Die meisten Familienessen finden bei uns statt. Aus logistischen Gründen und weil's halt passt.
Es ist da aber auch von vornherein klar - schon von Anbeginn der Zeitrechnung - dass jeder Hand anlegt. Anders geht's ja auch gar nicht. In dem Fall gilt die Familie nicht als Gast sondern als Teilnehmer - mal pragmatisch ausgedrückt.
Ich denke, genauso wie jede junge Frau, die noch nie zuvor in der Familie des Liebsten zu Besuch war.....wie dann muss sich die junge Frau gefühlt haben, die eventuell noch nie in einer deutschen Familie zu Besuch war.
Sowas ist international ... interregional ... interkommunal und selbst da gibt's noch zahlreiche Schattierungen![]()
Ich versuch jetzt mal auf ein paar Sachen zu antworten. Ihr schreibt ja recht rege. Danke dafür!
Also ich hab kein Problem mit der Ex-familie aus der der Sohn kommt. Allerdings denke ich, dass der Sohn meinen Freund ausnutzt. Aber ich mische mich da nicht ein und sage auch nichts dazu. Ich denke das ist ihr Ding. Tatsächlich ist er mir durch diesen Umstand nicht so sympatisch.
Die Tochter kommt aus einer anderen Beziehung. Die ist auch ein ganz anderes Kaliber und wir kommen sehr gut miteinander aus. Sie wohnt auch viel näher und wir sehen uns öfter.
Für mich war das auch eine Familienfeier und mir wurde zumindest von meinem Freund zugesagt, dass alle mithelfen. Aufforderungen wie "so jetzt schnippelst Du die Tomaten" konnte ich nicht mehr stellen, da sie sobald sie merkten es geht los im Anbau verschwunden sind. Mir wurde auch von Anfang an klar gemacht, dass sie Privatspähre brauchen und deswegen im Anbau statt im Gästezimmer schlafen wollen. Also wollte ich dahin auch nicht nachlaufen.
Ich glaube aber auch ich hab nie so Gäste die nicht bei mir mithelfen. Andererseits bin ich auch nirgends eingeladen wo ich nicht mithelfe. Es ist in meinem Freundes- und Bekanntenkreis so üblich. Ich empfinde das auch nicht als Last sondern gehört wie das irgendwo schon geschrieben stand, zum Essen dazu.
Auch wenn sich der Sohn immer schon bedienen lies wußte er schon wie das eigentlich bei uns läuft.
Gestern nun hat die Schwiegertochter für sich und ihren Mann selber bei mir in der Küche gekocht. Ich war da grade beim Fitness und einkaufen.
Dabei hatte ich gestern nen Riesentopf Gulasch gemacht.
Alle Menschen sind klug.
Die einen vorher, die anderen nachher.
Liebe Rosina,
Deine Kids und Deine Stieftochter finde ich toll![]()
Ich kann Deinen Frust über Deinen Stiefsohn und seine Frau verstehen, aber: vielleicht hilft es Dir mehr, Dich gedanklich eben mehr auf Deine Kids und die Stieftochter zu fokusieren und Dich über sie zu freuen, statt Dich immer weiter über Deinen Stiefsohn und Frau zu ärgern?
Manchmal hilft es wirklich, einen anderen Blickwinkel/Fokus anzunehmen und eine andere innere Einstellung zu finden. Zum Beispiel, indem Du Dir wertfrei sagst: okay, der Schwiegersohn hatte Urlaub, sah die Weihnachtszeit als Urlaub, ist nicht so oft hier, seine Frau lebt erst kurz hier, war sicher nervös und unsicher, die Zusage "alle helfen" kam nicht von den Beiden, die Frau möchte vielleicht auch das ehem. Lebensumfeld (Gegend, Freunde) von ihrem Mann kennen lernen, er möchte ihr das vielleicht gerne zeigen (d.h. sie haben zus. zur Unsicherheit auch noch einen anderen Fokus gehabt).
Ich will nicht sagen: lasse allen alles durchgehen - aber sieh die Dinge auch mal mit anderen (und wenn Du es schaffst: ihren) Augen. Sonst ärgerst Du Dich auch die nächsten Tage darüber. Und ärgerst Dich...
LGNicole
PS: ich habe hier mal einen sehr weisen Spruch gelesen (sinngemäß): Bei der Begegnung von Frau & Mann gibt es immer 4 Sichtweisen: ihre, seine, die Wahrheit und was wirklich geschah.
Das betrifft meiner Meinung nach alle zwischenmenschlichen Beziehungen - nicht nur Partnerschaften![]()
Ich so: "Och bitte!" Mein Leben so: "Nö."
Interessant, dass du was von Erwartungen liest. Ich habe z. B. nichts von Erwartungen berichtet, sondern von dem was gelebt wird und da wird vorher schon miteinander besprochen, was es zu essen gibt und wer was wie beisteuert. Z. B. mache ich immer den Nachttisch für das Weihnachtsessen bei meinen Schwiegereltern. Meine Eltern übernachten bei uns häufig und am nächsten Tag machen wir gemeinsam das Frühstück.
Gehöre ich zur Familie oder bin ich 'nur' Gast?
Hier hat sich ein Familienmitglied mit einem neuen Familienmitglied angekündigt. Es wurde angeboten, dass ein Gericht gekocht wird, wo das neue Familienmitglied mithelfen kann - um die Eingewöhnung zu erleichtern. Doch verhalten haben sich die beiden Familienmitglieder wie Hotelgäste.
Natürlich ist das bei Patchworkfamilien noch schwieriger. Schließlich ist der Sohn nicht bei seiner Mutter zuhause, sondern bei der neuen Frau seines Vaters, die er nicht gut kennt.
Mir scheint es wurde viel übereinander und nicht miteinander geredet. Es lief alles über den Vater/Freund.
Kopf hoch, wenn der Hals auch dreckig ist.
Verfasser (mir) unbekannt
Hier zeichnet sich für mich ein Grundproblem ab, das sich symptomatisch in den
von Dir beschriebenen Verhaltensweisen ausdrückt.
Die Kinder (ja, auch der erwachsene Sohn) haben recht feine Antennen was Ablehnung
bzw. Angenommensein betrifft.
Und natürlich steht der Vater hinter seinem Sohn.
Hier spielt die natürliche Ordnung der Familie eine tragende Rolle.
Der Abend ist ja inzwischen gelaufen ... aber mit der guten Miene (zum bösen Spiel?)
verschärfst Du denn Konflikt, denn er brodelt selbständig unter der Oberfläche weiter.
Den Gedanken weiter gesponnen ... Du fühlst Dich letztlich als Opfer.
.
Ich bin immer froh, wenn mir nicht 1000 Leute in der Küche rumstehen und "helfen" wollen!
Deshalb plane ich immer so, dass ich möglichst viel vorbereiten kann und hinterher nicht einen Berg von Abwasch habe.
Manche Probleme lassen sich auch im Vorfeld durch etwas Überlegen umgehen.
Liebe Grüße ... von der Nase ...
Rosina,
die Angelegenheit steht und fällt mit deinem Freund, denn es handelt sich um seinen Sohn ! Dass seine Tochter mit anpackt, der Sohn aber nicht, scheint er wohl in Odnung zu finden..... Kochen tun die beiden nur für sich selber, klaro !
Es ist euer Haushalt und ihr stellt die Regeln auf, auch was Mithilfe anbelangt. Er muss dies aber gegenüber dem Sohn verklickern. Den tollen Papi geben und dir bzw. der anderen Tochter die Arbeit aufhalsen, dabei sich selbst offenbar raushalten, das geht garnicht.
Schraube deine Ansprüche zurück, in deinem Interesse und im Interesse anderer Helfer: Kartoffelsalat und Würstchen und gut is. Deinen Einsatz dankt dir keiner, du hast jetzt nur nen dicken Hals ! Der Sohn zieht sicher nicht von dannen und erzählt "Papa, meine Schwester und Rosina haben uns an Weihnachten verwöhnt, Papa hat uns sogar mit dem Auto abgeholt"......
Wer in dieser Konstellation wen ablehnt, ist eher eine Sache des Blickwinkels finde ich. Ich würde mir an deiner Stelle da keinen Schuh anziehen.
Gruß, Elli
§1:
Wer etwas zu wissen glaubt, oder etwas zu wissen sich anschickt, oder Dritten gegenüber mittelbar oder unmittelbar erworbenes Wissen als sein eigen geltend macht, weiß nicht genug.
(H.K)
Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)
Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)
Geändert von elli07 (28.12.2012 um 11:32 Uhr)
Elli, du sprichst mir aus der Seele.
Bei allem was ich lese fehlt mir auch die Unterstützung deines Partners. Wo ist die denn?
Hilft er dir? Geht er einkaufen wenn du bis zur letzten MInute arbeiten musst. DAS würde mich viel mehr ärgern als das der Sohn nicht hilft.
WIr hatten an Weihnachten auch Besuch und haben alles gemeinsam gemacht. Es war seine Familie die zum essen da war aber das spielt eigentlich keine Rolle. Wir sind ein Team zuhause, Gäste müssen nicht helfen sofern sie nicht Lust dazu haben. Gäste die länger da sind müssen sich auch mal selber nen Kaffee kochen und werden nicht von vorne bis hinten bedient.
Kalt bist du ganz und gar nicht. Ich kann dich gut verstehen nur glaube ich auch, es muss etwas zw dir und deinem Partner geklärt werden!