Umfrage: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

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  1. #1
    Administrator Avatar von BRIGITTE Community-Team
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    Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Liebe Userinnen und User,

    die „gefährdete Versetzung“ ist so ziemlich die schlimmste Drohung, die es für Schulkinder gibt. Zu schlechte Zensuren? Dann muss das Schuljahr leider wiederholt werden.

    Aber vielleicht fliegt nun diese Maßnahme selbst von der Schule – in Niedersachsen soll das „Sitzenbleiben“ komplett abgeschafft werden, in anderen Bundesländern können Kinder schon jetzt in bestimmten Schulformen nicht mehr „durchfallen“. Auslöser sind allerdings weniger pädagogische Bedenken, als Sparmaßnahmen: Rein rechnerisch ist es günstiger, schlechten Schülern zusätzlichen Förder-Unterricht zu geben, als ein volles zusätzliches Schuljahr zu bezahlen.

    Was denken Sie? Ist es vernünftig, Kindern keine „Ehrenrunde“ mehr zuzumuten? Oder verliert man ein gutes Mittel um Schüler zu besseren Leistungen zu motivieren?

    Gruß

    Das BRIGITTE Community-Team
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  2. #2
    Avatar von Tomsten
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    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Ich finde mich in keiner der vorgegebenen Optionen so richtig wieder.
    Daher:

    Die Gründe, dass ein Schüler Leistung nicht bringt oder bringen kann und anschliessend "sitzen bleibt" sind vielfältig, aber nahezu allen dürfte etwas gemein sein: es bleiben Wissenslücken zurück, oder man ist in einigen Themen zumindest nicht "sattelfest"!

    Sowas kann sich dann ganz arg auf die Abschlussergebnisse, schon ab der mittleren Reife auswirken.
    Da sollte man also besser die Runde nochmal drehen.

    Ich wäre zwar nicht amüsiert, sähe es aber nicht als Katastrophe an, müsste eine meiner Töchter ne "Ehrenrunde" drehn ...
    +++ ROAD SMELL AFTER THE RAIN +++
    __________________

  3. #3
    Avatar von Scooter2
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    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Die Ehrenrunde sollte meines Erachtens nicht abgeschafft werden denn wenn der Schüler sich nicht anstrengt und dafür noch Förderunterricht bekommt meine ich,dass das falsche Signale sind.eine Ehrenrunde ist im Moment sicherlich ein Schlag in die Magengrube,aber so ganz überraschend kommt das ja wohl auch nicht.
    Es gibt Kinder die da erst "aufwachen" und es einen gewaltigen Schritt vorwärts geht und wenn alle Stricke reissen,sich das Kind in der neuen Klasse gar nicht wohlfühlt kann man sich ja immer noch einen Schulwechsel überlegen der manchamal auch Wunder bewirken kann.

  4. #4
    Avatar von Hillie
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    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Ich finde, dass es schon irgendeine Form der Qualifikation geben soll, sonst werden "faule" Schüler ja belohnt, wenn sie genauso wie andere, die sich das Klassenziel mühsam erarbeitet haben, einfach das Klassenziel erreichen.
    Manches Kind ist einfach noch nicht reif genug, oder befindet sich in einer schwierigen Situation.
    Zwei Dinge sind unendlich:
    das Universum und die menschliche Dummheit;
    aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

    Albert Einstein (1879-1955), dt.- amerik. Physiker
    Geändert von Hillie (19.02.2013 um 13:20 Uhr)

  5. #5

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    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Hallo

