Umfrage: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

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Ergebnis 21 bis 30 von 53
  1. #21
    Was-immer-es-gibt
    gelöscht

    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Ich habe zwar auch fürs Sitzen-bleiben gestimmt, bin mir aber klar: es wäre für mich ein traumatisches Ereignis gewesen.

    Und unvorstellbar - wenn das noch mit familiären Schwierigkeiten verbunden gewesen wäre.
    Das kann einem Menschen förmlich den Boden unter den Füßen wegreissen.

    Und ich kann mich noch an Schülerinnen erinnern für die fast jedes Jahr Sonderkonferenzen tagten- die immer durch rutschten - und später ein erfolgreiches Leben führten.
    Ganz besonders eine die mit der deutschen Sprache, insbesondere was den schriftlichen Ausdruck betraf - auf Kriegsfuß stand.

    Ich glaube im Nachhinein, sie konnte nie sitzen bleiben: weil sie gebraucht wurde. Bei Schulaufführungen zum Beispiel. Ihr Witz war unbeschreiblich.

    Ganz sicher bin ich mir aber: so als Ziel nicht sitzen zu bleiben hat die Regelung als solches schon eine Berechtigung.

  2. #22
    Avatar von FrauE
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    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Zitat Zitat von Heidewachtel Beitrag anzeigen
    Im Zusammenhang mit dem Elternwillen bezüglich der weiterführenden Schule in einigen Bundesländern halte ich ein Abschaffen des Sitzenbleibens für nicht durchführbar.

    Abschaffen kann man das Sitzenbleiben dann, wenn andere - viel bessere - Lernbedingungen herrschen. Kleinere Klassen, bessere Ausstattung der Schulen, ausreichend Lehrer, Sozialpädagogen an jeder Schule, Pädagogen für Ganztagsbetreuung. Außerdem sollte die Beschulung von Integrationskindern zu einer Verkleinerung der Klasse um zwei Schüler führen. Alternativ hat der Schüler einen persönlichen Betreuer zur Seite.

    Alles andere wird so eine halbe Sache wie die Inklusion. Ausbaden müssen das wieder Lehrer, Schüler und Eltern. Und die Politiker glauben, mal wieder das Rad neu erfunden zu haben.
    Das ist auch meine Meinung. Solange Eltern ihre Kinder mit Gewalt und auf alle Fälle in die Gymnasien zwingen, was hier schon eigentlich Standard ist und die Hauptschulempfohlenen Kinder mindestens in die Realschule geschoben werden, weil es Eltern sonst nicht verkraften, hat das Abschaffen des Sitzenbleibens wirklich keinen Sinn.
    Ich bin für die Option, dass mit dem gesparten Geld die Schulen besser ausgestattet werden sollten. Wenn der Staat pro Schüler, der nicht mehr sitzen bleibt wirklich so viel Kohle spart, dann aber bitte auch da wieder rein pulvern, wo sie gebraucht wird!
    So wie es jetzt vorgeschlagen wird ist es nichts Halbes und nichts Ganzes und wird wie die Unterichtsgarantie Plus in Hessen den Bach runter gehen. Mich nervt zusehends dieses Rumexperimentieren, das seit Jahren hier in Hessen läuft - auf Kosten aller Schüler, Lehrer, Eltern...

  3. #23
    segres
    gelöscht

    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Zitat Zitat von beklamo Beitrag anzeigen
    @ Scooter2:

    Nur mal am Rande: An der Waldorfschule kann man auch das Abitur machen. Und es werden die selben Inhalte getestet, wie an Gymnasien.
    Aber kaum ein Waldi schafft das Abi, ohne jahrelang in teure Nachhilfe gegangen zu sein.
    Scooter hat Recht. Das Niveau auf Schulen ohne Sitzenbleiber ist in allen Klassen erschreckend schlecht.
    Ich weiß, wovon ich spreche. Mein Kind ist auf die Waldorfschule gegangen. Alle Kinder, die Abi gemacht haben, sind zuvor lange in Nachhilfe gegangen. War ein sehr teures und zeitaufwändiges Vergnügen. Ich würde mein Kind nicht mehr auf die Waldorfschule tun, obwohl mir viele Dinge sehr gut gefallen haben.

  4. #24
    Avatar von Karen4
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    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Für die Kinder interessiert sich doch bei dieser Sache kein Mensch. Die werden durch die Schule geschleust, so dass es möglichst wenig kostet. Was sie hinterher können - das werden sie und ihre Ausbilder dann schon sehen. Wenn die Schüler die Schule in möglichst kurzer Zeit hinter sich lassen, kann man jede Menge Lehrerstunden sparen. Kostenintensive Förderschulen sollen ja auch abgeschafft werden, Integration ist ja ganz toll. Spezielle Materialien und extra ausgebildete Lehrer, die mehr kosten, sind da ja nicht so wichtig. Brauchen die Kinder ja auch nicht und ob sie Erfolgserlebnisse haben, ist auch egal.
    Nicht sitzen bleiben, alle gleich, alle Lernen irgendwie irgendwas und sind in kürzester Zeit fertig. Alles super und billig ist es auch noch!

  5. #25
    Avatar von Mocca
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    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Ich fühle mich zwiespältig...
    Einerseits ist es für (fast) jeden "Sitzenbleiber" eine gefühlte Schande ("Ich bin blöder als der Rest der Klasse, ich raffs nicht!"), zumal dann, wenn das Kind schon in der Grundschule eine (oder gar zwei!) Ehrenrunde(n) drehen muss. Andererseits ist es schwer, einem Kind, das schon einfache Grundbegriffe nicht kapiert hat, weitergehenden Lehrstoff zu vermitteln. Sprich: wer schon im Zahlenraum bis 20 nicht sicher rechnet, wird mit Multiplizieren oder Dividieren erst recht Probleme haben und die Klasse im Weiterkommen behindern.
    Schlimm genug, dass Eltern ihre Kinder auf Teufel komm heraus durch das "normale" Schulsystem schleusen wollen, statt sie auf eine Förderschule zu geben, noch schlimmer, wenn sie aus welchen Gründen auch immer die falsche Schulform wählen ("Mein Kind geht selbstverständlich zum Gymnasium/ zur Realschule!").

    Im Interesse der anderen Kinder scheint es da schon sinnvoller, ein Kind lieber noch mal wiederholen zu lassen. Im Übrigen kann es auch durchaus passieren, dass einem eine Ehrenrunde gut tut (auch solche Fälle habe ich selbst gesehen und erlebt!).

    Kann man aber davon ausgehen, dass ein Kind auf der "richtigen" Schule ist, sollte man als Lehrer so ehrlich sich sich selbst gegenüber sein, seine Unterrichtsmethoden zu hinterfragen, wenn ein Schüler partout nicht mitkommt. Ich habe oft genug den Eindruck gehabt, dass es manche Lehrer geradezu genießen, einen schwachen Schüler auch noch trietzen zu können Fiele das Sitzenbleiben weg, müsste man sich mehr um die Schwachen kümmern, wollte man nicht riskieren, dass man den Lehrstoff nicht durch bekommt. Denkbar wäre da vieles, angefangen von kleineren Klassen bis hin zu besonderer Betreuung für einzelne Kinder oder Förderklassen/ -kurse. Das kostet halt nur alles Geld, und in die Bildung wird nicht gern investiert

    Bei den derzeitigen Gegebenheiten wird wohl kein Weg ums Sitzenbleiben herum gehen.



    Was Waldorfschulen angeht, so muss man sich eingestehen, dass es genau so läuft, wie Segres schon bemerkte: kaum ein "Waldi" kommt ohne Nachhilfe zurecht, wenn er Abi machen möchte. So schön der Ansatz ist, dass Kinder über lange Jahre hinweg einen Klassenlehrer haben, nicht sitzen bleiben können, jedes Kind in seinem eigenen Tempo lernen darf: mit der Realität gerät man spätestens in der zehnten Klasse in Konflikt.

