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  1. #31
    Avatar von elli07
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    AW: Reduzierter Kontakt zu den Schwiegereltern

    Ella,

    du wirst die Verwandten deine Mannes nicht ändern. Eigentlich hast du noch Glück, dass dein Mann mal grundsätzlich auf deiner Seite steht und sich auch mal gegen die Verwandten stellt.

    Es gibt nunmal Menschen, denen elemantare Umgangsformen fehlen, wenn es dumm läuft, finden die sich in der nächsten Verwandtschaft.

    Da hilft nur konsequente Distanz. Wie oft spielen denn diese Leute eine Rolle in deinem Leben ? Familienfeste sind ja nicht jeden Tag. Dein Mann soll alleine hingehen und dann is gut. Die reden so oder so schlecht über dich, egal ob du mitgehst oder nicht. Blut ist immer dicker als Wasser. Von demher würde ich mir das garnicht erst geben.

    Gruß, Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

  2. #32
    Avatar von brighid
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    AW: Reduzierter Kontakt zu den Schwiegereltern

    ich frage mich: um was geht es eigentlich?

    um die geschichte (also drittes reich) oder an welchem punkt geht es wirklich um deine person.

    ich habe für mich festgestellt: menschen die mir ob meiner staatsbürgerschaft spinnefeind gegenüber stehen- da könnte man/frau auch auf dem tisch tanzen- sie sind in ihrer eigenen vergangenheit so verstrickt, dass sie eine andere sichtweise überhaupt nichtmal in erwägung ziehen können.
    das hat dann auch nichts mit mir als person zu tun.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

    jeder denkt daran, die welt zu verändern. aber niemand denkt daran sich selbst zu verändern. tolstoi

    es erscheint immer unmöglich, bis es vollbracht ist. nelson mandela

    auf grosser kaperfahrt für kleine piraten

  3. #33

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    AW: Reduzierter Kontakt zu den Schwiegereltern

    @ Elli,
    die Familienfeste sind relativ häufig, weil sich zu jedem Geburtstag die ganze Verwandtschaft sammelt, was dazu führt, daß es ein paar feierstarke (weil geburtstagsdichte) Monate gibt, wo es wirklich jedes Wochenende irgendein Essen gibt. Die Leute wohnen alle in einem Ort bzw. ganz in der Nähe. Nur wir wohnen weit weg - nach ihrem Empfinden sind 20km weit. Mein Mann kann allein aus Zeitgründen nicht bei allen Anlässen dabei sein, er ist selbständig und arbeitet oft auch an Wochenenden.
    Anfangs fand ich es schön, daß wir uns immer mal zum Essen oder Kaffeetrinken getroffen haben, weil ich grundsätzlich Familie wichtig finde - wenn man sich auf einander verlassen kann und es keinen Zwang gibt.

    @ Brighid,
    mir geht es um den Kontakt bzw. Nicht-Kontakt zur Familie meines Mannes. Für einige Verwandte spielt meine Person (vermutlich) eine untergeordnete Rolle, da geht es um meine Herkunft. Das Beispiel mit der NS-Zeit habe ich deshalb gewählt, weil Massashi schrieb, daß sie eine Überheblichkeit in Bezug auf die kulturellen Unterschiede herauslesen würde. Das Beispiel zeigt für mich, daß hier recht allgemeingültige Grenzen übertreten worden sind, und wie die Familie dann mit einem Konflikt umgeht. Mir könnte das alles ziemlich egal sein, weil es - wie Du ganz richtig schreibst - nichts mit meiner Person zu tun hat. Es übt aber trotzdem eine Wirkung aus, und zwar nicht die, daß man sich dann in einer solchen Situation wohler fühlt ;-)
    Wenn man sich nicht grün ist, bestimmte Umgangsformen aber vorhanden sind, dann wäre es sicher möglich, irgendwie Kontakt zu haben. Ich sehe momentan aber keine richtige Basis. Wie ich in meinem Eingangspost schrieb, wollte ich deshalb wissen, wie andere ein ähnlich gelagertes Kontakt-Problem in ihren Familien handhaben.

    Liebe Grüße, Ella

  4. #34

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    AW: Reduzierter Kontakt zu den Schwiegereltern

    Guten Morgen!

    Das Beispiel ist der Hammer! Empörender allerdings als diese Tante, deren Verhalten einfach indiskutabel ist, finde ich die Tatsache, dass Deine Schwiegereltern von Dir eine Entschuldigung verlangten.

    Das Beipiel zeigt, dass sie Dir nicht wohlgesonnen sind. Gleichzeitig würde ich das, was Du als Falschheit empfindest, als Bemühen betrachten, trotzdem höflich und freundlich zu sein. Und ich würde versuchen, das anzuerkennen.

    Dies sage ich aufgrund meiner eigenen Erfahrung: Ich hatte als "Next" anfangs einen sehr schweren Stand bei meiner Schwiegermutter. Ihre Ablehnung habe ich deutlich gespürt, habe aber auch anerkannt, dass sie sich bemüht hat, höflich zu sein.

    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Familie des Partners einem Respekt entgegenbringen muss. Sprich, ich finde es richtig und gut, dass Du zu Familienfesten eingeladen bist, auch wenn Du dann entscheiden kannst, nicht hinzugehen.

    Was hat es eigentlich mit dem Bruder auf sich? In der gleichen Generation stellen sich Konflikte und Konfliktstrategien ja oftmals ganz anders dar als bei den Älteren.
    Viele Grüße

    Massashi

  5. #35

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    AW: Reduzierter Kontakt zu den Schwiegereltern

    Zitat Zitat von Ella1979 Beitrag anzeigen
    Massashi und Brighid,

    ich habe ja jahrelang meinen Stolz runtergeschluckt. Geholfen hat es mir nicht. Klar wünsche ich mir für ihn (nicht für mich, mir bringt der Kontakt nichts), daß ich da ab und an mit dabei bin. Momentan kann ich das aber nicht. Selbst wenn ich mich dazu zwingen würde - mit Magenschmerzen und Brechreiz im Auto zu sitzen und schon an der Tür zu zittern, ist nicht so das Wahre, da zeigt mir ja mein Körper deutlich, wo die Grenze ist.



    Lieben Gruß,

    Ella
    Hallo liebe Ella,

    Ich kann Dich so gut verstehen. Ich kenne das Gefühl. Ich musste von einem vermeindlich harmlosen Treffen vor der Hochzeit mit meinem Mann ruckartig auf die Toillette da ich durch den Stress mit seinen Eltern am Tisch Durchfall bekommen hab. Ich habe mich so lange zusammengerissen um ihnen Respekt zu erweisen, dass ich auch viel geschluckt habe, denn Kritik wird nur ausgeübt, aber nicht hingenommen. Davon gab es reichlich an meine Person hin. Ich verstehe genau was Du durchmachst. Geistig wie auch körperlich.

    Ich beschränke die Treffen seit einiger Zeit aufs Minimum und mein Mann versteht das und trifft sich ab und an öfters mit ihnen allein, damit sie ihre Enkelin sehen.

    Weihnachten steht vor der Tür. Wir persönlich feiern nicht, aber von den Eltern wird verlangt, erhofft und erfleht, dass man diese Tage zusammen verbringt. Ich weiss, dass es meinem Mann auch teilweise überwindung kostet, aber ihm zuliebe stehe ich dass mit ihm zusammen durch. Mit der klaren übereinkunft, wenn einer von uns nicht mehr kann, oder Grenzen überschritten werden, stehen wir auf und gehen. Sofort und ohne Diskussion.
    Aber glaub mir, trotz unserer guten übereinkunft habe ich Bauschmerzen wenn ich nur dran denke, was wir uns evtl. wieder alles anhören dürfen.

    Alles Gute für Dich/Euch.

    Lg nena79
    Das Leben ist kein Ponyhof

  6. #36

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    AW: Reduzierter Kontakt zu den Schwiegereltern

    Zitat Zitat von elli07 Beitrag anzeigen
    Da hilft nur konsequente Distanz. Wie oft spielen denn diese Leute eine Rolle in deinem Leben ? Familienfeste sind ja nicht jeden Tag. Dein Mann soll alleine hingehen und dann is gut. Die reden so oder so schlecht über dich, egal ob du mitgehst oder nicht. Blut ist immer dicker als Wasser. Von demher würde ich mir das garnicht erst geben.
    das sehe ich ganz genau so. bis vor deiner schilderung der attacke der tante - bei der ich persönlich nach einem eindeutigen statement das haus verlassen hätte - wäre ich zwar geneigt gewesen, das ganze wie ein ungeliebtes business-dinner mit schwierigsten kunden einfach über mich ergehen zu lassen.

    dieses vorkommnis zeigt aber, dass du in dieser familie für irgendwelche sehr bösen und vor allem uralten ungelösten dynamiken als stellvertreterin herhalten musst.

    für die dynamik und die abneigungen in der familie bist du aber nicht verantwortlich. diese problematik müssten sie schon selbst erkennen und lösen wollen. da sie aber offenbar nicht bereit dazu sind, hilft nur ein konsequentes meiden jedweder zusammenkunft.

    das wird nichts mehr und das würde ich auch deinem mann ganz klar so kommunizieren, denn man kann von keinem menschen verlangen, sich bewusst solch einem offen ausgetragenen hass auszusetzen.
    Never regret anything. At one time it was exactly what you wanted.
    Geändert von Chrissiebabe234 (19.12.2012 um 11:38 Uhr)

  7. #37

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    AW: Reduzierter Kontakt zu den Schwiegereltern

    Zitat Zitat von Ella1979 Beitrag anzeigen
    Daraufhin sage ich ihr ruhig, daß sie mich gerne für das kritisieren darf, was sie kritikwürdig findet, meine Herkunft aber könne sie außen vor lassen. Wenn sie mich verbal attackiere, müsse sie in Kauf nehmen, daß ich mich wehre, und ich würde empfehlen, daß wir solche Kämpfe bei einem Essen zugunsten eines friedlichen Miteinanders sein ließen.
    was hat die tante denn darauf erwidert?
    Never regret anything. At one time it was exactly what you wanted.

  8. #38

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    AW: Reduzierter Kontakt zu den Schwiegereltern

    Hallo zusammen,
    hallo liebe Ella,

    mein Partner und ich sind über 5 Jahre zusammen und ich bin ganz zu Anfang der Beziehung für das "uns" in seine Heimatstadt gezogen, allerdings 500 km weit weg von meiner Heimatstadt.

    Auch ich hatte enorme Schwierigkeiten mit dem Verhalten meiner "Schwiegereltern" und der restlichen "Schwiegerfamilie" mir gegenüber, so dass ich heute keinen Kontakt mehr dorthin pflege.

    Seine Schwester sehe ich ab und zu wenn sie meinen Partner bzw. uns besucht, was mich dann auch freut, weil sie (als einzige) ehrlich-nett ist. Sie bringt meine Problematik zu ihrer Familie in unserem Kontakt nicht auf den Tisch, was vielleicht daran liegt, dass sie den Höhepunkt nicht miterlebt hat und sagt, dass sie dazu aus diesem Grund auch nichts sagen kann und möchte. Außerdem wird auch ihr Partner von ihrer Familie ebenfalls nicht wirklich gemocht und akzeptiert, was sie auch schon ganz offen in meinem Beisein (!) vom eigenen Vater aufs Brot geschmiert bekommen hat... insofern ist ihr die Rolle ihrer Familie vielleicht auch recht klar. Und da unser beider Kontakt zu lose ist, möchte ich das mit ihr auch nicht klären, da es ja um die Problematik mit den Eltern, Tanten/Onkeln und Großeltern geht und nicht um sie und mich. Und es ist trotz allem ihre Familie, das respektiere ich und da kann sie ja jetzt auch nichts dafür.

    Den Höhepunkt, also den endgültigen Bruch zwischen der Schwiegerfamilie und mir haben die meisten anderen Familienmitglieder zwar auch nicht miterlebt, aber das dürfte vermutlich nicht lange gedauert haben bis sie darüber informiert waren, denn das Maulzerreißen hinterher hat eine deutliche Sprache gesprochen.

    Schlimm war für mich, dass sie (insbedondere die Eltern) mich auf subtile Art und Weise ausgegrenzt und in meinen Wünschen unseres Umganges miteinander und mich in meiner Persönlichkeit missachtet haben. Dabei war ich wirklich gerne bereit mich anzupassen und zu integrieren, weil mir das Familienleben wichtig ist. Seine Familie fand ich zwar immer etwas seltsam im Verhalten (hab ich anfangs auf die vermeintlich "regionale Eigenart" geschoben) aber sonst eigentlich nett und kompatibel und habe selbst lange nicht auf meine innere Stimme gehört, dass da einfach was nicht stimmt.