    Also ich finde es teilweise erschreckend wie die Umfrage bis jetzt ausgefallen ist. Ich hatte gedacht das Ganze Motivationsinstrument würde etwas abrücken von Zuckerbrot und Peitsche. Für manche Kinder (ganz besonders wenn es Probleme im familiären Bereich gibt) ist es eine unglaubliche Zumutung auf ihren bisherigen Freundeskreis bei dem 'Erlebnis' Schule verzichten zu müssen und sich oft als Einzelgänger durchschlagen zu müssen. (Oft werden doch Sitzenbleiber in der neuen Klasse als Fremdlinge empfunden und da die meisten eh mit größeren Problemen zu tun haben fehlt es an der nötigen Lockerheit und Zuversicht sich wieder neu einlassen zu können.) Ich frag mich wirklich, was ist wichtiger? ein kind, dass in der schule super Leistungen und 'Wissen' mit nach Hause bringt und es 'sicher' im Hafen Gesellschaft/'sicherem' Arbeitsplatz angekommen ist oder ein Kind, dass erstmal spürt, dass es in der Gesellschaft, Gruppe akzeptiert und angenommen ist und ein Recht auf einen Platz hat (egal wie gut es funktioniert). Wenn man wie es beliebt wieder aussortiert werden kann, das macht doch richtig Stress (manchen sogar Todesangst). Find ich unverantwortlich mit welchen Druck man durch das ganze System geprügelt wird. (ich erinner mich an 4 Sitzbleibfälle in meiner Klasse. Was bemerkenswert ist, dass alle akzeptiert und Teil der Klasse waren . also sozial absolut stimmig, was für mich der absolute HAuptpunkt ist. Bei dem einen ist der Bruder bei einem Verkehrsunfall gestorben, bei nem anderen der jüngere Zwillingsbruder im Heuhaufen erstickt...und jetzt mal ganz ehrlich, wer kann da nicht verstehen, dass die schulischen Leitungen nachlassen? stattdessen nimmt man ihnen auch noch den Halt in der Schule, dem Freundeskreis, weil er schulisch noch in der Entwicklung Hilfe braucht?? da bleibt mir das wütende Kommentar fast im Hals stecken!!)
    Ich glaube nicht, dass Eltern und Lehrer verstehen was sie mit ihren perfekten Vorstellungen den KIndern antun. Was ist wünschenwert...ich glaub das geht alles noch voll in die falsche Richtung! Wenn ein Kind selbst nochmal wiederholen möchte okay, aber mit Zwang und fördlichen Vorschriften?? Als ob alle KInder mal einen Tritt in den Arsch brauchen...da bleibt mir die Luft weg!!! Ist ein Kind erstmal willkommen in der GEsellschaft (=Schule)oder muss es erst bestehen und fällt vllt durch?? und das mit lächerlichen 'Wissens'-tests. Ich finde Modelle von Schule gut, in denen verschiedene Kurse (mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden) angeboten werden und jedes Kind nach eigenem Bedarf, Neugier entscheidet worauf es Lust hat (oder was es überhaupt schafft ohne sich übermäßig selbst quälen zu müssen). Generelle Sachen vielleicht für alle, aber dann ohne Notenzwang. Am besten Lehrer die ihre Kinder motivieren, überzeugen können, dass es grade gut ist zu gucken wie das mit grammatik und sätzen funktioniert und nicht weil sonst der knast droht oder die zukunft im arsch ist. Jedes Kind hat Lust zu lernen. Und selbst wenn man nicht alles wissen oder können möchte (z.B. mathematik) macht das denn n schlechterem Menschen aus einem?? es gibt Menschen die sind nie zur Schule gegangen und aus denen ist doch beachtliches geworden. Jedes Kind hat seine individuellen Schätze mit an Bord, find ich unverantwortlich das alles abzuwürgen um einen 'Idealmenschen' zu kreieren. Weg mit dem Zwang. und dem Überapparat Schule alias Chancenverbauer und Lebenslustkiller. Sitzen bleiben abzuschaffen wäre schonmal ein Schritt in die Richtung.

  6. #6
    hannani
    gelöscht

    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Zitat Zitat von Hillie Beitrag anzeigen
    Ich finde, dass es schon irgendeine Form der Qualifikation geben soll, sonst werden "faule" Schüler ja belohnt, wenn sie genauso wie andere, die sich das Klassenziel mühsam erarbeitet haben, einfach das Klassenziel erreichen.
    So sehe ich das auch.
    Zitat Zitat von Amber333 Beitrag anzeigen
    Bei dem einen ist der Bruder bei einem Verkehrsunfall gestorben, bei nem anderen der jüngere Zwillingsbruder im Heuhaufen erstickt...und jetzt mal ganz ehrlich, wer kann da nicht verstehen, dass die schulischen Leitungen nachlassen?
    Das sind schreckliche Ausnahmen. Aber eben Ausnahmen.

