+ Antworten
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 28
  1. #1

    Registriert seit
    28.01.2007
    Beiträge
    1.601

    Wie wichtig sind gemeinsame Freunde für eine Partnerschaft?

    Liebe Gemeinde, aus aktuellem Anlass bzw. Dauerdiskussionen zum Thema in meiner eigenen Beziehung möchte ich gerne einmal Eure Meinung zum Thema hören.

    Mein Partner und ich haben uns vor gut sieben Jahren mit Ü40 (ich) und Ü50 (er) kennen gelernt. Ich habe immer meinen Freundinnenkreis um mich gehabt, Freundschaften gepflegt und konnte mich nie über einen Mangel an Zuwendung beklagen - im Gegenteil, manchmal wurde es sogar zu viel, um es zeitlich noch unterzubringen.

    Vermutlich habe ich deshalb auch nie groß über das Thema nachgedacht - Freundschaften waren für mich sowohl selbstverständlich als auch ein Geschenk.

    Durch sein relativ unstetes Leben hat mein Freund einige wenige Freundschaften, vieles ist bei ihm aber auch weggebrochen in den Jahren.

    Was ihn allerdings andauernd umtreibt und immer, immer wieder für Diskussionen sorgt, ist seine Enttäuschung, dass wir es in den Jahren nicht geschafft haben, Freundschaften zu anderen Paaren zu entwickeln bzw. zu festigen. Ich habe das nicht wirklich groß vermisst, weil es für mich eher stressig ist, Paarfreundschaften zu bilden, denn es ist doch ein Sechser im Lotto, wenn sich alle vier Menschen gleichermaßen mit allen gut verstehen.

    Ok, mein Partner ist zudem nicht der einfachste Mensch, und ich wage zu behaupten, dass er vielen Menschen zu anstrengend ist, und dass daher viele Paarfreundschaften, die mal begonnen hatten, nicht so haltbar waren.

    Er ist andauernd und stark enttäuscht von anderen Menschen, die seine Erwartungen nicht bedienen. Er hat sich auch selber bemüht, Freundschaften zu schließen, aber wenn diese Menschen sich dann nicht regelmäßig melden, ist er recht schnell verärgert. Er kann und will es nicht mehr ertragen, dass an manchen Wochenenden kein Mensch bei uns anruft - was ich gar nicht schlimm, sondern eher normal finde. Ich rufe am Wochenende auch nicht unbedingt bei allen möglichen Leuten an.

    Meine Freunde sehe ich in der Woche, meistens laufen die Terminabsprachen per Mail, und mit meinen guten Freunden maile ich auch über die jeweiligen Befindlichkeiten und Neuigkeiten.

    Mittlerweile kann ich das Thema zuhause nicht mehr hören!! Mein Freund behauptet, ich lebte nach wie vor wie ein Single, er findet meine FreundInnen aber auch überwiegend bescheuert, was soll ich da also tun?

    Und da wir uns relativ spät im Leben kennen gelernt haben, ist das meiner Meinung nach eine weitere Hürde.

    So, jetzt Eure Meinungen und Erfahrungen dazu, wofür ich mich schon jetzt bedanke!
    ...........und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. (Astrid Lindgren)

  2. #2
    Uli_F-2009
    gelöscht

    AW: Wie wichtig sind gemeinsame Freunde für eine Partnerschaft?

    Ich finde, Du lebst wie ein Mensch mit Freunden. Und er halt ohne.
    Diese Paargeschichten finde ich nicht notwendig. Wenn es sich ergibt, ist das mal nett. Aber die Partnerschaft als Vehikel um Bindungen zu schaffen, die man von Mensch zu Mensch nicht hinbekommt? Davon halte ich nichts.

    Er ist doch zuständig für seine freundschaftlichen Beziehungen. Dir gelingt das. Ich kann mir denken, dass da Eifersucht aufkommt. Sollst Du denn schuld sein, weil ihr keine Paarfreundschaften habt?

  3. #3
    Avatar von belle_femme
    Registriert seit
    29.01.2008
    Beiträge
    602

    AW: Wie wichtig sind gemeinsame Freunde für eine Partnerschaft?

    Hallo Emma,

    vieles davon kommt mir sehr bekannt vor.
    Das war bei meinem Mann und mir auch immer ein Thema, aber eher eins, was nicht angesprochen wurde.

    Ich wollte ihn (bin auch ein sehr kontaktfreudiger Mensch und habe meistens sehr lang andauernde Freundschaften oder Bekanntschaften) dort mit einbeziehen, aber irgendwie hatte er an jedem etwas auszusetzen und wollte dann irgendwann nicht mehr mit.
    Da saß ich dann immer und musste mich entscheiden, meine Freunde oder er ... beides zusammen ging ja nicht. Und da es auch nicht so war, dass er für sich ein gutes Alternativprogramm hatte, wenn ich mal nicht da war, fühlte ich mich häufig für ihn verantwortlich bzw. hatte kein gutes Gefühl, wenn ich meine Freunde ihm vorzog.

