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  1. #1
    mrshall_reloaded
    gelöscht

    Gesellschaft und ihre Ansprüche an Mütter? Wirklich realistisch?

    Die Stränge "Karriere beendet" und "Studiert und jetzt Hausfrau und Mutter" haben mich dazu animiert, mir mein Umfeld einmal genauer anzusehen und meine Wahrnehmung für die Situation der Frauen zu schärfen.
    In meinem Umfeld sehe ich viele Akademikerinnen um die 40 bis 45, die mit 2 oder 3 Kindern nicht mehr in den Beruf zurückgekehrt sind. Ob das jetzt für alle Ewigkeiten so sein soll, weiß ich von vielen nicht, aber ich stelle mir vor, daß ein Wiedereinstieg zumindest eine Herausforderung wird.
    Mir fällt aber auf, daß die Frauen, denen von außen d.h. von ihrem sozialen Umfeld am meisten Beifall gezollt wird, die sind, die weder ganz Zuhause bleiben noch voll berufstätig sind.
    Die Gesellschaft scheint schon einen gewissen Druck auszuüben. Frau soll schon etwas "produktives" tun und arbeiten, aber bitte nicht zuviel. Ganz polemisch gesagt.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß ich mit einem Kind schnell gefragt wurde, wann ich wieder arbeite. Mein Eindruck ist, daß erst ab dem Dritten kein Anspruch an eine Rückkehr in den Beruf mehr gestellt wird.
    Eine alte Kommilitonin, mit der ich mich am Wochenende traf, gehört zu der Gruppe der Akademikerinnen in meinem Bekanntenkreis, die nach dem Studium keinen guten Start ins Berufsleben hatten, nach ein paar Jahren in unterfordernden Jobs ein Kind bekamen, dann das zweite und jetzt, mit 40 ist bei ihr das Dritte unterwgs.
    Sie sagte mir, sie sei "erleichtert", daß es mit der Schwangerschaft geklappt habe, denn sie spürte jetzt, mit zwei immer älter werdenden Kindern langsam den Druck, wieder berufstätig zu werden. Davor habe sie eine Heidenangst, da sie ja nirgends richtig Fuß gefasst hatte.
    Das mag jetzt nicht representativ sein, aber ich höre das momentan im Umfeld immer öfter. Nicht immer so ofen, aber impliziert ist es da.

    Mit einem Kind habe ich den Druck schon gespürt, ich glaube, wenn ich (theoretisch) verkündet hätte, daß ich ab jetzt Zuhause bleibe, hätte ich keine allzu große Lobby gehabt.

    Dies Widersprüchlichkeit finde ich interessant. Irgendwo schwirren immer noch implizit die "Rabenmutter" Vorwürfe herum, wenn eine Mutter arbeiten geht, bleibt sie Zuhause...ist das zwar "gut für die Kinder" und findet auch den Zuspruch der Nachbarn, aber irgendwie ist das Vollzeit- "Homeoffice" auch nicht allgemein gut angesehen.

    Sehe nur ich diesen Druck, möglichst auf beiden Parketts eine tolle Figur zu machen? Ein paar meiner Bekannten haben aus dem Grund (und nur aus dem Grund) sogar mit einer Promotion angefangen...Das ist etwas, womit man sich die Fragen nach Karriere wieder ein paar Jahre vom Leib hält...Obwohl es dann wahrscheinlich wie ein Bumerang zurückkommt. Jetzt auch noch promoviert und Zuhause?

  2. #2

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    AW: Gesellschaft und ihre Ansprüche an Mütter? Wirklich realistisch?

    Hm, ich bekomme gar nicht so recht mit, was die Ansprüche eigentlich sind (also ich rede mal nicht hier von der BriCom, sondern vom persönlichen Umfeld). Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich nicht so der Typ bin, an dem Leute rumkritteln, ich habe schon in der Schwangerschaft und dann später bei den Kindern wenig ungefragte Ratschläge bekommen (außer von meiner Mutter, aber das ist nochmal ein spezielles Thema).

    Ich glaube schon, dass es im Bewusstsein der Leute inzwischen mehr verankert ist, dass sich auch aufgrund geringerer zu erwartender Renten etc. niemand mehr wirklich leisten kann, nach der Geburt der Kinder für den Rest seines Arbeitslebens zu Hause zu bleiben (oder nur 400-Euro-Jobs zu machen). Wie realistisch das dann ist, mag dahingestellt sein.

    Mir ist an mir selbst aufgefallen, dass ich oft bei Frauen, bei denen ich eigentlich eine Rückkehr in den Beruf erwartet hätte, beim 3. Kind dann gedacht habe "okay, die will wohl doch lieber Vollzeit-Mutter sein als wieder arbeiten". Kann aber auch daran liegen, dass ich mit 2 Kindern schon merke, was das für ein Kraftakt ist (jedenfalls, wenn sie noch klein sind), und mir das mit 3 Kindern so gar nicht vorstellen kann. Aber mir macht mein Beruf auch so viel Spaß, dass ich mir das nicht vorstellen könnte, ihn ganz aufzugeben. Gleichzeitig finde ich es zur Zeit ideal, auch noch ab nachmittags ca. 15:30 Uhr (wenn wir nach der Abholrunde zu Hause aufschlagen) Zeit für die Kinder zu haben, und morgens nicht so tierisch früh loshetzen zu müssen (die Kinder liefere ich bis 9 Uhr ab).

    Was mir immer wieder auffällt ist, dass ich manchmal staune, wie easy manche Frauen Beruf und 2-3 Kinder zu wuppen scheinen, der Haushalt ist auch noch ordentlich, aber dann stellt sich raus, die arbeiten nur 15 Stunden die Woche, haben aber die Kinder in einer Ganztagsbetreuung (also bis 16 Uhr). Dann ist nachmittags der Haushalt trotzdem tipptopp, und sie machen noch irgendwelche pädagogisch wertvollen Dinge mit ihren Kindern. Denen wird übrigens nie angekreidet, dass die armen Kinderlein sooo lange in der Kita sind. Manchmal habe ich schon das Gefühl, die brauchen die Arbeit um eine Ausrede zu haben, die Kinder den größten Teil des Tages auszulagern und mal andere Menschen zu sehen, aber die Arbeit selbst ist ihnen nicht so wichtig.
    Ich habe schon das Gefühl, für die "Gesellschaft" ist das der Idealfall, d.h. die Mütter bleiben irgendwie in ihrem Job (auch wenn sie mit den paar Stunden nur "niedere Arbeiten" erledigen im Vergleich zu ihrer Qualifikation, wenn wir jetzt mal von den Akademikerinnen reden) und können dann nach der Kinderphase wieder Vollzeit arbeiten. Gleichzeitig haben sie noch genug Zeit, sich auch im Kindergarten, Schule etc. zu engagieren und ehrenamtliche Arbeit zu leisten.
    Aber laut sagen würde das glaube ich niemand, dass man sich wünscht, dass die Mütter eben nur ein kleines bisschen arbeiten. Aber vielleicht hast Du recht, vielleicht ist es das, was in den Köpfen als Ideal gilt.
    Geändert von Tigerente (04.06.2012 um 13:27 Uhr)

  3. #3
    Farmelli
    gelöscht

    AW: Gesellschaft und ihre Ansprüche an Mütter? Wirklich realistisch?

    Zitat Zitat von mrshall_reloaded Beitrag anzeigen
    Irgendwo schwirren immer noch implizit die "Rabenmutter" Vorwürfe herum, wenn eine Mutter arbeiten geht
    Wer bringt denn diese Vorwürfe?


    Der Knackpunkt ist - glaube ich: was macht der Mann?

  4. #4

    Registriert seit
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    AW: Gesellschaft und ihre Ansprüche an Mütter? Wirklich realistisch?

    Zitat Zitat von Farmelli Beitrag anzeigen
    Der Knackpunkt ist - glaube ich: was macht der Mann?
    Das ist nicht so sehr der Knackpunkt, wie Du denkst. In meinem Umfeld macht der Mann in 98% der Fälle einen Vollzeitjob. Wenn dieser es von den Arbeitszeiten her erlaubt, bringt er die Kinder morgens in den Kindergarten oder setzt sie an der Schule ab. Das war's. Nachmittags variiert das, von den Männern, die schon um 17 Uhr zu Hause sind bis hin zu denen, die erst um 20 Uhr oder später nach Hause kommen.

    Bei den Frauen ist die Varianz einfach größer.

  5. #5

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    AW: Gesellschaft und ihre Ansprüche an Mütter? Wirklich realistisch?

    Zitat Zitat von Farmelli Beitrag anzeigen
    Wer bringt denn diese Vorwürfe?


    Der Knackpunkt ist - glaube ich: was macht der Mann?
    Setzt vorraus dass es einen Mann noch gibt.
    Oder fallen alleinerziehende Mütter aus dem Raster?

    Überlege gerade wie das bei Alleinerziehenden eigentlich ist.
    Wie sind da die Ansprüche zwischen Alleinerziehenden und Gesellschaft...

    LG
    Caramon

  6. #6
    VIP Avatar von xanidae
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    AW: Gesellschaft und ihre Ansprüche an Mütter? Wirklich realistisch?

    Ich erlebe, dass sich die Ansprüche der Gesellschaft verändern.
    Als ich beim ersten Kind nach 3 Monaten wieder arbeiten ging und meinem Mann die Versorgung des Kindes überließ, war das Geschrei groß. Mein Vater war entspannt, meine Mutter entsetzt. Meine Schwiegereltern atmeten tief, sagten aber nix. Die Tanten fanden es toll.
    Das war aber nix gegen die Treffen mit anderen Müttern, die mich fragten 'Wie machst du das dann mit dem stillen?'. 'Wechselt dein Mann die Windeln'?



    Auch meine männlichen Kollegen fanden unsere Situation seltsam. Während die Frauen unsere Entscheidung positiv kommentierten.
    Das war 2004.
    Also noch nicht zu lange her.

    Durch die Veränderung der Elternzeit, scheint es eine Veränderung dieser Ansprüche zu geben. Nach einem Jahr hat die Frau wieder zu arbeiten. 2 Monate Väterzeit werden bejubelt. Wer mehr Kinder will, plant geschickter, d. h. nach dem ersten Kind steigt die Frau wieder voll ein, wenn sie beim zweiten Kind wieder ein Jahr Kinderbetreuung übernimmt, und der Mann reduziert oder bezahlt das Aupair. Alternativ geht der Mann in Elternzeit - das ist aber selten.

    Obwohl ich vermehrt Drittkinder bemerke, scheint es doch so zu sein, als seien diese nicht geplant gewesen. Zumindest äußern sich die Eltern so. Nur von einem 3.Kind weiß ich, dass es geplant war. Denn da sprach die Mutter schon darüber, als das zweite noch kein Jahr alt war und das gebaute Haus bekam drei Kinderzimmer.

    Ob die Entscheidung für das dritte Kind quasi eine Entscheidung für Nicht-bezahlte-Arbeit ist, kann ich nicht beurteilen. Ich bin aber ehrlich gesagt überrascht, wie viele von denen gerade im Hausbau/-renovierung stecken und die Ausbildung hochgradig akademisch ist (beide studiert, mind. einer Dr. Titel), Arbeitsplätze in Teilzeit und mit Homeoffice vorhanden sind und das dritte Kind kommt. Also mich würde die Kombi 'Hausbau/3 Kinder unter 5' wahnsinnig machen.

    Ich habe nie einen Druck verspürt arbeiten zu gehen. Das war für mich eine logische Entscheidung. Im Moment arbeite ich weniger, weil ich meiner Ausbildung einen akademischen Grad hinzufügen muss und möchte. Das ist eben mein bzw. unser '3.Kind'. Dies sorgt dafür, dass ich zum ersten Mal seit ich mit meinem Mann zusammen bin, wirklich von ihm abhängig bin. Das finde ich so sch*§%.

    Die Elternzeit und die Tendenz zur späten Geburt, scheint auch für eine schnelle Folge von Kindern zu sorgen. So sind Kinder im Abstand von unter 2 Jahren nicht ungewöhnlich. Man erhält dann auch mehr Elterngeld.
    Ob dies Berechnung ist, weiß ich nicht.

    Wir haben viele Möglichkeiten, aber nicht immer die Entscheidungsfreiheit. Deshalb finde ich den Druck der Gesellschaft, den viele spüren unnötig und auch unverschämt.

    Ich hoffe für alle Eltern, auch die Alleinerziehenden, dass sie sich so gut wie möglich mit den Gegebenheiten und Familie arrangieren können. Mit so wenig Abstrichen wie nötig.

    Wir sind die Gesellschaft.
    Kopf hoch, wenn der Hals auch dreckig ist.

    Verfasser (mir) unbekannt

  7. #7

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    AW: Gesellschaft und ihre Ansprüche an Mütter? Wirklich realistisch?

