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Wundheilung und Bestrahlung
Hallo Leute,
ich bin neu hier und muss Euch gleich mit einer dringenden Frage überfallen 
Anfang April wurde ich brusterhaltend operiert: invasiv, duktales Mammacarcinom G1
Ich habe eine sehr kleine Brust (Cup A), und es wurde scheinbar ganz schön darin hin und her geschoben. Die Brust war sehr geschwollen und um die halbe Brustwarze herum sah es dunkelblau aus. Irgendwann bildete sich an der oberen Naht (der Tumor saß unterhalb der Brustwarze) eine fleine Blase, die der Arzt im Brustzentrum aufgestochen hat. Ein paar Tage später lief dann Sekret mit Eiterstückchen ab. Das ist inzwischen ungefähr 3 Wochen her, ich bekam Antibiotika und die Schwellungen schrumpften, sodass jetzt die gesunde Brust (endlich) größer ist, als die operierte. Es ist aber immer noch nicht ganz weg. Ich bin natürlich als Hypochonder mit Diplom ständig wieder ins Brustzentrum gerannt. Der Arzt kassierte mich dann 3 Tage ein, um mir das AB intravenös zu verabreichen. Es ist nur ein ganz kleines Stückchen, was verschorft. Bei Druck aber - z. B. nachts - kommen immer noch ein paar Tropfen raus.
Mir wurde gesagt, dass das Wundheilungstörungen sind, und das vom Rauchen kommt. Ich kämpfe hier schon gegen diese verdammte Sucht wie eine Wilde. Heute soll ich die 3. Bestrahlung bekommen. Meine Nerven liegen blank. Ich bekomme deshalb schon am laufenden Meter Herpes, leider neige ich in solchen Fällen dazu 
Meine (eine)Frage: Wie sieht Wundflüssigkeit aus?
Hat das ganze bei irgendjemanden von Euch auch solange gedauert nach der OP? Bei mir sind das jetzt schon 8 Wochen. Also, die Schwellungen sind sichtbar abgezogen - aber eben nicht weg. Auch die Verfärbungen sind gaaanz langsam weniger geworden. Aber trotzdem! Bin ich zu ungeduldig? 
Fieber und Schmerzen hatte ich seit der OP überhaupt nicht. Auch sonst fühle ich mich körperlich recht gut - aber die Psyche 
Ich grüße Euch alle,
Swing
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AW: Wundheilung und Bestrahlung
Hallo Swing, herzlich willkommen hier im Forum.
Das hört sich ja alles nicht so toll an, mit deiner Wundheilstörung. Ich kann dir leider nichts Gescheites dazu sagen. Bei mir verheilte alles recht schnell. Verhärtungen im Narbenbereich hatte ich allerdings bis zu 3 Monaten nach der OP noch.
Viele Grüße von Henzchen
Ein Mensch, der leidet bevor es nötig ist, leidet mehr als nötig
Lucius Annaeus Soneca 1-65 n. Chr.
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AW: Wundheilung und Bestrahlung
Vielen Dank für die Antwort, Ramona,
ich denke auch, dass sich diese Verhärtungen nicht von heute auf morgen reduzieren. Mein Blutbild war vollkommen unauffällig, und im Ultraschall war auch nichts Auffälliges zu sehen. Ich ziehe auf alle Fälle die Bestrahlung durch. Aber das Ganze wird für mich zur Zitterpartie 
Lieben Gruß,
Swing
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AW: Wundheilung und Bestrahlung
Ich hatte keine Bestrahlung. Ich denke, dass du noch etliche Antworten bekommen wirst, von den Mädels, die das auch durchgemacht haben.
Viele Grüße von Henzchen
Ein Mensch, der leidet bevor es nötig ist, leidet mehr als nötig
Lucius Annaeus Soneca 1-65 n. Chr.
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AW: Wundheilung und Bestrahlung
Hallo Swing 
auch wenn ich hier leider keine Hilfe anbieten kann. Herzlich Willkommen
schön, dass Du das Forum gefunden hast.
Amidala
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Moderation
AW: Wundheilung und Bestrahlung
Hallo Swing, herzlich willkommen hier im Forum
!

Zitat von
Swing
Meine (eine)Frage: Wie sieht Wundflüssigkeit aus?
Es gibt verschiedene Arten Flüssigkeit, die in einer Wunde entstehen können. Das harmloseste ist das Serom, das ist klare Flüssigkeit, fast wie Wasser. Dann gibt es Eiter, der durch eine bakterielle Entzündung entsteht. Der ist nicht mehr klar, sondern hell-rahmig, wie zerlaufener Käse. Stückig ist er nicht, die Stückchen können kleine Fettgewebsnekrosen gewesen sein, also untergegangenes Gewebe. Das gibt es mal nach Verletzungen oder Operationen. Dann gibt es natürlich Blutergüsse, die sich im Laufe der Zeit auch farblich verändern können und dann nicht mehr so typisch rot aussehen.
Man muss immer genau schauen, was für eine Art Flüssigkeit aus der Wunde läuft, mal einen Abstrich machen und gucken, ob man einen Keim nachweisen kann und die umgebende Haut mit ansehen, ob sie geschwollen, überwärmt, gerötet ist. Ob Fieber/Entzündungszeichen vorhanden sind ist auch wichtig und ob das Sekret abfließen kann oder sich in der Wunde staut.
Nach all diesen Kriterien richtet sich die Behandlung. Entweder kann abgewartet werden oder es wird gespült, Antibiose oder nicht, manchmal muss man auch nochmal operieren. Inwieweit man bei Wundheilungsstörungen bestrahlen oder lieber noch abwarten sollte kann ich nicht beurteilen, ich denke, das schätzen am besten die Strahlentherapeuten ein. Bei einem Infekt wäre es sicher nicht gut.

Zitat von
Swing
Hat das ganze bei irgendjemanden von Euch auch solange gedauert nach der OP? Bei mir sind das jetzt schon 8 Wochen. Also, die Schwellungen sind sichtbar abgezogen - aber eben nicht weg. Auch die Verfärbungen sind gaaanz langsam weniger geworden. Aber trotzdem! Bin ich zu ungeduldig?

Ich hatte zum Glück keine Probleme mit der Wundheilung. Die Verfärbungen vom Bluterguss sollten eigentlich längst abgebaut sein. Kommt das wirklich noch daher oder vielleicht von der Sentinelmarkierung ? Dieses typische, etwas hellere Blau hatte ich noch mindestens ein Dreivierteljahr.
Liebe Grüße
sunny
Nicht das wegsehen, das hinsehen macht die Seele frei (Theodoer Litt)
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AW: Wundheilung und Bestrahlung
Erstmal vielen Dank für den Empfang an Euch
,
Die Flüssigkeit ist (fast) durchsichtig, klar. Aber beim Abtupfen ist der Fleck eher gelblich. Bis auf diese Stückchen, die Nekrosen, ist es recht flüssig.
An die Sentinelmarkierung habe ich gar nicht mehr gedacht. Kann natürlich sein. Ich habe nocheinmal die Fotos, die ich seit dem 13. gemacht habe verglichen. Die Brust ist nur noch die Hälfte inzwischen. Also abgeschwollen. Auch die Verfärbung hat sich reduziert und verändert, brauner geworden. Das Hellblaue ist direkt neben der Brustwarze. Ich hatte ja den "Fehler" gemacht und gedrückt. Mein Hausarzt meinte, das soll ich schön lassen. 
Überhaupt scheint er mir am kompetentesten zu sein. Im Brustzentrum...naja...bis die mal ein Blutbild gemacht haben. Die Werte waren aber in Ordnung.
Dann habe ich noch etwas entdeckt: Das Antibiotikum hat eine nicht unwesentliche Wechselwirkung mit meinem Antidepressiva (nehme ich seit Jahren). Venlafaxin, ich habe es allen Ärzten sogar buchstabiert! Meine Güte !
Das Problem, ich bin langsam mit der Psyche ganz unten. Ich mag keinen mehr sehen, geschweige denn reden. Nach der Diagnose war ich seltsam unberührt und hatte nicht einmal Angst. So ganz gegen meine Natur. Ich fand das selber merkwürdig - und andere auch. Aber jetzt? Jetzt stürzt für mich alles ein...
Lieben Gruß,
Swing
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Moderation
AW: Wundheilung und Bestrahlung
Liebe Swing
,
das hört sich in der Tat nach einem Serom an, das ist noch die "beste" Variante, wenn man das denn so sagen kann. Ist natürlich alles nicht so toll, wenn sich das so lange hinzieht.
Hellblau neben der Brustwarze kann sehr gut dieses Methylenblau von der Färbung sein, war bei mir auch so. Das dauert echt lange, bis das weggeht, aber es geht weg.
Das Problem, ich bin langsam mit der Psyche ganz unten. Ich mag keinen mehr sehen, geschweige denn reden. Nach der Diagnose war ich seltsam unberührt und hatte nicht einmal Angst. So ganz gegen meine Natur. Ich fand das selber merkwürdig - und andere auch. Aber jetzt? Jetzt stürzt für mich alles ein...
Das hört sich für mich völlig normal an
. So eine Diagnose ist ein traumatisches Erlebnis. Jeder geht anders damit um. Erstmal einen Mantel um die Seele zu legen und die Gefühle fern zu halten ist da wohl nicht unüblich. Irgendwann holt einen das aber ein. Diese Tiefs sind ganz normal, wir haben solche Phasen alle schon erlebt
. Was eigentlich immer hilft ist das, was Du jetzt tust - Dich mit anderen Betroffenen austauschen, Deine Gedanken aufschreiben und verstanden werden, ohne große Diskussion. Mit Nichtbetroffenen ist das ja manchmal nicht so einfach. Ich hoffe, Du fühlst Dich hier aufgehoben
.
Hast Du eine Psychoonkologin ?
Liebe Grüße
sunny
Nicht das wegsehen, das hinsehen macht die Seele frei (Theodoer Litt)
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AW: Wundheilung und Bestrahlung
Hallo swing, auch von mir ein herzliches Willkommen hier bei uns 
Bei Wundheilungsstörungen kann ich (zum Glück) nicht mitreden. Ich hatte 38 Bestrahlungen nach brusterhaltender OP und 8 Chemos.
Während der Bestrahlungen bekam ich ein paar kleine offene Stellen auf den bestrahlten Stellen, die auch ein bisserl nässten. Denen wurde mit Bepanthen und cortisonhaltiger Salbe zu Leibe gerückt. Allerdings stand immer die Drohung meiner Strahlendocs im Hintergrund, dass die Therapie unterbrochen werden müsste, wenn die offenen Stellen nicht zuheilen würden, was dann aber nicht eintrat.

Zitat von
Swing
Das Problem, ich bin langsam mit der Psyche ganz unten. Ich mag keinen mehr sehen, geschweige denn reden. Nach der Diagnose war ich seltsam unberührt und hatte nicht einmal Angst. So ganz gegen meine Natur. Ich fand das selber merkwürdig - und andere auch. Aber jetzt? Jetzt stürzt für mich alles ein...
Deine Reaktion auf die Diagnose kenne ich von zwei guten Bekannten, die auch total gefasst und irgendwie auch...ja, unberührt und nicht tangiert reagierten. Ich denke mal, das ist eine Art Schock oder Schutzreaktion - die Seele macht zu, sie ist so schockiert, dass eine Art Blockade einsetzt, um nur ja nix rankommen zu lassen. Und Angst hattest du sicher - sie kam nur nicht durch die Blockade - du hast weiter funktioniert.....
Jetzt ist eine gewissen Zeit vergangen, viel auf dich eingestürmt - die Blockade bröckelt, du bist platt und fertig - nur niemanden sehen, nicht reden müssen.....nicht daran rühren....
- dazu noch dieser Mist mit der Wundheilung..... es reicht einfach irgendwann.
Ich kämpfe auch gegen meine Nikotinsucht - mal klappt es besser, mal weniger gut.... ist sehr hart....
Liebe swing - ich wünsche dir von Herzen, dass du bald wieder ein bisserl Licht durch deine Ruinen schimmern siehst und etwas/jemanden findest, der dir hilft, dieses Licht zu sehen.
Ich hoffe, dass wir dir hier ein bisserl dabei helfen können....
liebe Grüße von
Spotzl
Stil ist nicht der hintere Teil des Besens und Niveau ist keine Gesichtscreme!
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AW: Wundheilung und Bestrahlung
Hallo sunny,
so nett, wie Ihr mir hier antwortet: Da kann man sich nur wohl fühlen. 
Ganz ohne Austausch geht es wohl nicht. Meine "Leute" hier rennen herum, als hätten sie zuviel Energiedrinks gehabt. Ich weiß, dass mein Mann und meine Kinder Angst haben. Und sie wissen, dass sie mir kaum helfen können. Sie wirken komplett hilflos. Und sie lassen mich gottseidank in Ruhe.
Mit der Psychoonkologin habe ich mich im Krankenhaus 2 mal unterhalten. Aber ich weiß nicht, ob ich sie auch nach meinem Aufenthalt noch anrufen kann. Durch die Strahlentherapie bin ich jetzt ja auch fast täglich eine ganze Weile unterwegs. Deshalb dachte ich mir, dass ich mir danach Hilfe suche. Ich bekam auch eine Broschüre, in der Adressen und Telefonnummern verzeichnet sind. Nur wie gesagt, das bekomme ich zeitlich im Moment einfach nicht hin. Vielleicht rufe ich doch schon nächste Woche einmal an.
Vielen Dank für die Aufklärung mit dem Serom! Hat mich etwas beruhigt.
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