    Ich bin jetzt seit 3 Jahren Single und ich würde, falls ich eine neue Beziehung eingehen möchte, sehr darauf achten, ob "ER" Freunde hat, was er macht in seiner Freizeit und ob er auch ohne mich mal klar kommt, denn den Kontakt mit den guten Freunden, den würde ich für niemanden aufgeben.

    Ob man mit anderen Paare in Kontakt kommt, das liegt doch nicht an einem von beiden, eher, dass man nicht in Kontakt kommt ;-)

    Und weil ihr euch erst so spät kennen gelernt habt, sollte das keine Hürde sein. Wie lange ist er denn schon allein gewesen, bevor ihr euch kennengelernt habt? Was hat er da in seiner Freizeit gemacht?

    LG, B-F
    Belle-Femme

  4. #4

    Registriert seit
    28.01.2007
    Beiträge
    1.601

    AW: Wie wichtig sind gemeinsame Freunde für eine Partnerschaft?

    @Uli F: ich sehe es wie Du: Wenn es sich ergibt, ist das fein, wenn nicht, ist es auch ok.

    Doch, er hat schon Bekannte und Freunde, sieht sie aber nicht so regelmäßig wie ich meine. Und er hätte am liebsten nur Leute um sich, die Musik machen und seine Musikrichtung (Klassik) teilen. Das ist aber schonmal eine ganz schöne Einschränkung in der Auswahl.

    @belle_femme: was Du beschreibst kenne ich gut *seufz*. Das schlechte Gewissen saß mir auch oft im Nacken. Er hat auch an vielem und vielen Menschen schnell was auszusetzen, und ich halte es eher wie Konrad Adenauer, dass man die Menschen nehmen muss, wie sie sind, denn es gibt keine anderen.

    Wie sah es denn bei Deinem Ex-Mann aus, nachdem Ihr Euch getrennt habt? Hat er sich denn als Single aufgemacht, um Menschen um sich zu scharen?
    ...........und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. (Astrid Lindgren)

  5. #5
    Avatar von belle_femme
    Registriert seit
    29.01.2008
    Beiträge
    602

    AW: Wie wichtig sind gemeinsame Freunde für eine Partnerschaft?

    Hallo ....

    um deine Frage zu beantworten, eher nein. Er beklagt sich eigentlich eher ständig, dass sich niemand bei ihm meldet, immer nur, wenn sie Hilfe brauchen und er hatte relativ schnell eine neue Frau, deren Bekannte und Freunde er auch als seine bezeichnet. Womöglich hat sie mehr Leute in ihrem Umfeld, die er tolerieren kann, oder aber er ist selbst etwas lockerer geworden.

    Für mich sind soziale Kontakte sehr sehr wichtig, und wie wichtig, das merke ich als Single ganz besonders.

    Ich denke auch, jeder hat seine Stärken und seine Schwächen, und ich bin ein sehr offener Mensch. Dann lernt man auch immer und immer wieder neue Menschen kennen.
    Im Moment bin ich auch an einem Punkt angelangt, wo ich sage .... jetzt ist Schluss ... Ich will nicht mehr.
    So viele Beziehungen lassen sich nicht intensiv pflegen. Da muss ich schauen, was geht auch lockerer oder auf wen kann ich auch verzichten ....
    ist nicht so einfach ... ;-)
    Belle-Femme

  6. #6
    Avatar von Sugarnova
    Registriert seit
    15.06.2004
    Beiträge
    15.532

    AW: Wie wichtig sind gemeinsame Freunde für eine Partnerschaft?

    Ich finde, es ist sogar NICHT förderlich, wenn man ständig als "Paar" zusammenhockt.

    ICH möchte gerne MEINE Freunde auswählen, und das mache ich nicht abhängig davon, ob diejenige einen "kompatiblen" Partner hat.

    Der Supergau kommt nämlich dann bei der Trennung, weil die "Weibchen" dann gerne zu ihren "Männchen" halten.

    Also, nee, muss nicht sein. Ich kenne solche Vierer-Konstellationen in meinem Bekanntenkreis, da habe ich meist immer das Gefühl, das ist ein "Zweckbündnis". "Toller" Nebeneffekt - ist eine(r) mal solo, wird gekuppelt, was das Zeug hält. Nix für mich.

    Kann es einfach sein, dass dein Partner dir deinen Freundeskreis nicht "gönnt"?

  7. #7
    Moderation Avatar von Suzie Wong
    Registriert seit
    17.11.2010
    Beiträge
    11.754

    AW: Wie wichtig sind gemeinsame Freunde für eine Partnerschaft?

    Zitat Zitat von emma-woodhouse Beitrag anzeigen
    Liebe Gemeinde, aus aktuellem Anlass bzw. Dauerdiskussionen zum Thema in meiner eigenen Beziehung möchte ich gerne einmal Eure Meinung zum Thema hören.
    Hallo Emma,
    ich finde, das ist ein sehr interessantes Thema, das mich auch umtreibt, um ehrlich zu sein.