    Zitat Zitat von Caramon Beitrag anzeigen

    Überlege gerade wie das bei Alleinerziehenden eigentlich ist.
    Wie sind da die Ansprüche zwischen Alleinerziehenden und Gesellschaft...
    jedenfalls unterschiedlich für Männer und Frauen. Wir haben im Bekanntenkreis den Fall eines alleinerziehenden Vaters, die Mutter hat die Familie wegen psychischer Probleme verlassen, als der Sohn 4,5 Jahre und die Tochter gut 1 Jahr alt war. Trotzdem hat der Vater nur während der Krippeneingewöhnung der Kleinen minimal reduziert, alle reden ihm zu, bloß nicht auf Teilzeit zu gehen, obwohl ich immer noch denke, den Kinder hätte es gut getan, gerade in der Krisenphase (in der der Vater ja noch ohne Probleme Teilzeit in der Elternzeit hätte nehmen können) etwas mehr vom Vater zu haben statt der eingesprungenen Tante/Großeltern - ich weiß auch, dass es finanziell möglich gewesen wäre.

    Ich möchte bezweifeln, dass irgendwer einer Mutter in der gleichen Situation geraten hätte, unbedingt auf Vollzeit zu bleiben, selbst wenn sie finanziell dann auf Unterstützung vom Sozialamt o. ä. angewiesen gewesen wäre.

    Ach so, @xanidae: von den Drittkindern, die ich kenne, sind 2/3 definitiv gewollt gewesen - und in einem Fall bin ich sicher, dass da jemand absichtlich ein wenig mit der Verhütung geschlampt hat, weil die Vernunft gesagt hat, lass es, und das Herz sich nach noch einem Baby gesehnt hat.

  8. #8
    Floresta
    gelöscht

    AW: Gesellschaft und ihre Ansprüche an Mütter? Wirklich realistisch?

    Hallo zusammen!
    Ein interessantes Thema und ich gebe gleich mal meine persönliche Erfahrung / Gefühle dazu...

    Ich bin gerade im 5.Monat (das erste...) und freue mich sehr. Aber die unterschiedlichen Ansprüche von Gesellschaft, Partner, Familie und dann auch noch meine Ansprüche an mein (!) Leben, meine Berufstätigkeit, die auf mich einprasseln, machen mich wahnsinnig. Vor meiner Schwangerschaft habe ich mir darüber kaum Gedanken gemacht und jetzt merke ich, wie sich dadurch eine Menge verändert, Partnerschaft, Familie, Freundschaft und die Ansprüche, die an mich gestellt werden.

    Frau muss dieses und jenes, nach der Geburt wieder tipptopp aussehen, am besten während der Schwangerschaft nicht zunehmen, einen tollen Job haben, aber nicht zuuuuu toll und voll im Glück der Mutterschaft aufgehen.

    Versteht mich nicht falsch, ich liebe mein Kleines, aber mich auch! Ich bin momentan beruflich etwas ausgebremst (nicht aufgrund der Schwangerschaft, hat andere Gründe), aber plane bereits die nächsten Schritte. Ich bin karriereorientiert, möchte und brauche Erfolg / Bestätigung von außen. Ich habe viel investiert, habe hart gekämpft und das bisher Erreichte und meine Selbständigkeit, insbesondere die finanzielle, möchte ich zumindest erhalten. Meinen Partner nehme ich in Pflicht. Es kann und darf nicht alles an mir hängenbleiben!

    So - und bereits jetzt habe ich das Gefühl, ich sei eine Rabenmutter und eine Rabenpartnerin dazu. Habe das Gefühl, ich fühle zu wenig und bin genervt von all diesen still nach oben gezogenen Augenbrauen der anderen....

    so, das musste mal raus :-)

    ... Vielleicht mache ich mir auch zuviele Gedanken, das kann sein und es ist alles viiiiiel entspannter als ich denke?!

    Liebe Grüße
    Floresta

  9. #9

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    AW: Gesellschaft und ihre Ansprüche an Mütter? Wirklich realistisch?

    Muttis die arbeiten oder eben nicht....

    Jeder wie er es kann, braucht und mag...
    Die Hauptgefahr besteht darin, dass wenn eine Mami sich entscheidet Vollzeitmami zu werden und Ihre gesamte Kraft in die Familie zu legen sie sich 100% wirtschaftlich abhängig macht von dem Hauptverdiener, dem Gatten.... Was tun wenn die Paarbeziehung doch eines Tages instabil wird? Die gute Frau hat ein Abkommen gehabt, ihm den Rücken frei gehalten, die neuen Scheidungsgesetze machen einen automatisch zum Hartz Fall... Auch im Hinblick auf die Rente wird es kritisch...

