+ Antworten
Ergebnis 1 bis 9 von 9
  1. #1

    Registriert seit
    26.08.2004
    Beiträge
    38

    Altenpflege,200- Stunden-Basiskurs, ja oder nein ?

    Ich brauche mal ein paar Tipps von Euch.

    Ich bin 47 Jahre, will mich noch mal beruflich verändern.

    Und zwar dachte ich an Alten/Krankenpflege.

    Vorher wollte ich diesen 200-Stunden-Basiskurs mitmachen.

    Nun ein paar Fragen zu diesem Kurs, vielleicht hat ja wer damit Erfahrung.

    Was wird in diesem Kurs an Wissen vermittelt?
    Reicht dieser Kurs um gut in der Pflege arbeiten zu können ?
    Hat es überhaupt Nutzen mit diesem Kurs?
    Kann man mit diesem Kurs selbständig am/mit Menschen arbeiten, oder ist man dann auch nur Hilfskraft? Geht nur einer "richtigen" Pflegerin zur Hand.

  2. #2
    Avatar von marlenchen
    Registriert seit
    18.01.2008
    Beiträge
    209

    AW: Altenpflege,200- Stunden-Basiskurs, ja oder nein ?

    hallo lindel,
    ich selber habe eine 3- jährige ausbildung in der krankenpflege gemacht und keine ausbildung zur pflegehelferin (ich weiß leider nicht genau, ob das die richtige bezeichnung ist),
    würde aber sagen, dass es im pflegebereich auch in deinem alter mit dieser einjährigen ausbildung noch gute jobchancen gibt (in pflegediensten, altenheimen etc.).

    die bezahlung einer pflegehelferin ist aber wohl deutlich niedriger als die der gemeinen krankenschwester...

    was noch zu bedenken ist: die körperliche und psychische belastung in der pflege ist sehr hoch. traust du dir das zu für die nächsten x jahre?

    hast du schon mal in den bereich reingeschnuppert und zum beispiel ein praktikum gemacht?

    lg, marlenchen

  3. #3
    Avatar von Valentine
    Registriert seit
    19.05.2005
    Beiträge
    487

    AW: Altenpflege,200- Stunden-Basiskurs, ja oder nein ?

    hallo,

    ich bin von beruf arzthelferin und mit 47 jahren in die altenpflege gewechselt. ich habe bewusst keine kurse oder ausbildung dies bezüglich gemacht. meine ausbildung wird nicht anerkannt, aber ich arbeite als pflegehelferinn und ich habe es echt noch nicht bereut. bin jetzt 52 und klar, man kommt körperlich und emotional an seine grenzen. ich arbeite nur 54% und habe so entsprechend freizeit und kann da ganz viel für mich selbst tun, um dem job gerecht zu werden.
    wenn du dir nicht sicher bist, hospitiere in einem heim, damit du einen einblick bekommst.
    ich muss noch sagen, dass ich als 100% kraft diese belastung NICHT schafffen würde.

    liebe grüsse valentine

  4. #4
    Albise
    gelöscht

    AW: Altenpflege,200- Stunden-Basiskurs, ja oder nein ?

    Zitat Zitat von Lindel
    Ich brauche mal ein paar Tipps von Euch.

    Ich bin 47 Jahre, will mich noch mal beruflich verändern.

    Und zwar dachte ich an Alten/Krankenpflege.

    Vorher wollte ich diesen 200-Stunden-Basiskurs mitmachen.

    Nun ein paar Fragen zu diesem Kurs, vielleicht hat ja wer damit Erfahrung.

    Was wird in diesem Kurs an Wissen vermittelt?
    Reicht dieser Kurs um gut in der Pflege arbeiten zu können ?
    Hat es überhaupt Nutzen mit diesem Kurs?
    Kann man mit diesem Kurs selbständig am/mit Menschen arbeiten, oder ist man dann auch nur Hilfskraft? Geht nur einer "richtigen" Pflegerin zur Hand.
    Hallo Lindel,

    ich kann Dir nur dringendst abraten, ob mit oder ohne Kurs.

    Ich weiß zwar nicht, was in diesem Kurs vermittelt wird, spielt aber auch keine Rolle, denn ohne 3-jährige Ausbildung bist Du auf jeden Fall nur eine Hilfskraft. Und mit etwas Glück kriegst Du so eine Stelle auch ohne Kurs und ohne Vorkenntnisse.

    Selbstständig arbeiten (nach Einarbeitung, die u. U. auch nur 1 Tag dauern kann) am/mit Menschen kannst/darfst/musst Du natürlich schon.

    Du darfst die Grundpflege durchführen: Waschen, Anziehen, Essen reichen, Lagerungen durchführen, Transfers (teilweise sehr anstrengend).
    Aber keine Behandlungspflege durchführen (Spritzen, Verbände, Tabletten richten und verabreichen).

    Die Arbeit - auch von examinierten Kräften - ist allein schon körperlich sehr schwer! Bei Teilzeit und 3-jähriger Ausbildung geht das gerade noch. Aber die Pflegehelfer schuften wirklich nur die ganze Zeit und haben nicht die kurze Abwechslung wie Behandlungspflege, Pflegeplanungen schreiben usw.

    Zu den Berufsaussichten:
    Mit 3-jähriger Ausbildung sind sie derzeit sehr schlecht. So viele Krankenschwestern arbeiten in Pflegeheimen. Kaum eine zum Spaß, sondern weil sie in den Krankenhäusern keine Stellen finden. Im Krankenhaus werden immer weniger Pflegekräfte mit 3-jähriger Ausbildung eingestellt, der Rest Krankenpflegehelfer, da billiger.
    Auch Heime tendieren dazu so wenig wie möglich 3-jährig examiniertes Personal einzustellen, um Geld zu sparen.

    Momentan sind also die Aussichten eine Stelle zu finden, als Pflegehelferin gar nicht so schlecht.

    Aber der Arbeitstag eines Pflegehelfers besteht wirklich nur aus: Waschen, Anziehen, Heben (Bett-Rollstuhl-Toilette), Inkontinenzmaterial wechseln, und das alles in Rekordzeit. Dazu kommen noch die Arbeiten nicht direkt am Menschen: Der Stationsablauf: Wäsche auffüllen, Schmutzwäsche sortieren, entsorgen, Inkontinenzmaterial-Lieferungen transportieren, verteilen, Stationsschränke auffüllen usw.

    Tut mir Leid, dass das jetzt sehr pessimistisch geworden ist. Aber das sind meine Erfahrungen (ich bin examiniert, möchte aber niemals mehr in einem Heim arbeiten, trotz Teilzeit und vielen körperlich leichteren Tätigkeiten - siehe oben).

    Nach nur 10 Jahren im Beruf habe ich massive Arthrose in den Knien (rückenschonendes Arbeiten - dann geht es halt auf die Knie) und seit 2 Jahren Dauerschmerzen im Rücken.

    Ich persönlich kann nur abraten und tue das derzeit auch massivst gegenüber meiner Tochter, weil auch sie mit dem Gedanken spielte, in der Pflege zu arbeiten.


    Vielleicht kannst Du einen Kurs in Richtung Altenbetreuung oder -beschäftigung machen.
    Ich weiß aber nicht, wie da die Berufsaussichten sind.

    Tut mir Leid, dass das jetzt so lang geworden ist.

    Liebe Grüße und viel Glück
    Albise

  5. #5

    Registriert seit
    26.08.2004
    Beiträge
    38

    AW: Altenpflege,200- Stunden-Basiskurs, ja oder nein ?

    Ich danke euch für die Antworten.

    Diesen Kurs wollte ich mitmachen, weil wenn ich in (jetzt egal welchem Job) wo arbeite, will ich gern ein wenig Grundwissen, bzw. theoretisches Wissen dazu haben.

    Ich werde mir dies alles noch mal genau überlegen.

    Der 200- Stunden-Basiskurs dauert 3 Monate .

    Was ist den mit einer Einjährigen Ausbildung gemeint ?

    Davon habe ich noch nichts gehört.

  6. #6
    Avatar von WhiteTara
    Registriert seit
    10.06.2007
    Beiträge
    3.447

    AW: Altenpflege,200- Stunden-Basiskurs, ja oder nein ?

    Hallo Lindel,

    mit einjähriger Ausbildung ist gemeint, dass du dich als Pflegehelferin ausbilden lässt. Dies ist sozusagen das erste Ausbildungsjahr der 3-jährigen Ausbildung und es wird mit einer theoretischen und praktischen Prüfung abgeschlossen.
    Das wäre z.B. eine Möglichkeit für dich herauszufinden, ob dir dieser Beruf zusagt und du vielleicht sogar noch die 3-jährige Ausbildung machen willst. Ich kenne es aus meiner Altenpflegeschule so, dass man die Helferprüfung mit mindestens 2 abschließen muss, dann darf man gleich im 2. Ausbildungsjahr weiterlernen.
    Während dieser 1-jährigen Ausbildung hast du bereits einen Arbeitsvertrag mit einer Einrichtung, wo du die praktischen Stunden arbeitest, du verdienst sozusagen Geld und lernst.

    Als glückliche und überzeugte Altenpflegerin möchte ich das schwarze Bild vom vorherigen Beitrag etwas abmildern. Sicher ist das auch ein Bild, was der Pflegeberuf zeigen kann - egal ob in der Gesundheits- und Krankenpflege in der Klinik, der Altenpflege im Heim oder auch dem ambulanten Dienst: Oft steht man unter Zeitdruck oder muss sich mit wenigen Kollegen durch einen riesen Berg Arbeit wühlen, manchmal kommen die Pausen zu kurz und oft sind ungelernte Kräfte oder Pflegehelfer die Deppen vom Dienst, die auch Müll raustragen müssen etc. Ja manchmal ist es auch harte körperliche Arbeit, die Füße sind platt nach dem Dienst und es zieht im Kreuz und manchmal liegen einem die Nerven blank, weil an den Tag alle irgendwie herumspinnen, wirr reden, brüllen....und wenn dann noch ein Notfall dazwischen kommt...Ja - solche Arbeitstage kenne ich auch - da will ich gar nichts schön reden!

    Aber:Welche Aufgaben man als Hilfskraft oder Pflegehelfer hat, das hängt ganz von der Organisation des Hauses ab. In meinem Altenheim müssen sie z.B. keinen Müll wegbringen und auch keine Wäschesäcke in den Keller schleppen. Sie sind prinzipiell auch nicht die Deppen, die immer nur Betten beziehen, Wäsche aufräumen, Material verteilen oder Kaffeekochen müssen. Das gehört zwar auch zu den Arbeiten dazu, aber das machen bei uns alle Kollegen und zwar so, wie es gerade anfällt bei den Menschen, die man betreut.

    Die körperliche Belastung erscheint manchen Menschen im Pflegeberuf enorm, aber da kommt es ganz darauf an, wie gut man Arbeitstechniken erlernt und wie konsequent man sie anwendet. Menschen werden bei und so wenig wie möglich gehoben - heben ist für den alten Menschen unangenehm und natürlich auch für die Pflegekraft sehr anstrengend. Es gibt vielfältige Hilfgeräte, die einem die Arbeit erleichtern können. Manches lässt sich gut zu zweit bewältigen - und da muss man sich eben die Zeit nehmen, einen Kollegen zu holen, der mit anfasst, statt sich allein durchzuwursteln. Mir persönlich hat es viel gebracht, das kinästhetische Arbeiten zu erlernen, weil das 1. meinen Rücken und sonst was schon und 2. für den alten Menschen viel angenehmer ist und seine noch vorhandenen Fähigkeiten unterstützt. Dazu gehört natürlich auch ein entsprechender Ausgleich in der Freizeit, damit man die müden Muskeln erholen kann und sie müssen auch gezielt trainiert werden - wir haben im Haus z.B. einen Sportlehrer, der auch Mitarbeiterspot macht und gezieltes Rückentraining anbietet.
    Mann muss sich in der Pflege nicht zwangsläufig das Kreuz kaputt machen! Meine Meinung - und ich arbeite nun schon seit 15 Jahren im Pflegebereich, erst im FSJ, dann neben dem Studium im Heim für Körperbehinderte und seit 4 Jahren in der Altenpflege.

    Die Berufsaussichten sind unterschiedlich: Klar wird überall am Personal gespart, aber wir in der Altenpflege suchen zum Teil immer noch Arbeitskräfte, vor allem welche mit entsprechender Ausbildung.Und mit dem Alter musst du dir keinen Kopf machen: Der Älteste damals in meinem Ausbildungskurs war schon 58, er hat allerdings nur das 1. Jahr mitgemacht und dann als Pflegehelfer gearbeitet.
    Im ambulanten Pflegedienst hast du ohne Ausbildung kaum Chancen, weil man dort ja immer allein unterwegs ist und je nach Mensch sind nicht nur grundpflegerische Sachen zu erledigen, sondern auch Medikamente zu verabreichen, Verbände zu machen etc.

    Wie schon angesprochen gibt es auch die Möglichkeit im Betreuungsbereich tätig zu werden. Bei uns im Heim ist eine Frau 2x die Woche vormittags da und macht Aktionen auf den einzelnen Stockwerken - mal basteln mal backen oder Marmelade kochen mal spielen etc. 1x im Monat haben wir eine Nähstube, wo Kleidung geflickt wird und es gibt noch vieles mehr. Das geht z. T. auch ganz ohne Ausbildung, man kann aber in dieser Richtung auch eine Ausbildung machen.

    Im Rahmen der wachsenden Gruppe der pflegebedürftigen älteren Menschen ist dies auf jeden Fall ein Arbeitsbereich, der auch zukünftig Arbeitsplätze bieten wird.

    Wenn du noch konkrete Fragen hast, dann schreibe mir ruhig per Mail oder PN
    LG WhiteTara

  7. #7
    Avatar von Fusselfee
    Registriert seit
    08.07.2007
    Beiträge
    6

    AW: Altenpflege,200- Stunden-Basiskurs, ja oder nein ?