    Als das alles passierte war mein Partner noch sehr jung (ich bin etwas älter ) und er wollte beiden Seiten gerecht werden. Inzwischen sieht er seine Familie anders und weiß, wie sie wirklich tickt, was ihn sehr belastet und momentan auch paartherapeutisch angeschaut wird.
    Er steht (schon länger) voll hinter meiner Entscheidung, den Kontakt zu seiner Familie zu meiden. Ich erinnere ihn an Geburtstage und liefere Hinweise zu Geschenken weil er selbst oft ideenlos ist, ansonsten darf er alleine hingondeln. Ich bestelle keine Grüße und möchte auch keine ausgerichtet bekommen, denn ich lehne jegliche Verlogenheit diesbezüglich ab. Mir geht es sehr gut damit und meinem Partner inzwischen zum Glück auch.

    Liebe Grüße

    Pustekuchen
    Geändert von Pustekuchen78 (03.01.2013 um 21:52 Uhr)

  9. #39
    Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: Reduzierter Kontakt zu den Schwiegereltern

    Liebe Ella,

    nur ein paar Gedanken von meiner Seite:

    Ich stimme zu, daß das Verhalten deines Mannes bzw. sein zu-dir-Stehen, der zentrale Punkt ist. Wenn er zu dir steht und dich gegen seine Familie abschirmt, so daß du aus der Schußlinie bist, und auch klare Grenzen setzt ("so nicht mit meiner Frau..."), dann kannst du sicher mit seiner Familie besser klarkommen, mit der notwendigen Distanz (die skirbifax beschrieben hat. Man kann familiäre Nähe mit der Schwiegerfamilie nicht herstellen/erzwingen, sie ist ein Glücksfall, wenn sie sich einstellt.)


    Von deiner Seite aus wäre es wichtig, die Beziehung zu deinem Mann zentral zu sehen und, über normale Höflichkeit hinaus, darauf zu pfeifen, was die Familie von dir, von ihm, von euch hält. Dich da freier zu machen und zu dir und euch zu stehen.


    Was ich aber auch überlege, ist deine Lage als Fremde im Land und in der Kultur. Ich lebe auch in Skandinavien (Norwegen) und kann mir unter deinen Schilderungen was vorstellen (ob es dann wirklich das ist, was du erlebst, kann ich natürlich nicht sagen. Aber Doppelmoral, Scheinheiligkeit, "baksnakking" (also hinter-dem-Rücken-Reden), familiäre Netzwerke und Treffen in einer mir vorher fremden Intensität, soziale Kontrolle, Gleichheitsdruck usw. kenne ich jedenfalls von hier auch.


    Deine Position gegenüber der Familie mag auch deshalb schwierig sein, weil du in deinem Standing geschwächt sein kannst alleine dadurch, daß du anders bist in einem Land, in dem man nicht anders sein soll und in dem Anderssein suspekt und erklärungsbedürftig ist. (Ja, das ist es sicher immer in gewissem Maße, aber es mag sein, daß es in Skandinavien teilweise generell einfach noch nicht so viel Erfahrung mit und Akzeptanz für "Fremde" gibt). So daß die Familie immer das Recht, weil den Brauch, den alle so kennen, auf ihrer Seite zu haben scheint, während du nie so selbstverständlich von etwas ausgehen kannst, dich immer erklären müßtest, ultimativ alleine dastehst.


    Mag sein, daß ich das so schildere, wie es für dich gar nicht zutrifft. Aber ich meine, daß man als Ausländerin in einem solchen Land, bei allen Vorzügen, die es auch haben mag, immer mit einem Handicap antritt, das einen weniger sicher, weniger wehrhaft, weniger elegant selbstverständlich sein/wirken läßt.


    Wobei ich das Verhalten der Tante erstaunlich finde, weil unsagbar unhöflich, sicher auch nach landesüblichen Maßstäben, und unsagbar ungerecht dir gegenüber.

    Auch hier, wo ich lebe, ist die deutsche Besatzung ab und zu Thema, und dann rücke ich (für meine Kinder) immer mal die Zeitperspektive gerade und erkläre, daß der Krieg zu Ende war als der (deutsche) Opa ein Grundschulkind war.


    Aber wie gesagt, auch falls das von mir geschilderte "Fremdheits"-Handicap für dich zutrifft, so ist es dein Mann, der, sowieso und extra, deinen Stand gegenüber der Familie ganz deutlich machen und dich absichern und abschirmen müßte. Hmm - das ist halt das unvermeidliche Erwachsenwerden, das für manche Söhne erst deutlich wird, wenn sie den Konflikt Herkunfstfamilie - neue Familie erleben.
    that was the river - this is the sea


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