Ich stelle gerade fest, dass Analusia ähnliche Fragen formuliert hat wie ich.![]()
Ich stelle gerade fest, dass Analusia ähnliche Fragen formuliert hat wie ich.![]()
Die Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins.
Marie von Ebner-Eschenbach
"Wir müssen den Flüssen ihren Raum lassen", mahnte Kanzler Helmut Kohl nach der Oderflut von 1997. Sein Nachfolger Gerhard Schröder äußerte sich ähnlich nach der Elbeflut 2002. Ob sich jetzt tatsächlich etwas ändert? Vielleicht versetzt der Glaube nicht nur Berge ...
Moderatorin für:
Was bringt Sie aus der Fassung?Beziehung im AlltagTrennung und ScheidungSerien, Soaps und Shows
Hallo Elli-O,
ich bin bei diesem Satz von dir hängen geblieben:
Das liest sich für mich nach: Wie kann ich ihm letztgültig beweisen, dass meine Weltsicht richtig ist und seine falsch. Oder anders gesagt: Wie gewinne ich in einer argumentativen Auseinandersetzung. So dass er am Ende sagt: "Du hast recht. Ich habe mich da verrannt. Deine Sicht der Dinge ist die Richtige."
Wenn die Frage ernst gemeint wäre, "wie" du das schaffen kannst, dann kann man nur sagen: Gar nicht. (Aber das weißt du ja wohl schon. )
Stell es dir einmal andersherum vor. Er sitzt da, und überlegt sich: Wie nur kann ich es schaffen, dass Elli die Dinge, die sie derzeit noch für "krudes Zeug", "Wahnvorstellungen", "Schwachsinn" hält, als Wahrheit akzeptiert? Was würdest du zu diesem Gedanken sagen? Genau: "Das kannst du gar nicht schaffen."
Also: Auf der Ebene, wer von euch beiden Recht hat, wirst du nicht weiterkommen. Weder hier im Strang noch im Verhältnis zu ihm.
Und vielleicht zerbricht auch eure Beziehung. Sie ist dann nicht mehr lebbar. Könnte sein. Dem musst du ins Auge blicken.
Was vielleicht (ich bin mir nicht ganz sicher) weiter führt: Wenn du dir die Frage stellst, wo eure Ängste sind. Was ist deine größte Angst dabei? Wovor fürchtest du dich am meisten? Was ist - deinem Eindruck nach - seine größte Angst? Was befürchtet er am meisten?
Und wenn du dieser Frage nachgehst, ihr nachspürst, ihr nachschmeckts - dann tue dies nicht instrumentell. Also: Um etwas zu erreichen. Wie z.B. die Beziehung zu retten. Tue es, um genau diesen Punkt zu verstehen. Was sind wir für Menschen? Welche Angst treibt uns? Im ganz konkreten Fall ihn und dich.
Ich habe übrigens genau diese Konstellation in meiner früheren Ehe erlebt. Und: DARAN ist sie nicht zerbrochen. Sie hat Jahre später aus anderen Gründen geendet.
"Es gibt nirgends Schildkröten!"
Elli-O, versuch gar nicht erst, eine einfache Lösung zu finden. "Lass uns mal vernünftig über deine irrationalen Ängste reden" - das funktioniert mit Sicherheit nicht.
Wie, wann und warum hat dein Partner sein Urvertrauen, die Selberverständlichkeit gegenüber den Verhältnissen verloren? Du klingst eher 'gut geerdet', warum ist das so, was lief bei dir anders? Kannst du dir vorstellen, dein Leben mit einem Menschen zu teilen, der an Angststörungen leidet? Gibt es für euch beide den Traum einer rosigen Zukunft oder nur noch Schwarzmalerei?
Das sind unangenehme und schmerzliche Fragen, die man nicht von heute auf morgen beantworten kann. Es gibt leider keinen Navi für Wege aus der Angst.![]()
Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit
Niemals könnte ich in einer Partnerschaft mit solch einer Herangehensweise leben.
Eine Frau, die bspw. solch einen Mist erzählen würde, wie er von dir beschrieben wird, die könnte ich ja niemals lieben.
