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  1. #51
    Avatar von olfi
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    smile AW: Wie mit depressiver Phase des Partners umgehen?

    Zitat Zitat von Blueee
    Mein Freund hat gerade eine ganz furchtbar depressive Phase. Der Satz "am liebsten würd ich mein Kind nehmen und ganz weit weg gehen, wo mich niemand kennt, weil mich meine Vergangenheit einholt." Sagt alles.
    Leider sagt er auch, dass er nicht weiß, ob das mit uns wieder funktionieren wird.
    Harte Worte, sie tun auch weh. Er sagt, er will, dass abends jemand für ihn da ist, wenn er nach Hause kommt. Er will in den Arm genommen werden.
    Frag ich ihn, ob ich heute Abend zu ihm kommen soll, lehnt er das mit einem NEIN ab. Er will seine Ruhe, er muss damit allein zurecht kommen.
    ...
    Bin ganz verunsichert
    Liebe Blueee,
    erst mal einen für dich wegen der aktuellen Situation.
    Ich fang aber trotzdem mal mit einer sanften Kritik an dir an (keine Angst, es kommt noch härter...),

    besser gesagt, Kritik an der Art, wie du hier dein Problem postest:
    Einigermaßen Bri-erfahren habe ich erst mal geguckt, was du sonst noch in der Bri geschrieben hast, und bin auf den Strang mit seiner Ex und der möglichen Schwangerschaft gestoßen.
    Hmmm... da kann man jetzt überlegen, ob das zwei verschiedene Paar Schuhe sind, oder ob das zusammengehört...

    Ich finde es immer leichter, eine Situation zu beurteilen, wenn ich möglichst umfassende, detaillierte Informationen habe, möglichst das wesentliche vom unwesentlichen getrennt und in einer sinnvollen Chronologie.

    Bei der Beschreibung eurer Situation fehlt mir ganz viel. Seine Situation vor eurer Beziehung, deine Situation vor der Beziehung, wie habt ihr euch kennengelernt, wie war der Anfang und auf welchem Boden steht die Beziehung, wie und warum kamen die Probleme, was hast du selbst erlebt, was hat er erzählt. Außerdem ganz einfache Dinge wie Alter, Familienhintergrund, Wohn- und Arbeitsverhältnisse... Immerhin weiß ich, daß du ein Pferd hast...

    O.k., o.k., das klingt jetzt fast nach Inquisition, ist aber nichts anderes als die Basis-Anamnese, die auch jeder Therapezt machen muß, wenn er nur einigermaßen sinnvolle Ratschläge geben will.

    Trotzdem kann man dem, was du geschrieben hast, einiges entnehmen, und hier folgt meine Haupt-Kritik an eurer Beziehung:
    Ihr kommuniziert miserabel.

    Er sagt nichts (bzw. zieht sich zurück), und du traust dich vor Schreck nicht mehr, über heikle Themen zu reden.

    Wenn ihr da nicht schnell runterkommt davon, könnt ihr vielleicht eure Beziehung halten, mit etwas Glück, aber es wird keine wirklich gute Beziehung werden.

    Rede mit ihm. Zwing ihn, daß er mit dir redet. Mach das nicht unter Androhungen, aber frag ihn nicht, ob du kommen darfst, sondern komm einfach. Du bist seine Freundin, du darfst jederzeit zu ihm kommen. Drück ihm nicht ätzende Problemgespräche auf, sondern mach nette Spaziergänge, und löse die Hintergründe aus ihm heraus, wenn ihr gleichzeitig eine große körperliche Nähe habt, zum Beispiel eingehakt nebeneinander geht, Händchen haltet etc.

    Thema Depression: 1.) Ist es überhaupt sicher, daß es eine Depression ist, 2.) jede Depression ist anders... was bei einem richtig ist, muß beim andern überhaupt nicht passen. Daß das medizinisch bzw. pharmakologisch leicht heilbar ist, ist ein Gerücht, das immer wieder gerne gestreut wird, um Depressive zu ermutigen, überhaupt aus ihrem Loch hervorzukommen. Schwere Depressionen unter ungünstigen Lebensumständen sind nur sehr schwer oder gar nicht heilbar. Wie schon jemand im Strang richtig geschrieben hat: Ratschläge umzusetzen im Sinn von "jetzt mach doch einfach mal das und das" oder "reiß dich zusammen", das ist schlicht nicht möglich.

    Depression (im Gegensatz zur depressiven Verstimmung) wirklich zu verstehen ist fast nicht möglich. Das bewegt sich etwa auf dem Niveau, jemandem einen Orgasmus zu erklären, der noch nie einen hatte...

    Trotzdem hier einen Ratschlag für dich: Biete ihm deine Nähe an (allerdings nicht verbal, sondern durch Handeln); wenn er sie nicht haben will, komm trotzdem zu ihm. Er braucht dich und wird dankbar sein, auch wenn er es nicht zugibt.
    Falls er dich wirklich nicht aushält, hätte eure Beziehung vermutlich eh keine Chance. Ich denke da auch an seine widersprüchliche Aussage, daß er abends in den Arm genommen werden möchte, aber alleine sein will...

    Finde den Weg, mit ihm auch über schwierige Dinge zu reden, ohne daß es erdrückend wird.
    Ich habe in einem Film mal einen schönen Vergleich gehört, wie man einen Degen beim Fechten halten muß: Wie einen kleinen Vogel - locker, damit du ihn nicht erdrückst, aber fest genug, daß er nicht davonfliegt.

    Ein letztes: Wenn ich es richtig verstanden habe, seid ihr acht Monate zusammen. Da wird es wirklich Zeit, sich kennenzulernen und sich zu vertrauen.

    Blümchen für dich, und auch für die anderen Bri-User, die hier schreiben!
    Liebe Grüße
    olfi

  2. #52

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    AW: Wie mit depressiver Phase des Partners umgehen?

    Trotzdem hier einen Ratschlag für dich: Biete ihm deine Nähe an (allerdings nicht verbal, sondern durch Handeln); wenn er sie nicht haben will, komm trotzdem zu ihm. Er braucht dich und wird dankbar sein, auch wenn er es nicht zugibt.
    Falls er dich wirklich nicht aushält, hätte eure Beziehung vermutlich eh keine Chance. Ich denke da auch an seine widersprüchliche Aussage, daß er abends in den Arm genommen werden möchte, aber alleine sein will...

    Wenn es mir so geht, ist mir egal wer da sitzt.
    Es nervt unbändig.
    Es ist dann nicht an diesem Menschen gelegen, sondern an mir.
    Und ich bin dann nicht dankbar.
    Wenn die Phase wieder vorbei ist, ändert sich auch meine Einstellung wieder auf *normal*.

    Dieses depressive Verhalten in der Depression nun auf die Beziehung zu münzen die eigentlich auf gesunde Zeiten gründet, ist schlicht falsch.

    Das lieben geht dann auch nicht, es kommen keine Dankbarkeitsgefühle, Schmetterlinge... es ist einfach alles ausgeschaltet.

    Es geht da nicht um sie persönlich !!!
    Beziehungsprobleme besprechen würde ich nur, wenn es ihm gut geht wieder.

  3. #53
    Avatar von Blueee
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    AW: Wie mit depressiver Phase des Partners umgehen?

    Liebe Olfi,

    Danke - auch für die kritischen Äußerungen.

    Die Erfahrung, die ich mit ihm gemacht habe zeigt, dass ich ihn NICHT zum Reden zwingen kann. Schon gar nicht in so einer Situation.

    Und ebenso wenig kann ich ihm meine Nähe nicht aufzwingen. Das kenn ich von mir. Da muss ich nur mies drauf sein, da will ich NIEMANDEN um mich haben, mich würde das höllisch annerven und es gäbe nur Streit.

    Wir können durchaus kommunizieren, aber jetzt gerade nicht. Und das versteh ich sogar, denn das ist mit mir auch nicht möglich, wenn ich mies drauf bin.

    Ob er tatsächlich depressiv ist, eine depressive Verstimmung oder miese Laune hat, kann ich als Laie nicht beurteilen. Es ist "nur" so, dass er gerade in sich gekehrt ist.

    Gestern war er bei mir. Wir haben abends zusammen trainiert, Witzchen gemacht, uns gegenseitig aufgezogen. Völlig normal. Nach dem Training sagte er mir, dass er abends gern vorbei kommen würde, wenn ich das möchte. Klar, möchte ich. War auch nett, wir haben weiter Witzchen gemacht. Aber mehr Nähe war nicht drin. Schmusen ging noch, mehr nicht. Wollte er nicht, weil wir uns längere Zeit nicht gesehen haben. Gut, muss ich akzeptieren. Und ich versuch einfach, das mal nicht zu hinterfragen.

    Ich bin durchaus gerade zwigeespalten, wie viel Rücksichtnahme ich geben kann ohne meine eigenen Bedürfnisse zu leugnen. Mir wäre gestern nach mehr gewesen. Lange nicht gesehen hin oder her. Mich verunsichert das gerade einfach nur. Er meinte, es habe nichts mit mir zu tun. Vielleicht kam da wieder ein Blitz aus seiner Vergangenheit.

    LG

  4. #54

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    AW: Wie mit depressiver Phase des Partners umgehen?

    Zitat Zitat von Blueee
    Ich bin durchaus gerade zwigeespalten, wie viel Rücksichtnahme ich geben kann ohne meine eigenen Bedürfnisse zu leugnen. Mir wäre gestern nach mehr gewesen. Lange nicht gesehen hin oder her. Mich verunsichert das gerade einfach nur. Er meinte, es habe nichts mit mir zu tun. Vielleicht kam da wieder ein Blitz aus seiner Vergangenheit.
    ach, wie ich diese 'blitze' aus der vergangenheit kenne. ein völlig anderer mensch dann. introvertiert, abweisend, für mich nicht erreichbar.

    ich hab' mir irgendwann die frage gestellt, warum ich mich eigentlich immer warten muss.

    darauf warte, dass es ihm besser geht. darauf warte, dass er mir ein zeichen gibt. darauf warte, dass er sich endlich hilfe sucht, auf einen lichten moment warte, darauf warte, dass er mich überhaupt wahr nimmt.

    sicher ging es ihm schlecht, nur hatte der mann mit dieser befindlichkeit auch ein super mittel, um mich auf distanz zu halten, weil ich ihn mit einem anspruch an romantik und innigkeit und aktivität füreinander und meiner wachsenden, traurigkeit und unzufriedenheit darüber, dass nix voran geht, genervt habe, und das mit der nähe generell wohl lieber nicht so sein ding gewesen ist.

    eine super ausrede, um sich jeden abend an seinen computer zu setzen, sich kerzen anzumachen, musik zu hören und sich von der welt und etwaigen ansprüchen an ihn zu distanzieren und sich nicht für mich zu interessieren. um NICHT mit mir in den urlaub fahren zu müssen, obwohl er immer gesagt hat, er wolle das. ein super mittel, um nichts oder planen zu müssen oder nur illusionär und hypothetisch planen zu können, und mir letzendlich die verantwortung für die beziehung zu überlassen.

    und ein super mittel, sich gehen zu lassen und nichts gegen seine befindlichkeit zu tun, wenn die welt sowieso schlecht ist und er das opfer und er eh' nur resignieren kann. UND dafür auch noch zuwendung von mir zu bekommen, trost und schutz.
    großartige ausrede auch, sich aus angst vor dem abgewiesen werden garnicht erst zu bewerben. es wolle ihn ja doch keiner.

    ein energievampir. und ich hab' mich ständig alleingelassen, hilf- und perspektivlos gefühlt. und hab' rotz und wasser geheult geheult, wenn meine nach 1 jahr immer noch frisch verliebte freundin sich im gemeinsamen urlaub die 2.451. sms von ihrer großen liebe in ihr sims-buch geschrieben hat und mit verklärtem gesicht vom mittagstisch aufgesprungen und rausgelaufen ist, um eine halbe stunde mit ihrem schatzi zu sprechen. ich hab' aus frust dann 2 stück torte gegessen.

