Liebe Foristen,
ich lese hier schon seit einiger Zeit mit und was mich beschäftigt kommt mir wie ein Mischmasch-Sammelthread aus vielen anderen Posts vor.
Kurz gesagt: Wir Anfang Mitte 30 sind seit 9 Jahren ein Paar, seit 3 verheiratet und haben ein tolles Leben zusammen, Reden, Freiräume, gemeinsame Zeit und Unternehmungen, Reisen - was fehlt ist der Sex, mir zumindest. Ich spüre wie mir das mit der Zeit wichtiger wird und es damit ein immer größeres Problem darstellt, was mir als Lösung noch einfällt - und das mag etwas provokant sein - ich muss mir meine Lust halt abgewöhnen und Sex aus dem Kopf schlagen. Kennt Ihr das? Gehört das zu den Kompromissen im Leben wo es "perfekt" halt nicht gibt und man für sich gewichten muss? Hat jemand für sich schon mal geschafft, ein so grundlegendes Bedürfnis los zu werden und wenn ja wie?
Das Thema war nie ein einfaches, wir sind durch einige Zeit der Fernbeziehung gegangen, was es erklärbar gemacht hat. Wir haben es angesprochen und sind von hormoneller Verhütung umgestiegen was tatsächlich eine Änderung bewirkt hat, auch bewusstes und behutsames angehen des Themas im Gespräch hat einen Trend zum guten erkennen lassen, der mich durch meine damaligen Zweifel geführt hat. Das war aber wie mir jetzt klar wird mehr Wunschdenken als echte Chance. Inzwischen ist das Thema anzusprechen nicht mal möglich da man halt mal abwarten müsse, dauernd (so alle 3 Monate) drüber Reden erhöht nur den Druck und macht es noch unmöglicher (sagt sie). Ich verstehe ja auch irgendwie den Punkt mit Druck aufbauen, drum bringe ich es nicht wirklich zur Sprache. Klassische Verführungsversuche bringen keinen Erfolg genau so wenig wie ab und an ein Monat raus aus allem aber in netter Urlaubsumgebung die sie sich gewünscht hat. Ich bin so weit "erzogen", dass ich beim kuscheln alles vermeide was mir natürlich und zärtlich erscheinen würde, ihr aber zu viel ist. Mich rar machen und sie das Thema selbst lenken zu lassen führt auch nur dazu, dass nichts passiert. Die wenigen Male, die wir es dann wirklich versuchen liegt sie auf der Lauer nach den Problemen die auftreten können, zumindest bis sie sich fallen lassen kann, dann auch offenbar ihren Spaß und ihre Befriedigung dabei findet, was die Sache allerdings auch beendet weil es danach für sie dann schnell unangenehm wird.
Kürzlich mitzuerleben wie sich ein Paar gerade findet und näher kommt hat mich emotional in ein Loch gerissen, was ich so nicht erwartet habe. Klar werden wir nicht wie frisch verliebte sein, aber das zu sehen hat mir so deutlich gezeigt was mir fehlt und was ich nicht haben kann scheinbar, dass ich es nur schwer aushalten konnte ohne laut aufzuschreien. Den zaghaften Versuch es anzusprechen hat sie auch da mit "lass uns einfach Zeit" recht schnell beendet.
So gesehen scheine ich einfach unterschiedliche Bedürfnisse akzeptieren zu müssen. Was mich nur ratlos zurück lässt: wie werde ich mein Bedürfnis danach los?











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