Da bin ich ja skeptisch, ob das gelingen kann - und das meine ich v.a. hinsichtlich der Situation von Elli-O und ihrem Partner; da muss es auch selbstverständlich um den Inhalt der diversen Verschwörungstheorien gehen.
Allerdings 'funktioniert' das nur unter einer Voraussetzung: das nämlich seine Bereitschaft, sich diesen Verschwörungstheorien hinzugeben, nicht an Vorurteile anknüpft, die in seiner Persönlichkeit verankert sind.
VanDyck
10.000 !!![]()
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Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Ich habe das Maus zurück geholt ...
The Green Mile
Weil "Verschwörungstheorie" so ein Reizwort ist, vor allem, wenn man es kombiniert mit "Zionismus"? Ich glaube die Kernfrage hier ist ja: Wie gehe ich damit um wenn mein Partner eine politische Meinung entwickelt, die ich nicht mittragen kann"
Und das ist eine mistig-schwierige Frage.
Ich glaube, wichtig ist dabei wirklich heraus zu knobeln, inwieweit des anderen Meinung meinen/unseren Alltag soweit belastet, dass es kompliziert wird. Oder inwieweit des Partner's Theorien meine Werte so angreifen, dass ich sie nicht einfach als "andere Meinung" stehen lassen kann.
Elli, magst du ein bisschen mehr erzaehlen, wie sein "Spleen" in euren Alltag eingreift, also was dich genau stört?
Ich glaube nicht, dass es möglich ist, den Partner "herauszuholen" aus dieser Art der Beschäftigung mit Verschwörungstheorien. Ich habe ein recht deutliches Bild vor Augen, was die TE meint - es geht nicht darum, sich kritisch mit der Weltpolitik etc. auseinanderzusetzen, sondern um eine gewisse emotionale, psychische Komponente dabei, die die Ebene einer rationalen Kritik am bzw. kritischen Sicht auf das System übersteigt bzw. unterminiert.
Dahinter steckt meines Erachtens ein anderes emotionales Motiv bzw. Bedürfnis: eine allgemeine Verunsicherung, vllt. Zukunftsängste, Leere im Leben, Sinnsuche oder Auseinandersetzung mit der Sinnlosigkeit... so in die Richtung. Dieses Bedürfnis wird gestillt: über Sinnsuche in Religion, Spiritualität, Esoterik, Verschwörungstheorien... Die Äußerungsformen sind anders, die Motiv- und Bedürfnislage dahinter scheint mir die gleiche oder zumindest eine sehr ähnliche.
Wenn man hier irgendwie ansetzen kann, dann vielleicht auf dieser Ebene: wo liegt die eigentliche Beunruhigung, Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben? So etwas klang hier im Strang ja schon an: Flucht vor eigenen Problemen ins Hineinsteigern von Weltproblemen.
Nur: ob der Partner zugänglich dafür ist, sich mit den Hintergründen seine Motivlage zu beschäftigen - das ist schwierig und heikel, da was zu sagen. Läuft es doch darauf hinaus, dass er sich psychologisiert und kritisiert fühlt, wo er doch meint, rational auf die Probleme der Welt zu schauen, für die alle anderen Menschen blind sind.
Alternativ fiele mir als Ansatz ein: "Ich erkenne an, dass Dich das interessiert und beunruhigt. Aber auf die Art, wie Du Dich damit beschäftigst, gefährdet es unsere Beziehung. Das ist Dein Thema, nicht meins. Ich habe mir angehört, was Du dazu zu sagen hast, aber ich sehe die Sachlage nicht so dramatisch wie Du, und ich habe eine andere Meinung dazu. Bitte halte das aus unserer Beziehung raus."
Und vielleicht noch: "Ich mache mir Sorgen, dass Du Dich da hineinsteigerst. Ja, das Bankenwesen ist bestimmt korrupt, und ja, es brodelt in der Weltpolitik, aber ich möchte trotzdem einfach mein Leben mit Dir leben und glücklich sein."
Das könnte funktionieren.