  6. #26
    Avatar von lapoupeequiditnon
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    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Das aktuelle Schulsystem hat so viele grundsätzliche Schwächen, da ändert sich wenig dran, wenn an solchen Details rumgeschraubt wird.

    grüsse, barbara
    APPLAUSAPPLAUS:::

    ja, genau so ist es...

    Man KÖNNTE auch durch das Wegfallen des "Sitzenbleibens" etwas zum Postiven ändern...

    man dürfte das aber nicht als Sparmaßnahme missbrauchen, sondern die Kinder wie in den Ländern in denen die Kinder VIEL BESSER GEFÖRDERT werden als in Deutschland dann auf ganzer Bandbreite fördern

    und nicht nur aussieben...

    Die einzelnen Lehrer sind damit völlig überfordert ( schon mit dem normalen Schulalltag mit all den Schülern, die nicht so einfach sind wie man es gerne hätte... : das SYSTEM müsste sich ändern...

    ansonsten geht es nur um das Aussondern von gedachzt "faulen" oder minderbegabten...

    Welch ein dummer Trugschluss so oft...

    doch nichts ändert sich zum Besseren : viel Aktivismus und viel Tamtam...

    und kochende Volkssele...

    auch bei diesem Thema...

    zurück bleiben Kinder in einem MISERABLEN Schulsystem...

    Bei diesem Thema bekomme ich hektische Flecken im Gesicht ;-)))

    weil ich es so unschön finde was heute auf den Schultern der Kinder ausgetragen wird...

    anstatt sie besser zu fördern...

    ALLE und nicht nur die STROMLINIENFÖRMIGEN ;-)

    Es gibt solche Ansätze...z.B. ein Projekt Individuelle Lernförderung...

    die findet in der Stunde statt in der andere zu Mittag essen : so isst das Kind, das in einem Fach Probleme hat halt dann nichts ...so what ?

    DOCH es macht etwas aus : es ist grauenhaft, dass das in D nicht anders funktioniert !!!!!

    Entweder zu Mittag essen oder gefördet werden ?

    Was für ein doofe Idee...

    bis vor Kurzem : Essen 10 Minuten und daneben nioch eine AG in der LEISTUNG erwartet wurde...

    Ich frage mich, ob die die das "verzapfen" noch ganz richtig ticken...
    non

    oui


    “Fashion is not something that exists in dresses only. Fashion is in the sky, in the street, fashion has to do with ideas, the way we live, what is happening.” Coco Chanel
    Geändert von lapoupeequiditnon (25.02.2013 um 19:46 Uhr)

  7. #27
    Avatar von VanDyck
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    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Zitat Zitat von BRIGITTE Community-Team Beitrag anzeigen
    Aber vielleicht fliegt nun diese Maßnahme selbst von der Schule – in Niedersachsen soll das „Sitzenbleiben“ komplett abgeschafft werden ...
    In dieser Aussage ist das offenbar nicht korrekt.

    Der neue niedersächsische Ministerpräsident sagte zum Thema sitzenbleiben in einem Interview in der Welt:

    Die Welt: Also kein Grund, es abzuschaffen. Warum will Ihre Koalition es dennoch tun?

    Weil: Abschaffen ist, gelinde gesagt, eine Übertreibung. In der Koalitionsvereinbarung steht, dass wir versuchen wollen, Sitzenbleiben durch individuelle Förderung überflüssig zu machen. Das ist ein hoher Anspruch.

    Ich finde es sehr interessant, welch große Diskussion aufgrund dieses vergleichsweise unschuldigen Satzes entfacht worden ist. Gerade von pädagogischer Seite war ja zu hören, dass Sitzenbleiben wenig Sinn macht und außerdem teuer ist. Das hat mich neugierig gemacht, ob man nicht wirklich zu besseren Lösungen kommen kann.

    Stephan Weil : "Ich spiele jetzt in einer anderen Liga" - Nachrichten Politik - Deutschland - DIE WELT

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  8. #28
    Avatar von Amelie63
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    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Zitat Zitat von Segres
    Ich weiß, wovon ich spreche. Mein Kind ist auf die Waldorfschule gegangen. Alle Kinder, die Abi gemacht haben, sind zuvor lange in Nachhilfe gegangen
    seltsam, mein Kind hat auch in der Waldorfschule Abi gemacht, da war das aber überhaupt nicht so. Die hatten immer wieder sog. Verfügungsstunden, da wurde dann der Stoff nochmal dran genommen, der noch nicht so saß und wo Handlungsbedarf zum intensiveren Lernen bestand. Nachhilfe hatten aber die wenigsten, soweit ich weiss.

    Es gab kein Sitzenbleiben, Noten gibts da ja auch lang keine, aber Leistungstests gabs immer, damit die Kids ein Gefühl dafür bekommen, wo sie stehen. Und in der Schule machten trotzdem jedes Jahr ca 50% mittlere Reife und ca 50 % Abi. Gut, jedes Kind tickt anders, aber Sitzenbleiben oder nicht, das allein kann keine Lösung der Probleme sein, es ist bestenfalls ein Symptom.

    Was mich in diesem Land hier immer wieder aufregt, sind die halbdurchdachten Aktionen. Da wird mal wieder was rausgepickt, heiss diskutiert und vll auch geändert, ohne das gesamte System anzupassen und ggf neu zu strukturieren. Und dadurch wird das ganze dann noch krampfiger. War doch beim G8 auch schon so
    Grüße
    A.

    Liebe Aliens, danke für die Pyramiden. Wir hätten da noch drei weitere Bauaufträge: eine Philharmonie, einen Bahnhof und einen Flughafen. Interesse?

  9. #29
    Administrator Avatar von BRIGITTE Community-Team
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    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Hallo VanDyck!

    Danke für den Interview-Link. Unser Eingangsposting stimmt allerdings nach wie vor - "überflüssig machen" ist eine nettere Formulierung für "abschaffen". Weil bestätigt im Interview, dass er Förderung von Problemschülern für sinnvoller als Sitzenbleiben hält - worum es ja in dieser Umfrage geht.

    Gruß

    das Team
    Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.

  10. #30
    Avatar von VanDyck
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    15.269

    AW: Sollten Schüler nicht mehr „sitzen bleiben“?

    Zitat Zitat von BRIGITTE Community-Team Beitrag anzeigen
    Hallo VanDyck!

    Danke für den Interview-Link. Unser Eingangsposting stimmt allerdings nach wie vor ...
    Da bin ich jetzt nicht ganz eurer Meinung.
    Aber ist ja auch egal - ihr wisst ja: am Ende isses sowieso egal ...

    Okee, nochmal im Ernst zum Thema: analog zu dem was Stephan Weil sagt, bzw. wie die Richtung der niedersächsischen Schulpolitik aussehen könnte, könnte ich mir vorstellen, dass es nicht nur 'schwarzweiss' gedachte Optionen gibt - also entweder sitzenbleiben oder nicht - sondern dass auch Konzepte angedacht werden, die zwischen diesen beiden Polen liegen und individuell auf die Schüler abgestimmt sind.
    Es gibt eben noch mehr Möglichkeiten, als sitzenbleiben oder nicht.

    Eine erste denkbare Möglichkeit wäre: es wird gesetzlich die Möglichkeit eingeräumt, dass bei einem erstmaligen Fall, wo der Schüler normalerweise die Klasse wiederholen müsste, die Eltern entscheiden zu lassen, ob nicht doch in die nächste Klasse versetzt wird - und erst, wenn dann die Leistungen weiterhin schlecht bleiben, greift die alte Regel.
    Vieles weitere ist noch denkbar - bspw. eine zusammengefasste Fördergruppe eines Jahrgangs mit verpflichtender Teilnahme für die eigentlich sitzengebliebenen, die aber dennoch versetzt wurden.

    VanDyck
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