich denke nach, was ich noch machen soll. Ich akzeptiere, dass er Zeit für sich braucht, nehme es hin, wenn er mir immer wieder absagt, mir sagt, er kann zur Zeit nicht mehr geben. Ich beschwere mich nichtmal mehr, rufe auch nicht mehr an, da er eh nur dran geht, wenn er Lust hat. Letzte Woche wollte er dann, dass wir es etwas Piano angehen lassen- noch mehr. Er versteht mittlerweile, dass er ein Problem hat. Aber ich kann mich nicht noch mehr zurück nehmen und hab ihm gesagt, dass ich das nicht kann. Mir geht es mittlerweile selbst extrem schlecht und ich bekomme von ihm keinerlei Aussicht, die mich hoffen läßt. Er will einfach keine Hilfe von mir. Und jetzt ist niemand von den Freunden mehr da. Ich bin durch diese weitere Forderung, die er ganz selbstverständlich äußert, so verletzt und enttäuscht, dass ich es beendet hab. Kann mir zur Zeit auch nach fast 9 Jahren keine Freundschaft mehr vorstellen. ich bin einfach durch und will nicht immer Wieder vor den Kopf gestoßen und ausgegrenzt und weggestoßen werden, auch wenn ich ihn liebe. Vielleicht sieht er das ja irgendwann, falls er sich Hilfe holt. Ich schaff es einfach nicht mehr. Was hätte ich tun können und was hab ich falsch gemacht?







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ich hoffe wir können uns hier ein bisschen austauschen und gegenseitig stärken