    und jedes Kind nach eigenem Bedarf, Neugier entscheidet worauf es Lust hat (oder was es überhaupt schafft ohne sich übermäßig selbst quälen zu müssen).
    So funktioniert es aber nicht im Leben. Und auch nicht im Beruf. Es müssen auch Sachen gelernt und getan werden, auf die man mal keine Lust hat.
    Am besten Lehrer die ihre Kinder motivieren, überzeugen können, dass es grade gut ist zu gucken wie das mit grammatik und sätzen funktioniert und nicht weil sonst der knast droht oder die zukunft im arsch ist.
    Und du meinst, so läuft das in der Schule ab? Ich glaube, jeder Lehrer versucht sein bestes, aber es gibt Kinder, die trotz bunter Lernblätter, verschiedenen Methoden usw... einfach keine Lust auf Grammatik haben und sich nicht für Groß- oder Kleinschreibung interessieren.
    Jedes Kind hat Lust zu lernen.
    Aber eben nicht auf alles.

  7. #7
    Andrade
    gelöscht

    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    pardon
    Geändert von Andrade (20.02.2013 um 02:42 Uhr)

  8. #8
    Avatar von Hillie
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    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Zitat Zitat von Amber333 Beitrag anzeigen
    Bei dem einen ist der Bruder bei einem Verkehrsunfall gestorben, bei nem anderen der jüngere Zwillingsbruder im Heuhaufen erstickt...und jetzt mal ganz ehrlich, wer kann da nicht verstehen, dass die schulischen Leitungen nachlassen? stattdessen nimmt man ihnen auch noch den Halt in der Schule, dem Freundeskreis, weil er schulisch noch in der Entwicklung Hilfe braucht??
    Ein(e) verantwortungsbewusste(r) LehrerIn wird einer solchen Situation Rechnung tragen und Rücksicht auf den Schüler nehmen.
    Einer meiner Schüler verlor in der 9. Klasse seinen Vater. Er bekam von mir kostenlose Nachhilfe, um doch noch einen guten Abschuss zu erreichen.
    Zwei Dinge sind unendlich:
    das Universum und die menschliche Dummheit;
    aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

    Albert Einstein (1879-1955), dt.- amerik. Physiker

  9. #9
    Avatar von Scooter2
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    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Ganz sicher sind die Beispiele von Amber schrecklich,aber können nicht auf alle und alles übertragen werden.Mein Sohn ist in ein Schulsystem gekommen wos keine Noten gab,aber Grundniveau und erweitertes Niveau.Der Witz des Ganzen war die Tatsache,dass das erweiterte Niveau in einzelnen Lektionen mit Grundniveaukindern aufgefüllt wurde die dann schlussendlich alle gebremst haben weil sies einfach kapiert haben-das ist für mich dann der totale Witz.Sich bloss auf Lust und Laune der Kinder verlassen funzt nie,sie brauchen immer einen gewissen Druck um Leistung zu erbringen.
    Wenn man will,dass seine Kinder gut gefördert werden nach ihren Fähigkeiten muss man sie halt in Waldorf/Steiner Schulen schicken-wollen sie dann aber Abi machen kommen sie in die Staatsschulen und sind da extrem gestresst weil ihnen die intensive Betreuung fehlt die sie jahrelang hatten.

  10. #10

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    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Im Zusammenhang mit dem Elternwillen bezüglich der weiterführenden Schule in einigen Bundesländern halte ich ein Abschaffen des Sitzenbleibens für nicht durchführbar.

    Abschaffen kann man das Sitzenbleiben dann, wenn andere - viel bessere - Lernbedingungen herrschen. Kleinere Klassen, bessere Ausstattung der Schulen, ausreichend Lehrer, Sozialpädagogen an jeder Schule, Pädagogen für Ganztagsbetreuung. Außerdem sollte die Beschulung von Integrationskindern zu einer Verkleinerung der Klasse um zwei Schüler führen. Alternativ hat der Schüler einen persönlichen Betreuer zur Seite.

    Alles andere wird so eine halbe Sache wie die Inklusion. Ausbaden müssen das wieder Lehrer, Schüler und Eltern. Und die Politiker glauben, mal wieder das Rad neu erfunden zu haben.

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