    letztendlich habe ich mich selber aus angst vor meinen eigenen baustellen, aus vermeintlicher gewissheit, selbst nichts wert zu sein auf ihn eingestellt. ich habe meine eigenen wünsche und bedürfnisse kaum wahrgenommen und sie auch nicht als berechtigt empfunden, weil männer mich seit jeher abgewiesen hatten, war mir klar, dass almosen in punkto liebesbeweisen ausreichen müssen. ich KANNTE es nicht anders. ich hab immer kämpfen müssen für liebe und anerkennung.

    und ja - es hat mich ganz enorm belastet, tagtäglich mit einem völlig resignierten menschen umgehen zu müssen. und als quasi aussenstehender mitanzusehen, wie er sich durch seine einstellungen und verhaltensweisen selbst sabotiert hat, ohne dass er bereit war, sich diese seite anzusehen. völlig verstrickt und ohne ambition, dies zu verändern.

    letztendlich habe ich sehr, sehr lange und aus angst vor meinem eingenen leben abgewartet. ich habe mich nicht getraut, zu mir selbst zu stehen und meine bedürfnisse als wichtig wahrzunehmen. ich fand mich selbst meiner eigenen liebe und auch der liebe andere nicht wert.

    ich kann es immer noch nicht richtig gut, aber ich bin jetzt, auch in meiner lebensmitte immerhin bereit, dazu zu lernen.

    horch' nochmal in dich rein, liebe blueeee, wie lange du dir zeit gibst, grade, wenn ihr noch am anfang steht.
    Geändert von Chrissiebabe234 (02.11.2007 um 12:22 Uhr)

  5. #55
    Avatar von Blueee
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    AW: Wie mit depressiver Phase des Partners umgehen?

    Ich hör sehr gut in mich rein. Ich hab sehr feine Antennen für mich. Deswegen bin ich zwiegespalten.

    Was und wie weiter, das weiß ich allerdings noch nicht.

  6. #56

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    AW: Wie mit depressiver Phase des Partners umgehen?

    Zitat Zitat von Blueee
    Ich hör sehr gut in mich rein. Ich hab sehr feine Antennen für mich. Deswegen bin ich zwiegespalten.

    Was und wie weiter, das weiß ich allerdings noch nicht.
    das ist auch gut so ;).

  7. #57
    Avatar von Blueee
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    AW: Wie mit depressiver Phase des Partners umgehen?

    Er fehlt mir einfach - seine Nähe fehlt mir

  8. #58

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    AW: Wie mit depressiver Phase des Partners umgehen?

    Zitat Zitat von Blueee
    Er fehlt mir einfach - seine Nähe fehlt mir

    wie sehr ich das doch nachfühlen kann........und es tröstet wenig, dass es anderen genauso geht.

  9. #59
    Avatar von Blueee
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    AW: Wie mit depressiver Phase des Partners umgehen?

    Ich könnte besser damit umgehen, wenn er diesen sch*** Satz nicht hätte fallen lassen, dass er evtl. geht. So bezieh ich dann doch alles auf mich.

  10. #60

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    AW: Wie mit depressiver Phase des Partners umgehen?

    Chrissiebabe234
    Ich gehe mal davon aus, daß deiner die wirkliche Depression hat.
    Schade, daß du diese ernsthafte Erkrankung als eine Art "Ausrede" und als "Mittel zum Zweck" wahrnimmst.
    DAS ist es nämlich nicht. Sowas sucht man sich nicht aus.


    eine super ausrede, um sich jeden abend an seinen computer zu setzen, sich kerzen anzumachen, musik zu hören und sich von der welt und etwaigen ansprüchen an ihn zu distanzieren und sich nicht für mich zu interessieren.
    Es ist ganz fürchterlich wenn diese Gedankenspiralen nach unten kommen. Da ist es ganz gut sich ablenken zu können.
    Ich höre da bei dir einen Vorwurf heraus.
    Das macht er sicher nicht mit Absicht.
    Und von deiner Seite aus merke ich da keine großartige Unterstützung oder Verständnis.
    Es ist aber halt auch sehr kompliziert, von daher verstehe ich es sogar ein wenig.

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