    Ich gebe zu, es ist ein wenig jammern auf höherem Niveau (bei mir), aber ich würde mir wünschen, wir hätten noch ein oder zwei in der Nähe lebende Paarfreunde.

    Wir lernten uns auch mit ÜÜ30 kennen.
    Ich hatte früher, als Single, auch einige Freundinnen, Singlemädchen oder liiert, Mr. Wong hatte auch einen Freundeskreis. Wir sind dann gemeinsam in eine andere Stadt gezogen, in der ich zwar aufgewachsen bin, aber lange nicht gelebt habe. Und, ich habe leider meine Kontakte nicht sehr gepflegt.

    Jetzt sieht unser Freundeskreis so aus: einige Freundinnen, die ich von früher kenne (eher "meins"), eine gemeinsame Freundin (=seine Arbeitskollegin), einige Paare, die jedoch weiter entfernt wohnen, sodass man sich nur selten sieht, einige Arbeitskollegen (eher Mr Wong).

    Mr. Wong findet das völlig ok, vermisst nichts, ich hätte noch ein/zwei Pärchenfreunde (blöd ausgedrückt).
    Die Freundinnen, die ich habe, haben Männer, wir waren auch schon einmal weg, aber - nächstes Problem - haben auch kleine Kinder und daher einfach einen anderen Schwerpunkt.

    So, um auf deine Frage zurückzukommen: ja, ich finde es wichtig!

    Zitat Zitat von emma-woodhouse Beitrag anzeigen
    (...)
    Was ihn allerdings andauernd umtreibt und immer, immer wieder für Diskussionen sorgt, ist seine Enttäuschung, dass wir es in den Jahren nicht geschafft haben, Freundschaften zu anderen Paaren zu entwickeln bzw. zu festigen. (...)
    Er ist andauernd und stark enttäuscht von anderen Menschen, die seine Erwartungen nicht bedienen. Er hat sich auch selber bemüht, Freundschaften zu schließen, aber wenn diese Menschen sich dann nicht regelmäßig melden, ist er recht schnell verärgert. (...)
    Das macht die Sache nicht leichter. Aber ein klitzekleines Bisschen erkenne ich mich wieder, muss ich gestehen.


    suzie
    Genieße das, was du hast, denn es ist kostbar!

    Moderatorin in den Unterforen:
    Beziehung im Alltag und Über das Kennenlernen.

  8. #8

    Registriert seit
    28.01.2007
    Beiträge
    1.601

    AW: Wie wichtig sind gemeinsame Freunde für eine Partnerschaft?

    @Sugarnova: ich sehe es wie Du: Wenn jeder seine Kreise unter der Woche pflegt, dann kann man sich am Ende des Tages davon erzählen.

    Und ja, zuweilengewinne ich fast den Eindruck, dass mein Partner mir meine Freunde und Sympathien neidet - dann ist es ja einfach, die Anderen schlechtzureden.

    @Suzie Wong: habt Ihr es denn mit Paar-Freundschaften schon einmal probiert? Und hast Du eine Ahnung, warum es ggf. nicht harmonierte?
    ...........und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. (Astrid Lindgren)

  9. #9
    Avatar von Sugarnova
    Registriert seit
    15.06.2004
    Beiträge
    15.532

    AW: Wie wichtig sind gemeinsame Freunde für eine Partnerschaft?

    Aber ihr seid doch alle selbstständige Menschen?!

    Warum muss man seine Freunde "strategisch" auswählen? Gruselig, das.

    Ich finde, das ist von sooo vielen Faktoren abhängig, wie ich mit einem Menschen klarkomme.

    Und meine Freundinnen sind mir einfach wichtig. Seine Freunde übrigens auch.

    Ich kenne einige Frauen, die nur noch im "Pärchenmodus" leben. Komischerweise ist es dort aber so, dass die "Weiber" machen und tun, um "Pärchenabende" zu organisieren, während die Männer "ihren" Freundeskreis behalten dürfen. Nicht meines, ganz ehrlich.

  10. #10

    Registriert seit
    18.06.2012
    Beiträge
    389

    AW: Wie wichtig sind gemeinsame Freunde für eine Partnerschaft?

    @emma
    Hast Du ihn schonmal mit der Thematik konfrontiert?
    Ich meine nicht schonend angedeutet sondern unmissverständlich und klar?
    Vielleicht schreibst Du hier sehr einseitig und nur aus deinen Augen betrachtet,
    falls nicht, ist ER doch die Ursache seines eigenen Problems.
    Und das stülpt er dir über?
    Klingt für mich nach Depressionen, Paranoia und Autismus. Gänsehaut.

    Das hatte ich auch schon in einer Beziehung,
    bis ich meiner Freundin mit freundlicher Stimme
    aber ausgesprochen deutlich klargemacht habe,
    dass ich mir nicht ihre Probleme und Depressionen anhängen lasse,
    sondern dass sie selbst dafür verantwortlich ist.

    Sie hat es nicht verstanden.
    Und ich bin wieder Single, habe meine Bekannten und meinen Spaß.

    Ich finde es widerlich, wenn jemand seine Schwächen und Launen auf andere projeziert...

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •