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  1. #11
    Avatar von ilazumgeier
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    13.096

    AW: Unterschiedliche Einstellung zum Thema Autorität

    Ist dein Freund von Autorität(en) geprägt (worden) oder von autoritärem Verhalten?
    We got rid of the kids, the cat was allergic

  2. #12
    zonnebloem
    gelöscht

    AW: Unterschiedliche Einstellung zum Thema Autorität

    Nee Halina, da habe ich die Situation wohl etwas falsch geschildert.
    Ich wollte mir etwas Unterstützung holen bei meinem Freund, was meinen Sohn anbelangt. Der ja seit fünf Jahren keine Vaterfigur mehr hat und bei bestimmten Schwierigkeiten, wie z.B. sein Auto, jemanden brauchen kann der davon etwas versteht.
    Natürlich hätte mir irgendwie klar sein müssen, wenn mein Freund in die Sache verwickelt wird, hat er auch ein Recht seine Meinung kundzutun. Nur ist das jetzt einfach ausgeartet, und wir sind an einem Punkt, bei dem die Diskussionen um meinen Sohn mich einfach nur noch nerven, ermüden, runterziehen. Und das wirkt sich nicht besonders erbaulich auf die Beziehung aus.

  3. #13
    zonnebloem
    gelöscht

    AW: Unterschiedliche Einstellung zum Thema Autorität

    Zitat Zitat von ilazumgeier Beitrag anzeigen
    Ist dein Freund von Autorität(en) geprägt (worden) oder von autoritärem Verhalten?
    Ja nur, und er findet das alles hervorragend. Er ist der klassische "Macho" was nicht nur negativ sein muß. Aber, unter Brüdern großgeworden, Mutter früh verloren, Bundeswehr u.s.w., eigentlich ständig in einer männerdominierten Welt.
    Er hat auch manchmal wirklich krude Ansichten über Politik, wenn ihr versteht, was ich meine. Und wie gesagt "Bootcamps".
    Da kann und will ich seine Meinung nicht teilen. Unabhängig, wie mein Sohn sich derzeit verhält.

  4. #14
    zonnebloem
    gelöscht

    AW: Unterschiedliche Einstellung zum Thema Autorität

    Zitat Zitat von ilazumgeier Beitrag anzeigen
    Ist dein Freund von Autorität(en) geprägt (worden) oder von autoritärem Verhalten?
    Ach sorry, hab den Satz nicht richtig gelesen, aber ich denke, sowohl als auch.

  5. #15
    Avatar von ilazumgeier
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    AW: Unterschiedliche Einstellung zum Thema Autorität

    Dein Sohn aber nicht. Eine echte Autorität könnte ihn vielleicht zum Nachdenken über manche Dinge bringen, autoritäres Verhalten wird nur Widerspruch und Ablehnung provozieren. Zum Glück! Vielleicht kriegt dein Sohn manches nicht so auf die Reihe, wie es auch für ihn wünschenswert wäre, aber seine Persönlichkeit wurde nicht gebrochen. In die Spur finden kann er durch graduelles Zurücknehmen
    We got rid of the kids, the cat was allergic

  6. #16
    Avatar von Pacifique
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    AW: Unterschiedliche Einstellung zum Thema Autorität

    Oh, da stellen sich mir die Haare auf:

    Ein alter Besserwisser scheint er zu sein. Es ist hübsch einfach, anderen Vorhaltungen zu machen, aber selber nicht zeigen zu brauchen, wie man es besser gemacht hätte.
    Kindererziehung ist eine große Leistung - er kann nichts dergleichen aufweisen. Er hat keine eigenen Kinder, war niemals in der Elternrolle.
    Es gibt keine perfekte Erziehung. Du hast ein schlechtes Gewissen (scheint so) und er bringt dich zusätzlich dahin, ständig ein schlechtes Gewissen zu haben. Eltern machen nun mal auch vieles falsch in der Erziehung (Ob es tatsächlich "falsch" ist, scheint jetzt mal dahin gestellt. Kann auch sein, dass ER das nur so sieht.) Gefühle gegenüber dem eigenen Kind spielen dabei eine sehr große Rolle. Außerdem werden die Kinder nicht nur durch die Eltern geprägt, da spielen sehr viele Faktoren mit rein.

    Ich kann mir vorstellen, dass dich die Reaktionen deines Partners sehr nerven und du dich selbst und dein vergangenes Leben mit Sohn in Frage stellst und an deinen Fähigkeiten zweifelst.
    Ziehe da eine Grenze. Der Sohn ist nun mal so, wie er ist. Ihr werdet nichts mehr daran ändern können.
    Dein Partner soll sich da raushalten. Gibt es Bereiche, die deinen Partner tangieren, soll er selber tätig werden und auf deinen Sohn einwirken.

    Was deine Beziehung mit dem Partner betrifft: könnte es sein, dass seine Äußerungen zu deiner Erziehung ein Ventil für ganz anderes ist, was in eurem Verhältnis (oder in seinem Verhältnis zu dir) im Argen liegt ?????

  7. #17

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    AW: Unterschiedliche Einstellung zum Thema Autorität

    Zitat Zitat von zonnebloem Beitrag anzeigen
    Nee Halina, da habe ich die Situation wohl etwas falsch geschildert.
    Ich wollte mir etwas Unterstützung holen bei meinem Freund, was meinen Sohn anbelangt. Der ja seit fünf Jahren keine Vaterfigur mehr hat und bei bestimmten Schwierigkeiten, wie z.B. sein Auto, jemanden brauchen kann der davon etwas versteht.
    Natürlich hätte mir irgendwie klar sein müssen, wenn mein Freund in die Sache verwickelt wird, hat er auch ein Recht seine Meinung kundzutun. Nur ist das jetzt einfach ausgeartet, und wir sind an einem Punkt, bei dem die Diskussionen um meinen Sohn mich einfach nur noch nerven, ermüden, runterziehen. Und das wirkt sich nicht besonders erbaulich auf die Beziehung aus.
    Dein Sohn und Dein Freund sitzen wahrscheinlich jeder am Ende einer Skala. Klar gibt es dann Differenzen wenn die Beiden es miteinander zu tun bekommen. Würde mir jemand ein Versprechen nicht halten würde ich mich erstens verletzt fühlen und zweitens bespräche ich das mit meiner besseren Hälfte. Jetzt ist derjenige der mich aufregt sein Kind, was nun?

    Ich finde Dein Freund darf schon sagen was ihn gestört hat. Und wenn die Art Deines Sohnes "auffälliger" ist das die Deiner anderen Kinder dann ist das doch Tatsache oder nicht? Nur weil er Dein Sohn ist schützt ihn das doch nicht vor Auseinandersetzungen? An Deiner Stelle würde ich den Konflikt/das Nichtmiteinanderkönnen (evtl) bei den Beiden lassen. Der Junge ist fäddicherzogen, wohnt nicht bei Euch, von daher bräuchte es Euren Alltag überhaupt nicht tangieren.

    Vielleicht kannst Du Deinen Sohn ja auch etwas von außen betrachten und ganz vielleicht hat Dein Lebensgefährte nicht total daneben gelegen? Wichtig ist hier das Schuldprinzip ("deine doofe Erziehung") auszuklammern. Et is wie et is. Es hilft nichts jetzt einen Schuldigen zu suchen. Verteidige Dich nicht. Und sieh es nicht als persönlichen Angriff wenn Dein Partner Deinen Sohn kritischer sieht als Du es tust. Er darf ihn kritisch sehen vor allen Dingen auch dann wenn DU ein Problem mit Deinem Kind hast.

    Vielleicht braucht der junge Mann auch mal Grenzen gezeigt bzw. eine Reaktion wenn er nicht zu seinem Wort steht (hab es so verstanden daß er versprochen hat zu helfen und es dann doch nicht getan hat). Eine Mutter muß nicht alles entschuldigen nur weil sie jemanden geboren hat. Wenn dieserjenige mal voll daneben gehauen hat darf sie sich auch anhören daß es anderen nicht so dolle gefallen hat. Vor allen Dingen wenn sie selbst davon betroffen waren. Oder sich immer wieder anhören dürfen was alles Sorgen macht.

    Immer die gleiche Leier ohne mal was echt anzupacken ("hör mal junger Mann, das war jetzt das letzte Mal") macht auch etwas mit demjenigen der sich das immer wieder anhören darf. Und zusieht daß nicht konsequent gehandelt wird. Du hast es früher mit weniger Konflikt versucht zu schaffen und meinst heute daß Du da wohl daneben gelegen hast. Ja und? Gestern ist Gestern und heute kannst Du doch anders wenn Du meinst daß es sein muß!

    Die Aussage mit dem "Bootscamp" (ist das sone Art Überlebenserziehungstrainingslager?) würde ich in einer Hinsicht sehr ernstnehmen. Für mein Gefühl drückt es Ohnmacht und Hilflosigkeit aus wo man an einem Punkt angekommen ist wo man nicht mehr weiterweiß. Deinem Partner reicht es so langsam und er sieht daß Du in seinen Augen rumeierst. Das kann echt aggressiv machen wenn sich jemand (Du) so wenig wehrt und nicht auf den Tisch haut wo es endlich mal genug ist. Da kann ich Deinen Partner schon verstehen.

    Nur weil er ihn nicht großgezogen hat heißt es nicht daß er nicht auf ihn sauer sein darf. Vielleicht mag er ihn auch nicht, das muß er auch nicht, schließlich wohnt der Sohn nicht mehr im Mutterhaus.

    Woltera
    Das Leben hat keine Generalprobe, wir sind mitten im Auftritt!!

  8. #18
    zonnebloem
    gelöscht

    AW: Unterschiedliche Einstellung zum Thema Autorität

    Also, wollte euch allen danke sagen. Da waren durchwegs kluge Antworten für mich dabei, und haben mich zum Nachdenken angeregt.
    Ja, ich muß wohl mal meine Rolle in der Beziehung grundsätzlich überdenken. Es ist, wie bei euren Antworten, ein sowohl als auch. Einerseits habe ich mich aufgeweicht und verletzlich gemacht, andererseits kann mein Freund natürlich mit seinem Verhalten dort andocken. Es ist Risiko und Chance zugleich. Und weil so vieles hier in den Foren in Grund und Boden diskutiert wird, machen wir mal eine Verschnaufpause und ich versuche aus euren Denkhilfen was zu lernen.
    Wenns wieder stürmisch wird, meld ich mich. Bis dahin, eine gute Zeit.

  9. #19
    zonnebloem
    gelöscht

    AW: Unterschiedliche Einstellung zum Thema Autorität

    Ja da bin ich wieder, leider.
    Wir hatten wieder eine ziemliche Auseinandersetzung wegen meinem Sohn. Leider habe ich alle meine guten Vorsätze über Bord geworfen, und Probleme , die ich momentan mit ihm habe (finanzieller Natur) haarklein meinem Freund erzählt. Ich weiß, daß so etwas nur schief gehen kann, er ist eben zwecks oben genannter Einstellung einfach nicht der richtige Gesprächspartner. Wir hatten dann so einen Konflikt, daß ich nach Hause fuhr und mich stark zurückgezogen habe. Ich wusste auch ehrlich gesagt, nicht mehr, ob ich ihn überhaupt noch liebe. Aber das ist doch Quatsch. Teilweise sind seine Kritikpunkte nicht unberechtigt, und bloß weil ich das nicht hören will, gleich die Beziehung abzubrechen. Andererseits geht er mir, und das nicht nur in der Sache mit meinem Sohn, mit seiner Rechthaberei und immer über alles erhaben sein, oft furchtbar auf die Nerven. Es ist für ihn wohl Teil seiner Männlichkeit, niemals Schwäche zu zeigen.
    Mittlerweile ist die Leichtigkeit gänzlich aus unserer Beziehung verschwunden und ich bin ziemlich ratlos. Meine Tochter hat mir geraten, einen "Cut" was das Thema mit meinem Sohn anbelangt zu machen, aber ich fürchte dazu ist es schon zu spät. Ich habe einfach zu wenig Möglichkeiten, auszuweichen. Es gibt eigentlich niemanden so Vertrauten, dem ich das erzählen könnte. Mein Freund versteht auch nicht, was ich in dem Moment eigentlich brauche.Er sucht nach Lösungen, ich brauche eigentlich nur jemanden, der mir zuhört und mich annimmt. Er fühlt sich genauso hilflos wie ich, das hat er auch schon zugegeben. Aber, so kann das einfach nicht mehr weitergehen.

  10. #20
    Avatar von chironex_fleckeri
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    AW: Unterschiedliche Einstellung zum Thema Autorität

    zonnebloem,

    fällt Dir nicht auf, dass das verbindende Thema

    GRENZEN

    heisst, und sehr viel mit Dir zu tun hat?

    So ganz verstehe ich Deine Situation mit Deinem Sohn faktisch nicht - dieser Sohn ist erwachsen, und lebt offenbar nicht in Deinem Haushalt.

    Da treffe ich also auf die erste Grenzfrage: Wie kann es sein, dass Du Dich so in seine Themen hinein ziehen lässt, dass Du darüber mit Dritten in Konflikt gerätst? Wenn Dein Sohn erwachsen ist und ein erwachsenens Leben führen möchte, ist er auch für seine Finanzen, für sein Auto etc. verantwortlich. Wenn er Hilfe braucht, kann er danach fragen - und zwar denjenigen, von dem er sich Hilfe erhofft. Er braucht keine Fürsprecherin, die die Dinge für ihn regelt, während er daneben steht und andere machen lässt.

    Dein Sohn hätte also, wenn Du ihn als Erwachsenen wahrnimmst, SELBST einen Konflikt mit Deinem Lebensgefährten, und müsste diesen ausfechten.

    Die zweite Grenzproblematik betrifft Dich selbst: Du hast Schuldgefühle, und aus diesen heraus lässt Du Dich auf Grundsatzdiskussionen zum Thema Erziehung ein, bei denen Du nur verlieren kannst. Ihr sprecht über die Vergangenheit, also einen Zeitraum, den Du nicht mehr gestalten kannst - vorbei, gelaufen, keine Eingriffsmöglichkeit mehr. Was Du damals versäumt hast, lässt sich heute nicht mehr nachholen, denn Dein Sohn ist HEUTE kein Kind mehr.

    Hier wärest also Du gefragt, Dich abzugrenzen, indem Du deutlich machst, dass Du die Vergangenheit nicht diskutierst, dass Du davon ausgehst, dass jeder Mensch Fehler macht, sich mal vergalloppiert, oder aufgrund eigener Probleme nicht so agiert, wie es vielleicht wünschenswert wäre, dies aber menschlich ist, und Du es nur HEUTE, hier und jetzt anders anpacken kannst.

    Beispielsweise indem Du Deinem Sohn erlaubst, seine Konflikte selbst auszutragen. Indem Du aufhörst, seine Kämpfe für ihn auszutragen. Indem Du also SEINE Grenzen anerkennst, und DEINE Grenzüberschreitungen unterlässt - warum ist es notwendig, dass Du für Themen Verantwortung übernimmst, die Dich eigentlich gar nicht mehr betreffen? Traust Du Deinem Sohn so wenig zu? Und kannst Du es aushalten, dass seine Unfähigkeit, Themen selbst zu regeln, mit Deinem Misstrauen in seine Fähigkeit zusammen hängen, sie hervor bringen kann?

    Das nächste Grenzthema sehe ich in der Unvereinbarkeit von Standpunkten, beispielsweise hinsichtlich "Autorität". Das, was Dein Freund darunter versteht, hat mit Autorität meines Erachtens wenig zu tun - Autorität ist nicht gleichbedeutend damit, autoritär im Sinne von bestimmend und dominierend aufzutreten. Ein Mensch mit Autorität hat das gar nicht nötig. Ich denke, dass Ihr diesbezüglich an einem Grundsatzproblem steht und Du für Dich die Frage klären musst, ob Du bereit bist, Dich dominieren zu lassen, oder ob Du Dir einen Partner wünschst, der in der Lage ist, Deine Standpunkte und Einstellungen, die u.U. von seinen abweichen, zu respektieren.

    Auch hier wärest Du gefragt, klare Grenzen aufzuzeigen, und deutlich zu machen, dass Du gut akzeptieren kannst, wenn Dein Freund eigene und von Deinen abweichende Einstellungen und Meinungen vertritt, aber im Gegenzug erwartest, dass auch Deine Haltung respektiert wird. Solange ein Thema nicht Eure Beziehung direkt betrifft, muss es möglich sein, auch ohne Konsens zurecht zu kommen.

    Was bringt es denn, Dir heute die "Schuld" zuzuweisen, durch Versäumnisse in der Vergangenheit Konflikte in der Gegenwart herauf beschworen zu haben? Ändert, verbessert sich dadurch etwas?

    Jeder kann nur sein Verhalten HEUTE steuern, ändern, hinterfragen. Und genau das steht jetzt an, insbesondere eben hinsichtlich der Grenzen, die hier von allen munter überschritten, und Verantwortlichkeiten, die nicht wahr genommen werden.

    Das Zauberwort heisst Verantwortung hier und jetzt. Wenn Du die übernimmst, bekommst Du auch die Chance, Deine Schuldgefühle hinsichtlich einer Zeit, die Du jetzt nicht mehr beeinflussen kannst, zu befrieden.

    LG
    c_f
    Erkenntnis des Tages: Begegne der Welt lächelnd, und sie lacht zurück

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