hallo jacky,
grüße aus germany von einem weiteren sa-fan.
ich habe deine und die berichte der anderen mit interesse verfolgt. 2006 habe ich als touristin capetown und die gardenroute gesehen (1 nacht in montagu verbracht) da ich schon immer von afrika fasziniert war, wollte ich das land von einer anderen seite sehen und habe im letzten jahr in ct ein 3monatiges praktikum in einer art frauenhaus gemacht (ich bin auch in deinem alter und komme auch aus dem schönen ruhrpott) es hat mir sehr gut gefallen, hat mich aber auch sehr verwirrt. ich habe viele einheimische aber auch ausgewanderte deutsche kennengelernt, was mir zu schaffen macht ist die enorme diskrepanz zwischen arm und reich. vormittags war ich mit meinen afrikanischen kolleginnen zusammen, die teilweise 2 stunden fahrt für diesen schlecht bezahlten job jeweils morgens und abends investieren müssen. das zentrum der stadt, den strand oder gar den tafelberg haben sie noch niiie gesehen, können sie sich gar nicht leisten. dann komm ich daher, reich und weiß, und arbeite just vor fun.....am wochenende traf ich deutsche, die ich übers internet kennengelernt habe, in ihren großen palästen mit maid und gärtner. ich wußte teilweise gar nicht, wie ich denken und fühlen sollte, habe aber begriffen, dass die dinge nicht, wie wir deutschen es gerne haben, alle klar und verständlich sind, sondern es ist immer wieder anders, je nachdem was du erlebt hast und mit wem du dich auseinandersetzt. z.b. hat mich eine kollegin zu sich nach hause eingeladen, die ganz stolz darauf ist, in einem steinhaus zu wohnen und das schulgeld für ihre kinder bezahlen zu können. da sie noch nie in ct war, lud ich sie ein mich in meinem apartment zu besuchen. tagelang habe ich mir den kopf zerbrochen, wie ich mich verhalten soll, mein herz wollte dieser lieben kollegin einen schönen tag machen, mein verstand stoppte mich, da ich nicht als die großkotzige weiße auftreten wollte. ich merkte, dass ich mich überhaupt nicht in meine kollegen hinein versetzen konnte: was erwartet sie? was denkt sie von mir? und das hat mich verunsichert. sie hat mich dann mit ihrem mann zusammen ! besucht und wir schreiben uns bis heute noch briefe...aber das thema wirst du sicher gut kennen. übrigens, "das auge des leoparden" habe ich verschlungen, es hat zu einigen aha-effekten geführt.
ja, und im herbst (in euerm frühling) bin ich wieder für 2 wochen als touristin in ct und besuche alle meine lieben dort ... und wenn mein mann nächstes jahr pensioniert wird stelle ich mir vor, so manchen deutschen winter in capetown zu verbringen.
vielleicht bis bald und liebe grüße
annalisa![]()












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