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  1. #1

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    Eigene Lust abgewöhnen?

    Liebe Foristen,

    ich lese hier schon seit einiger Zeit mit und was mich beschäftigt kommt mir wie ein Mischmasch-Sammelthread aus vielen anderen Posts vor.

    Kurz gesagt: Wir Anfang Mitte 30 sind seit 9 Jahren ein Paar, seit 3 verheiratet und haben ein tolles Leben zusammen, Reden, Freiräume, gemeinsame Zeit und Unternehmungen, Reisen - was fehlt ist der Sex, mir zumindest. Ich spüre wie mir das mit der Zeit wichtiger wird und es damit ein immer größeres Problem darstellt, was mir als Lösung noch einfällt - und das mag etwas provokant sein - ich muss mir meine Lust halt abgewöhnen und Sex aus dem Kopf schlagen. Kennt Ihr das? Gehört das zu den Kompromissen im Leben wo es "perfekt" halt nicht gibt und man für sich gewichten muss? Hat jemand für sich schon mal geschafft, ein so grundlegendes Bedürfnis los zu werden und wenn ja wie?

    Das Thema war nie ein einfaches, wir sind durch einige Zeit der Fernbeziehung gegangen, was es erklärbar gemacht hat. Wir haben es angesprochen und sind von hormoneller Verhütung umgestiegen was tatsächlich eine Änderung bewirkt hat, auch bewusstes und behutsames angehen des Themas im Gespräch hat einen Trend zum guten erkennen lassen, der mich durch meine damaligen Zweifel geführt hat. Das war aber wie mir jetzt klar wird mehr Wunschdenken als echte Chance. Inzwischen ist das Thema anzusprechen nicht mal möglich da man halt mal abwarten müsse, dauernd (so alle 3 Monate) drüber Reden erhöht nur den Druck und macht es noch unmöglicher (sagt sie). Ich verstehe ja auch irgendwie den Punkt mit Druck aufbauen, drum bringe ich es nicht wirklich zur Sprache. Klassische Verführungsversuche bringen keinen Erfolg genau so wenig wie ab und an ein Monat raus aus allem aber in netter Urlaubsumgebung die sie sich gewünscht hat. Ich bin so weit "erzogen", dass ich beim kuscheln alles vermeide was mir natürlich und zärtlich erscheinen würde, ihr aber zu viel ist. Mich rar machen und sie das Thema selbst lenken zu lassen führt auch nur dazu, dass nichts passiert. Die wenigen Male, die wir es dann wirklich versuchen liegt sie auf der Lauer nach den Problemen die auftreten können, zumindest bis sie sich fallen lassen kann, dann auch offenbar ihren Spaß und ihre Befriedigung dabei findet, was die Sache allerdings auch beendet weil es danach für sie dann schnell unangenehm wird.
    Kürzlich mitzuerleben wie sich ein Paar gerade findet und näher kommt hat mich emotional in ein Loch gerissen, was ich so nicht erwartet habe. Klar werden wir nicht wie frisch verliebte sein, aber das zu sehen hat mir so deutlich gezeigt was mir fehlt und was ich nicht haben kann scheinbar, dass ich es nur schwer aushalten konnte ohne laut aufzuschreien. Den zaghaften Versuch es anzusprechen hat sie auch da mit "lass uns einfach Zeit" recht schnell beendet.
    So gesehen scheine ich einfach unterschiedliche Bedürfnisse akzeptieren zu müssen. Was mich nur ratlos zurück lässt: wie werde ich mein Bedürfnis danach los?

  2. #2

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    4.942

    AW: Eigene Lust abgewöhnen?

    Hallo riegel, mein Exmann war auch ein Sexmuffel. Ich hatte aber nie das Bedürfnis, mir meine Bedürfnisse abzugewöhnen, sondern habe mich irgendwann von ihm getrennt. Es gibt auch ein Leben mit einem Menschen, der sexuell auf einer Wellenlänge liegt.

    Habt ihr Kinder? Wenn nein: LASS es auf jeden Fall, danach wird es noch schlimmer.

  3. #3
    mondmaid
    gelöscht

    AW: Eigene Lust abgewöhnen?

    Zitat Zitat von riegel Beitrag anzeigen
    So gesehen scheine ich einfach unterschiedliche Bedürfnisse akzeptieren zu müssen.
    Ja, da wird dir nichts anderes übrig bleiben, wenn du mit deiner Partnerin zusammen bleiben möchtest.

    Was mich nur ratlos zurück lässt: wie werde ich mein Bedürfnis danach los?
    Ist deine Frage ernst gemeint?

    Falls ja: gar nicht.
    Du kannst dich höchstens mit dem Mangel arrangieren.
    Oder versuchen, zu kompensieren (such dir ein möglichst anstrengendes Hobby).
    Deine Bedürfnisse mit einer anderen Frau zu leben mag ich dir als schnelle Antwort nicht wirklich ans Herz legen, es sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

    Es gibt also Wege, mit deinem Problem zu leben, ohne deine Bedürfnisse los zu werden.

  4. #4

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    64

    AW: Eigene Lust abgewöhnen?

    Hallo!

    So komisch das klingt - sei froh, daß Ihr kuscheln könnt.
    Sex ist wie das Sahnehäubchen auf dem Kaffee: Toll, wenn da, aber auch kein Problem, wenn nicht. Wichtig ist doch der Kaffee (also die Beziehung) an sich.

    Ich habe das durch jahrelange berufliche Trennung (Fernpendler) und durch die Krankheit meiner Frau kennen gelernt. Und ich kann Dir ehrlich sagen, daß der Sex viel weniger gefehlt hat als das Streicheln usw. Bei der Pendelei hatte man die Vorfreude auf jedes 2. Wochenende, doch als sie durch die Chemo berührungsempfindlich wurde, war oftmals ein Händchen-Halten beim Einschlafen das Höchste der Gefühle, weil ihr jede Umarmung, jedes Kuscheln (so sehr sie es wollte) zu weh tat.
    Nun bin ich allein, hatte "Angebote" - und bin nicht (mehr) interessiert. Offensichtlich gibt es eine Entwöhnung.
    Mir fiel das kürzlich auf, als mich eine Bekannte mehr als nur flüchtig umarmte - sie meinte, ich sähe so verloren aus und müßte einfach mal richtig gedrückt werden. Mir hat es die Füße weggezogen - nicht wegen einer körperlichen Reaktion, sondern weil das Kopfkino sofort ablief, wie es das seit etwa 2 Jahren nicht mehr gab.
    Komisch, wenn man als Mann im besten Alter sagen muß, daß man es nicht mehr gewöhnt ist, mehr als nur flüchtig zur Begrüßung/zum Abschied umarmt zu werden.

    Also nicht verzagen! Genieße, daß Ihr Euch in den Arm nehmen und kuscheln könnt. Ich wette, daß die meisten Paare sich dieses Luxus' gar nicht bewußt sind. Man vermißt eben erst, was man nicht mehr hat. Und wenn bei Euch sonst alles klappt (so liest es sich), dann laßt es einfach laufen.

    Es grüßt Dich

    LEER

  5. #5
    mondmaid
    gelöscht

    AW: Eigene Lust abgewöhnen?

    LEER, das ist so traurig!

  6. #6

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    3.660

    AW: Eigene Lust abgewöhnen?

    Ich dachte das Gleiche wie mondmaid: Leer, wie traurig!

    Zitat Zitat von LEER Beitrag anzeigen
    Nun bin ich allein, hatte "Angebote" - und bin nicht (mehr) interessiert. Offensichtlich gibt es eine Entwöhnung.
    Was ich nicht verstehe: Hat die Umarmung alte Wünsche wach werden lassen?

    Riegel, wie lange besteht dieses Problem der Lustlusigkeit? Verstehe ich das richtig, dass das von Anfang sexuell nicht gut lief? Gibt es etwas, was die Lustlosigkeit jetzt schwerer erträglich macht als anfangs?

    Meine Meinung ist diese: Wenn Du Deine Frau liebst, dann sucht zusammen nach Kompromissen! Wenn sie keinen Geschlechtsverkehr mag, dann gibt es vielleicht andere Dinge, die Euch beiden Spaß machen.

    Anscheinend gibt es ja auch lustvolle Phasen. Ich glaube, Du musst mit dem Gedanken leben, dass es ab und zu sexuelle Erfüllung für Dich gibt und dazwischen Kompromisse.
    Viele Grüße

    Massashi

  7. #7

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    AW: Eigene Lust abgewöhnen?

    @Werderbremen: das ist tatsächlich einer der Gründe warum wir keine Kinder haben (in zynischen Momenten würde ich wohl noch denken: wie denn auch, dafür müsste man ja mal...)

    @mondmaid: Ich meinte das schon relativ ernst nachdem mir der andere Weg - sie zu ändern nicht möglich oder auch unfair erscheint, immerhin ist das halt ihre Persönlichkeit - danke für die Idee mit dem Hobby. Ich sitze tausende Kilometer auf dem Rad, die körperliche Anstrengung allein reicht nicht darüber hinweg, mir noch was daneben zu suchen würde gemeinsame Zeit anknabbern, das will ich auch nicht.

    @LEER: Danke für den Hinweis zur Besinnung auf das Wesentliche und es tut mir leid zu hören was Dir wiederfahren ist. Ich weiß, dass mein Gedanken "Jammern auf hohem Niveau" sind, was mich trifft ist halt wie wichtig mir dieses Sahnehäubchen wird. Es nagt und nagt und lässt sich nicht angehen und beeinflusst wie ich die schönen Zeiten und das Glück was wir haben sehen und empfinden kann. Ich spüre wie ein Teil von mir sich einigelt und bebend Wach liegt wenn der Rest schlafen sollte. Auch weil sie durch schwere Krankheit gegangen ist und mir klar ist wie sehr ich mit ihr zusammen sein will, will ich dann nicht irgendwann am Schluss ankommen, den Werderbremen nahe legt.

  8. #8
    schnellschnell
    gelöscht

    AW: Eigene Lust abgewöhnen?

    Zitat Zitat von riegel Beitrag anzeigen
    Kurz gesagt: Wir Anfang Mitte 30 sind seit 9 Jahren ein Paar, seit 3 verheiratet und haben ein tolles Leben zusammen, Reden, Freiräume, gemeinsame Zeit und Unternehmungen, Reisen - was fehlt ist der Sex, mir zumindest.
    Was du beschreibst ist für mich ein tolles Leben, ABER. Das ist was anderes als ein tolles Leben.

    Du bestehst wie jeder Mensch aus Geist, Seele und Körper - und wenn eins davon verkümmert und verdorrt in einer Beziehung, und zwar egal was, wie kannst du die toll nennen?

  9. #9
    mondmaid
    gelöscht

    AW: Eigene Lust abgewöhnen?

    Zitat Zitat von riegel Beitrag anzeigen
    @mondmaid: Ich meinte das schon relativ ernst nachdem mir der andere Weg - sie zu ändern nicht möglich oder auch unfair erscheint, immerhin ist das halt ihre Persönlichkeit - danke für die Idee mit dem Hobby. Ich sitze tausende Kilometer auf dem Rad, die körperliche Anstrengung allein reicht nicht darüber hinweg, mir noch was daneben zu suchen würde gemeinsame Zeit anknabbern, das will ich auch nicht.
    O.k., ich glaube dir - war mir nicht ganz sicher, ob das nicht eine Mischung aus Verzweiflung und nicht ganz ernstgemeinter Koketterie war.... sorry.


    Nee du - Bedürfnisse abgewöhnen: das klingt für mich ungesund. Und ich glaube auch nicht, dass das geht. Es macht eher bitter und und du könntest daraus Aggressionen (gegen deine Frau oder dich selbst) entwickeln - nicht gut.

    Das wird dir nicht viel helfen, im Moment, aber: du kannst lernen, mit dem Mangel zu leben.
    Du kannst dich entscheiden, damit zu leben - das gibt dir deine Souveränität wieder.
    Du bestimmst, was wichtig ist für dich in eurer Beziehung.
    Und wenn es etwas für dich wichtiges (Sex) nicht geben kann - dann überlege, wie wichtig alles andere ist - und was du verlieren würdest, wenn du auf der Durchsetzung des einen bestehen würdest...

    Du kannst nicht entscheiden über die gemeinsame Sexualität - aber du kannst entscheiden über deine Prioritäten, auch bei erschwerten Bedingungen.

  10. #10

    Registriert seit
    12.12.2012
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    AW: Eigene Lust abgewöhnen?

    Zitat Zitat von Massashi Beitrag anzeigen
    Riegel, wie lange besteht dieses Problem der Lustlusigkeit? Verstehe ich das richtig, dass das von Anfang sexuell nicht gut lief? Gibt es etwas, was die Lustlosigkeit jetzt schwerer erträglich macht als anfangs?

    Anscheinend gibt es ja auch lustvolle Phasen. Ich glaube, Du musst mit dem Gedanken leben, dass es ab und zu sexuelle Erfüllung für Dich gibt und dazwischen Kompromisse.
    Ja, es lief von Anfang an nicht so gut Sexuell, sie war unerfahren vor mir, wir hatten zeitweilig auch eine Fernpendler-Beziehung, es gab immer wieder Gründe die erklären, warum es so ist und schon besser werden wird (manche würden Selbstbetrug sagen?)

    Was die Lustlosigkeit schwerer erträglich macht ist die Tatsache, dass es eigentlich keine lustvollen Phasen mehr gibt. Die 4-6 Mal im Jahr, wenn alles perfekt zusammen kommt sind ziemlich darauf ausgerichtet, dass Sie ihre Befriedigung findet (und ich keine falsche Bewegung mache) und halt die Tatsache, dass mir das neulich so deutlich wurde. Also auch das Bewusstsein, dass es gerade nicht auf eine Lösung zugeht, sondern ich die "Lösung" = mehr lustvolle Phasen einfach nur dringender will und dem ferner bin denn je.

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