    Familienfreundlichkeit wird in D propagiert mit Betreuungsplätzen damit die Damen produktiv die Wirtschaft unterstützen, die Herdpremie, netter Gedanke, jedoch so gering dass sie wohl gerne von Menschen in Anspruch genommen werden könnte, wo die Kids in einer Kita im Hinblick auf Förderung besser aufgehoben wären.

    Karriereorientierte Frauen werden völlig gebremst sobald sie schwanger sind, der Arbeitgeber stellt sie schnell in die 2. Reihe, die einzige Chance ist dort wirklich nach 6 Wochen wieder anzutreten um den Anschluss nicht zu verlieren.
    Bekommt eine männliche Führungskraft auf dem Golfplatz einen Herzinfarkt, kein Thema, der kann in einem halben Jahr wiederkommen, doch beim Kinder kriegen sieht es ganz anders aus.

    Ein wenig mehr Toleranz und auch Sicherheit für jegliche Form des Mama seins würde ich mir doch in unserer Gesellschaft wünschen. Da wichtigste ist doch dass die Kinder glückliche Mamas haben, denn diese können sie glücklich erziehen. Eine gefrustete Berufsmama oder Vollzeitmama sind nicht immer das Beste für Kinder und Familie....
    Veranoazul - Blauer Sommer

  10. #10

    Registriert seit
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    156

    AW: Gesellschaft und ihre Ansprüche an Mütter? Wirklich realistisch?

    Zitat Zitat von Floresta Beitrag anzeigen
    Versteht mich nicht falsch, ich liebe mein Kleines, aber mich auch! Ich bin momentan beruflich etwas ausgebremst (nicht aufgrund der Schwangerschaft, hat andere Gründe), aber plane bereits die nächsten Schritte. Ich bin karriereorientiert, möchte und brauche Erfolg / Bestätigung von außen. Ich habe viel investiert, habe hart gekämpft und das bisher Erreichte und meine Selbständigkeit, insbesondere die finanzielle, möchte ich zumindest erhalten. Meinen Partner nehme ich in Pflicht. Es kann und darf nicht alles an mir hängenbleiben!

    So - und bereits jetzt habe ich das Gefühl, ich sei eine Rabenmutter und eine Rabenpartnerin dazu. Habe das Gefühl, ich fühle zu wenig und bin genervt von all diesen still nach oben gezogenen Augenbrauen der anderen....

    so, das musste mal raus :-)

    ... Vielleicht mache ich mir auch zuviele Gedanken, das kann sein und es ist alles viiiiiel entspannter als ich denke?!

    Liebe Grüße
    Floresta
    Hallo Floresta,

    mach dir bloß keinen Kopf wegen der "hochgezogenen Augenbrauen" anderer ;-). Ich finde, du hast eine tolle Einstellung zu dem Thema. Die Väter werden viel zu oft "vergessen" und nur die Frauen müssen sich entscheiden. Wenn aber der Vater mitzieht und man sich als Paar einig ist, da geht ganz viel!
    Du kannst dir vielleicht vorstellen, wie blöd unser Umfeld im Jahr 2000 geschaut hat, als ich mit drei Kleinkindern wieder studieren ging und mein Mann einen Teil der Kinderbetreuung und Hausarbeit übernahm. Aber für uns hat es gepasst. Die inzwischen "großen" Kinder (unser Sohn macht nächstes Jahr Abi) danken es uns damit, dass sie eine sehr gute Beziehung zu uns beiden haben - und dass, obwohl wir inzwischen als Paar getrennt sind. Und wir sind beide froh, dass jeder seinen Job hat und wir beide weiterhin gut leben können, ohne schlechtes Gewissen und ohne finanzielle Nöte.

    Diesen Aspekt übersehen nämlich viele, wenn sie sich für ein Kind entscheiden. In den meisten Fällen tragen die Frauen das höhere Risiko. Die Männer stehen dem Thema oft nur "wohlwollend" gegenüber. Wenn es aber zur Trennung kommt, dann haben die Männer ihre sicheren Jobs und die Frauen die Pflicht, sich (wieder) selber zu versorgen. Aber nach 5 - 10 Jahren Familienpause sind die Aussichten auf einen gleichwertigen Job (den die Frauen oft zu Beginn der Beziehung haben) eher eine Illusion.

    Daher kann ich es jedem Paar nur empfehlen, sowohl die "Risiken" als auch die Freuden des Kinderhabens gleichmäßig auf beide Schultern zu verteilen.

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