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  1. #111
    Lotterle
    gelöscht

    AW: Studiert, jetzt Hausfrau und Mutter

    ROWEENA:

    Okay, "besonderer" Wertschätzung bedarf es vielleicht nicht, aber auch nicht einer "Abwertung".

    Du schreibst: "...und da sehe ich auch den Unterschied: ja, ich finde es was anderes, ob man zuhause auf die eigenen 1 bis 3 Kinder aufpasst oder die 1 bis 3 (bis 20) Kinder anderer Leute betreut. Himmelweiter Unterschied."

    Kannst du das näher erklären, wieso das für dich ein himmelweiter Unterschied ist? Meinst du das in Bezug auf die Wertschätzung an sich?

  2. #112
    Lotterle
    gelöscht

    AW: Studiert, jetzt Hausfrau und Mutter

    Ich finde das generell blöd, wenn man den anderen Lebensentwurf abwerten muss, um den eigenen aufzuwerten - das wollte sich so ganz allgemein mal loswerden!

  3. #113
    Roweena
    gelöscht

    AW: Studiert, jetzt Hausfrau und Mutter

    Zitat Zitat von Lotterle Beitrag anzeigen
    ROWEENA:

    Okay, "besonderer" Wertschätzung bedarf es vielleicht nicht, aber auch nicht einer "Abwertung".

    Du schreibst: "...und da sehe ich auch den Unterschied: ja, ich finde es was anderes, ob man zuhause auf die eigenen 1 bis 3 Kinder aufpasst oder die 1 bis 3 (bis 20) Kinder anderer Leute betreut. Himmelweiter Unterschied."

    Kannst du das näher erklären, wieso das für dich ein himmelweiter Unterschied ist? Meinst du das in Bezug auf die Wertschätzung an sich?
    Das ist der Punkt, der noch bei mir arbeitet. Ich fühle den Unterschied, weiß aber keine guten Worte dafür.

    Die Kindergartenangestellte macht das als ihren Job, so wie andere Briefe austragen. Dass alle Berufe, die mit dem Umgang mit Menschen zutun haben, gerade auch mit kleinen, wahnsinnig anspruchvoll sind, das ist mir klar. Aber prinzipiell ist es doch erstmal ihre Arbeit, wie andere auch arbeiten gehen, und sie bekommt von mir erstmal dafür die Wertschätzung, die andere Arbeitende auch bekommen.
    Allerdings: es sind nicht ihre Kinder, und auch, wenn Kindergartenangestellte ihre Pappenheimer bald kennen und ja auch einige Zeit betreuen, werden es nie die eigenen. Verbundenheit, Kenntnis auf emotionaler Ebene, freier, lockerer Umgang, die Möglichkeit, dass Fehler auf beiden Seiten verziehen werden - all das fehlt da. Und deswegen sehe ich das eben doch mehr als einen Job und als mehr Aufwand an, als das eigene Kind zu betreuen. Es ist Arbeit, nicht Zusammenleben, was da stattfindet. Wenn die Betreuung einen Scheißtag hat, muss sie sich viel mehr zusammenreißen als die Eltern das zuhause tun würden, und über die Sachen, die gut laufen oder wo das Kind sich toll entwickelt, kann sie sich auch freuen, aber wahrscheinlich letztendlich doch nie so sehr wie die Eltern.

    Zur Wertschätzung von Eltern: Kindererziehung an sich bekommt meine Wertschätzung, das ja, allerdings nur soweit, als es keine Religion wird.
    Und die vollzeitarbeitende Mama, die nach einem 8-Stunden-Tag nach Hause kommt und dann noch 1 Stunde mit dem Lütten spielt hat sie genauso verdient wie die Hausmama, die den ganzen Tag zuhause verbringt. Weil es um das gleiche geht. Ich wüßte nicht, warum die Zuhausebleibende dann dringend mehr Wertschätzung braucht.

  4. #114
    Roweena
    gelöscht

    AW: Studiert, jetzt Hausfrau und Mutter

    Zitat Zitat von Lotterle Beitrag anzeigen
    Ich finde das generell blöd, wenn man den anderen Lebensentwurf abwerten muss, um den eigenen aufzuwerten - das wollte sich so ganz allgemein mal loswerden!
    Das sowieso. Da hast Du völlig recht.

  5. #115
    Lotterle
    gelöscht

    AW: Studiert, jetzt Hausfrau und Mutter

    ROWEENA, ich denke, ich verstehe, was du meinst. Bei Beiden geht es um die "gleiche Aufgabe", aber die Angestellte muss das in einem festgesteckten zeitlichen und sonstigen Rahmen machen, muss zur Arbeitsstelle fahren u.s.w. Allerdings bekommt sie die Wertschätzung in Form eines Gehaltes...hm ja, man kann es schwer vergleichen stelle ich gerade fest. Danke, du hast da bei mir auch gerade Überlegungen in Gang gesetzt!

    Zu deinem letzten Absatz zur Wertschätzung von Eltern - bin ganz deiner Meinung!
    Es wäre schön, wenn das beide Frauen von deinem Beispiel so sehen könnten, ansatt sich gegenseitig anzupieseln *lach*, was ja oft der Fall ist.

  6. #116

    Registriert seit
    02.06.2003
    Beiträge
    3.835

    AW: Studiert, jetzt Hausfrau und Mutter

    Erzieherinnen erziehen fremde Kinder gegen Geld.
    Eltern erziehen ihre eigenen.

    Selbstverständlich gibt es für die erste Tätigkeit geld, für die zweite nicht.

    Entsprechen gibt es Geld, wenn jemand im Pfegeberuf einem anderen Menschen den Hintern abwischt. Mach ich das bei mir, schätzt das niemand wert. Gleiche Tätigkeit.

    Ich denke schon, dass viele Frauen in Bezug auf ihre Kinder das Heft gar nicht aus der Hand geben wollen. "In den ersten drei Jahren gehört das Kind zu seiner Mutter!" hört man immer noch sehr oft. Auch sind sehr viele der Ansicht, dass ein kleines Kind, wenn man es denn schon fremdbetreuen lässt, bitte innerhalb der Familie bleiben soll. Ich konnte das nie nachvollziehen, warum die Oma das besser kann, als eine Tagesmutter. Die Tagesmutter wähle ich doch nach ihren Erziehungskompetenzen aus, und kann vieles vertraglich regeln. Bei der Oma hab ich keine Auswahl. Unsere Tagesmutter war jedenfalls um Meilen geeigneter, als eine Verwandte es gewesen wäre...

    Ich hab vor 16 Jahren mit einem halbjährigen Kind vorübergehend Vollzeit gearbeitet. Dabei wurde ich gefragt, ob ich nicht ständig an das Kind denken müsse. Dabei war das Kind gut versorgt, beim erziehungsurlaubenden Papa.
    Für mich liegt darin das Geheimnis: Nimmt nur die Mutter eine Auszeit, wird sie in dieser Zeit zur Expertin für Kind und Haushalt. Sie kann es dann vielleicht wirklich besser als der Vater. Eine ebensolange Auszeit für den Vater würde diesem ermöglichen, zum Kind eine gute Beziehung aufzubauen. Anschließend gibt es zwei echte Bezugspersonen und hälftige Arbeitsteilung ist kein Problem mehr. Auch muss die Mutter dann nicht mehr helikoptermäßig über ihrem heranwachsenden Kind kreiseln, da sie natürlicherweise wieder langsam aus der Erziehungsaufgabe heraus und tiefer in den Beruf hinein wächst. Allen wäre damit gedient.

  7. #117
    Avatar von Hummelchen
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    AW: Studiert, jetzt Hausfrau und Mutter

    Eine ebensolange Auszeit für den Vater würde diesem ermöglichen, zum Kind eine gute Beziehung aufzubauen. Anschließend gibt es zwei echte Bezugspersonen und hälftige Arbeitsteilung ist kein Problem mehr. Auch muss die Mutter dann nicht mehr helikoptermäßig über ihrem heranwachsenden Kind kreiseln, da sie natürlicherweise wieder langsam aus der Erziehungsaufgabe heraus und tiefer in den Beruf hinein wächst. Allen wäre damit gedient.
    Das sehe ich genauso, Zilpzalp.
    Horch – ein Schrank geht durch die Nacht, voll mit nassen Hemden
    den hab ich mir ausgedacht, um euch zu befremden.

    Bernstein

  8. #118
    Avatar von Palma
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    AW: Studiert, jetzt Hausfrau und Mutter

    Zitat Zitat von zilpzalp70 Beitrag anzeigen
    Entsprechen gibt es Geld, wenn jemand im Pfegeberuf einem anderen Menschen den Hintern abwischt. Mach ich das bei mir, schätzt das niemand wert. Gleiche Tätigkeit.
    Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, gibt es dafür kein Geld. Lasse ich mich vom Taxi fahren, muss ich zahlen. Gleiche Tätigkeit. Oder meinst du, jemand müsste mich dafür bezahlen, wenn ich mich durch die Gegend kutschiere?

    Zitat Zitat von zilpzalp70 Beitrag anzeigen
    Ich konnte das nie nachvollziehen, warum die Oma das besser kann, als eine Tagesmutter.
    Omas (und Opas) haben in der Regel eine starke emotionale Bindung zu ihren Enkelkindern - und diese emotionale Zuwendung halte ich für extrem wichtig. Omas/Opas, die zu ihren Enkelkindern keinen besonderen Draht haben, sind entbehrlich .. da gebe ich dir recht.
    Ich bin nicht entsetzt. Es ist das Leben. (Franz Josef Wagner)
    Männer und andere Trolle ... (Gesine Agena)

  9. #119
    gesperrt
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    AW: Studiert, jetzt Hausfrau und Mutter

    Zitat Zitat von Palma Beitrag anzeigen
    Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, gibt es dafür kein Geld. Lasse ich mich vom Taxi fahren, muss ich zahlen. Gleiche Tätigkeit. Oder meinst du, jemand müsste mich dafür bezahlen, wenn ich mich durch die Gegend kutschiere?

    Omas (und Opas) haben in der Regel eine starke emotionale Bindung zu ihren Enkelkindern - und diese emotionale Zuwendung halte ich für extrem wichtig. Omas/Opas, die zu ihren Enkelkindern keinen besonderen Draht haben, sind entbehrlich .. da gebe ich dir recht.

    Richtig.

    Wenn man Großeltern hat, die eine Bimdung zu einem haben, das tut der emotionalen Sicherheit eines Kindes gut.

    Wie sieht denn die Realität in einem Kiga aus?

    Personalwechsel. Ständig fällt eine Erzieherin tageweise aus und der Personalschlüssel passt nicht mehr.

    Es ist sicher besser für Kleinkinder die Nummer Uno bei ihren emotional beteiligten Großeltern zu sein (sofern sie eine normale Beziehung haben, und das ist ja in der Mehrheit aller Fälle GsD so) und gefördert zu werden, als ein Kind von von vier oder fünf anderen Kindern zu sein.

    Mir ist auf jeden Fall aufgefallen, dass die Erzieherinnen unserer Kigas vor Ort, selber ihren Kindern so etwas nicht antun und nach der Geburt erst einmal eine ganze Zeit zu Hause bleiben, und dann stundenweise gemeinsam mit ihren Kindern in die Kigas kommen.

    Und das spricht nun wirklich für sich.

  10. #120

    Registriert seit
    02.06.2003
    Beiträge
    3.835

    AW: Studiert, jetzt Hausfrau und Mutter

    Zitat Zitat von Dani Beitrag anzeigen

    Es ist sicher besser für Kleinkinder die Nummer Uno bei ihren emotional beteiligten Großeltern zu sein (sofern sie eine normale Beziehung haben, und das ist ja in der Mehrheit aller Fälle GsD so) und gefördert zu werden, als ein Kind von von vier oder fünf anderen Kindern zu sein.

    Mir ist auf jeden Fall aufgefallen, dass die Erzieherinnen unserer Kigas vor Ort, selber ihren Kindern so etwas nicht antun und nach der Geburt erst einmal eine ganze Zeit zu Hause bleiben, und dann stundenweise gemeinsam mit ihren Kindern in die Kigas kommen.

    Und das spricht nun wirklich für sich.
    Nummer Uno zu zein ist sicherlich schön für die Kinder. Ob es auf Dauer aber das beste ist? Ich glaube nicht. Die Notwendigkeit, sich in eine kleine Gemeinschaft einzufügen, eigene Bedürfnisse mal aufschieben zu müssen, würden sie in einer kleinen Kindergruppe bei einer Tagesmutter oder in der Krippe leichter lernen. Und genau das fehlt vielen Kindern heute.

    Dass Erzieherinnen lieber bei ihren Kindern zu Hause bleiben, als eine Fremdbetreuung zu finanzieren um selbst arbeiten zu gehen, könnte auch an ihrem Gehalt liegen: Ich kann mir vorstellen, dass diese Familien Weniger geld haben, wenn die Erzieherin arbeitet und ihr Kind fremdbetreuen lässt, als wenn sie zu Hause bleibt.

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