    Vielleicht überlegst Du es Dir wirklich nochmal.
    Altenpflege ist zwar Zukunftsträchtig, aber er fordert viel physisch und psychisch von Dir.
    Was den ambulanten Bereich angeht, da gibt es auch große Unterschiede. Meistens geht es auch da um Zeit und Schnelligkeit, es kommt auf den Arbeitgeber an. Bei Diakonie oder Caritas ist noch der Mensch im Mittelpunkt, das Leitbild ist ausschlaggebend. Und es gibt da dann sogenannte "Helfertouren", ist es ein guter amb. Dienst, wirst Du ordentlich in Deine Arbeit eingearbeitet und kannst Dir noch den "Spritzenschein" aneignen und versch. andere Zusätze.

    Für Fragen kannst Du mir gerne eine PN schicken.

    Viel Erfolg,
    Fusselfee

  8. #8
    Avatar von Atis
    Registriert seit
    24.10.2006
    Beiträge
    15.827

    AW: Altenpflege,200- Stunden-Basiskurs, ja oder nein ?

    Vielleicht kannst Du wirklich erst einmal ein Praktikum in einem Heim machen.

    Eine Ausbildung macht eigentlich wirklich nur dann Sinn, wenn Du hinterher Pflegehelferin bist, wie schon beschrieben. Besser wäre die dreijährige Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin.

    Mein Mann ist seit 20 Jahren examinierter Altenpfleger, und ich habe früher auch in der Pflege gearbeitet.

    Ich sage das sehr ungern, aber: Früher war das ein schöner Beruf, man hatte noch Zeit für die Patienten, es gab genug Personal etc.
    Aber heute? An Personal wird gespart, wo es nur geht, es bleibt oft zu wenig Zeit für die Bewohner (und das, obwohl sich das Personal wirklich alle Mühe gibt!!), und der ohnehin geringe Verdienst wurde nicht nur nicht angepasst, die Gehälter wurden sogar noch geringer.

    Mein Mann hat nun nach einigen Jahren im ambulanten Dienst (und zwischendurch mit befristetem Vertrag im Heim) endlich wieder eine Stelle als Nachtwache bekommen, die er ab nächsten Monat antritt. Wir hoffen, dass es dann wieder ruhiger wird und Familienleben wieder möglich sein wird, denn in den letzten Jahren war es fast schon normal, dass er an freien Tagen angerufen wurde, um für erkrankte Kollegen einzuspringen.

    Trotzdem wird er als Nebenjob erst mal weiter auf 400-€-Basis im ambulanten Dienst arbeiten (ist schon mit dem neuen AG abgesprochen), denn das Gehalt in letzter Zeit war so gering, dass wir erst mal Finanzlöcher stopfen müssen.

    Du bist, wie Du schreibst, 47 J. alt, daher gehe ich davon aus, dass Du keine kleinen Kinder versorgen mußt. (Denn für einen Alleinverdiener, der damit eine Familie ernähren soll, reicht das Geld meist kaum, und es wird eben auch oft erwartet, dass man bei Engpässen einspringt und Überstunden macht.)

    Es ist sehr schade, was aus diesem eigentlich sehr schönen Beruf (ich möchte die Begegnungen mit den alten Menschen, die Sterbebegleitungen bei ihnen und alles, was ich damals gelernt habe, nicht missen!) geworden ist, und bedauerlich, dass zwar alle von Pflegenotstand reden und wie traurig es doch sei, dass die durchschnittliche Berufszeit eines Altenpflegers nur 4 Jahre beträgt (dann wechseln sie den Beruf) , dass aber die Politik sich anscheinend nicht wirklich darum kümmert...

    aber verstehen tun das in der regel nur menschen, die erleben durften wie es sich anfühlt, wenn ein hund, eine katze, ein kanarienvogel oder oder oder.... einem durch die augen direkt ins herz gesehen hat.
    (Asisah_Amar)

    "Who's the freak now?"
    ("Ghosts")


    Women are like phones:
    They like to be held, talked to, and touched often.
    But push the wrong button and your ass is disconnected.




  9. #9

    Registriert seit
    04.02.2009
    Beiträge
    1

    AW: Altenpflege,200- Stunden-Basiskurs, ja oder nein ?

    Hallo, Lindel,
    habe deinen beitrag gelesen, stehe momentan geauso da, wie du damals, da schon einige zeit vorüber ist, wollte ich fragen, was du jetzt machst, bzw. hast du in die pflege gewechselt?, wie war das mit dem kurs? ich kann einfach nichts genaueres rausfinden, überall ist die rede davon, und wissen tut keiner was. vielleicht kannst du mir weiterhelfen
    wäre toll, vielen dank im voraus
    mfg trudi12

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •