Die Stränge "Karriere beendet" und "Studiert und jetzt Hausfrau und Mutter" haben mich dazu animiert, mir mein Umfeld einmal genauer anzusehen und meine Wahrnehmung für die Situation der Frauen zu schärfen.
In meinem Umfeld sehe ich viele Akademikerinnen um die 40 bis 45, die mit 2 oder 3 Kindern nicht mehr in den Beruf zurückgekehrt sind. Ob das jetzt für alle Ewigkeiten so sein soll, weiß ich von vielen nicht, aber ich stelle mir vor, daß ein Wiedereinstieg zumindest eine Herausforderung wird.
Mir fällt aber auf, daß die Frauen, denen von außen d.h. von ihrem sozialen Umfeld am meisten Beifall gezollt wird, die sind, die weder ganz Zuhause bleiben noch voll berufstätig sind.
Die Gesellschaft scheint schon einen gewissen Druck auszuüben. Frau soll schon etwas "produktives" tun und arbeiten, aber bitte nicht zuviel. Ganz polemisch gesagt.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß ich mit einem Kind schnell gefragt wurde, wann ich wieder arbeite. Mein Eindruck ist, daß erst ab dem Dritten kein Anspruch an eine Rückkehr in den Beruf mehr gestellt wird.
Eine alte Kommilitonin, mit der ich mich am Wochenende traf, gehört zu der Gruppe der Akademikerinnen in meinem Bekanntenkreis, die nach dem Studium keinen guten Start ins Berufsleben hatten, nach ein paar Jahren in unterfordernden Jobs ein Kind bekamen, dann das zweite und jetzt, mit 40 ist bei ihr das Dritte unterwgs.
Sie sagte mir, sie sei "erleichtert", daß es mit der Schwangerschaft geklappt habe, denn sie spürte jetzt, mit zwei immer älter werdenden Kindern langsam den Druck, wieder berufstätig zu werden. Davor habe sie eine Heidenangst, da sie ja nirgends richtig Fuß gefasst hatte.
Das mag jetzt nicht representativ sein, aber ich höre das momentan im Umfeld immer öfter. Nicht immer so ofen, aber impliziert ist es da.
Mit einem Kind habe ich den Druck schon gespürt, ich glaube, wenn ich (theoretisch) verkündet hätte, daß ich ab jetzt Zuhause bleibe, hätte ich keine allzu große Lobby gehabt.
Dies Widersprüchlichkeit finde ich interessant. Irgendwo schwirren immer noch implizit die "Rabenmutter" Vorwürfe herum, wenn eine Mutter arbeiten geht, bleibt sie Zuhause...ist das zwar "gut für die Kinder" und findet auch den Zuspruch der Nachbarn, aber irgendwie ist das Vollzeit- "Homeoffice" auch nicht allgemein gut angesehen.
Sehe nur ich diesen Druck, möglichst auf beiden Parketts eine tolle Figur zu machen? Ein paar meiner Bekannten haben aus dem Grund (und nur aus dem Grund) sogar mit einer Promotion angefangen...Das ist etwas, womit man sich die Fragen nach Karriere wieder ein paar Jahre vom Leib hält...Obwohl es dann wahrscheinlich wie ein Bumerang zurückkommt. Jetzt auch noch promoviert und Zuhause?











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