Umfrage: Ist Deutschland kinderfeindlich?

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  1. #1
    Administrator Avatar von BRIGITTE Community-Team
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    Ist Deutschland kinderfeindlich?

    Liebe Userinnen und User,

    nirgendwo in Europa geht es Kindern besser als in Dänemark – finden die Dänen. In einer europaweiten Umfrage der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen beantworteten satte 90 Prozent der befragten Dänen die Frage „Finden Sie Ihr Land kinderfreundlich?“ mit einem entschlossenen „Ja!“.

    Und Deutschland? Ist da nicht ganz so überzeugt. Weit abgeschlagen auf Platz 10, hinter praktisch allen anderen europäischen Staaten, sagten lediglich magere 15 Prozent der Befragten, dass sie Deutschland kinderfreundlich finden.

    Haben die anderen 85 Prozent Recht? Hat Deutschland grundsätzlich gar keine Lust auf Kinder und behandelt sie als notwendiges Übel? Oder ist das alles gar nicht so schlimm, wie die Teilnehmer der Umfrage es einschätzen? Haben Sie in letzter Zeit persönlich erlebt, wie kinderfreundlich/feindlich Deutschland wirklich ist? Oder gibt es Dinge, die andere Länder schlicht besser machen als wir?

    Gruß

    Das BRIGITTE Community-Team
    Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (22.01.2013 um 10:59 Uhr)

  2. #2
    Avatar von MIB70
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    AW: Ist Deutschland kinderfeindlich?

    Die Schlagzeile ist so erstmal wenig zu gebrauchen. So gibt es bspw. erhebliche Unterschiede in Deutschland bei der Bewertung dieser Frage zwischen Ost und West, Land und Stadt und den Altersgruppen. Da müsste man schon mit dem aufdröseln anfangen. Dänemark liegt nicht einfach so vorn. Ob Krippenplätze oder allgemein die Vereinbarkeit von Familie und Beruf...die wird dort offenbar deutlich besser praktiziert als bspw. in Deutschland und zieht logischerweise eine bessere Bewertung nach sich.

    Deutschland hat unter den Industrienationen die schlechteste Geburtenrate (im Osten besser als im Westen und das auch unter Akademikerinnen). Es gibt verschiedenste Studien mit immer anderen Ergebnissen. Einen Hauptgrund wirds nicht geben, es summieren sich die individuellen Gründe zu einem großen Ganzen. Und in Deutschland gibts offenbar mehr Gründe als anderswo.

  3. #3
    wrong_life
    gelöscht

    AW: Ist Deutschland kinderfeindlich?

    Ich finde JA.

    Im Erziehungsforum haben wir gerade die Diskussion, wo von Kinderlosen oder Menschen deren Kinder gross sind vehement gefordert wird, dass Familien in immer mehr Bereichen keinen Zutritt haben sollten und wenn, nur dann, wenn Kinder komplett unsicht- und hörbar sind. Die Bereiche sind natürlich im Zweifelsfall immer dort wo sie sich gerade befinden.
    Familien sollen auf enge begrenzte Räume wie Schnellrestaurants, Spielplätze und Campungplätze verwiesen werden.
    Ich kann mir auch mittlerweile vorstellen, dass Familien in bestimmten Wohngebieten nicht mehr erwünscht sind, und es Mittel und Wege gibt sie dort fernzuhalten selbst wenn sie das Geld dafür hätten.
    Das Bedürfnis nach Ruhe, Ungestörtheit und Freiheit ist mittlerweile ein dermassen grosses, dass Kinder da einfach nicht mehr reinpassen.

  4. #4
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    AW: Ist Deutschland kinderfeindlich?

    Es kommt darauf an -

    es wird gerade in den Grossstädten heute viel mehr für Kinder gemacht, z.B. Ferienangebote im Hort, Betreuung bis 17 Uhr und Frühdienst ab 7 Uhr, Veranstaltungen und Geburtstage in den Museen, Kinderfeste, etc. es könnte natürlich noch viel mehr gemacht werden : es fehlt an Betreuungsplätzen, kinderfreundlichen Arbeitgebern, einige Spielplätze lassen sehr zu wünschen übrig. etc. Wenn ich jedoch mal in ein anderes Land verreise, finde ich , wir meckern auf hohem Niveau : es gibt dort meistens keine separaten Stillräume mit 1a Ausstattung wie bei uns, alleine schon mit Kinderwagen auf den Bürgersteigen und in den Bussen ist dort oft ein Abenteuer.

    Ich hab bisher eher wenig schlechte Erfahrungen gemacht, es gab meist hilfsbereite Menschen, Restaurants mit Kindern sind oft auch kein Problem, Hotels auch nicht...ich bin mir aber bewusst, dass es auch Menschen gibt, die nun mal ihre Ruhe brauchen- leider musste ich feststellen, dass es mittlerweile viele Eltern gibt, die ihren Kindern alles durchgehen lassen : gute Erziehung ???? Fehlanzeige ! Die lärmenden Kinder, die mit Bobbycar in der Wohnungsflur übers Laminat rammeln , KInder, die permanent und stundenlang mit dem Fussball an die Hauswand oder Garage ballern oder mit dem Skateboard immer wieder den Bürgersteig runterrattern ??? Muss nicht sein, es gibt auch Leute, die nach der Arbeit mal IN RUHE im Garten ein Buch lesen wollen.

    Ich hab selbst ein Kind, kann aber über einige Kinder und deren schlechtes Benehmen ( antiautoritäre Erziehung der Eltern ?? ) nur den Kopf schütteln ...ich glaube, da braucht man sich nicht wundern, wenn so mancher Vermieter keine Kinder im Haus haben will oder ein Restaurantbesitzer keine Kinder !!!

    Sicher sollten Kinder sich wie Kinder benehmen dürfen, aber man sollte doch als Elternteil gelegentlich einmal mitdenken .....aus Rücksicht auch auf Menschen, die permanentes Geschrei, Lärm in der Wohnung und schlechtes Benehmen in Lokalen nicht als Bereicherung sehen ....


    firefly

  5. #5

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    AW: Ist Deutschland kinderfeindlich?

    Ich finde, die Frage kann man so nicht beantworten. Ist halt teilsteils. In meiner Stadt gibt's Cafes, in die man auch mit einem lebhaften Kleinkind gehen kann und nicht gleich gehauen oder mit Blicken getötet wird, wenn das Kind mal kräht. Sondern die Leute sehr freundlich sind und ihm zulächeln und sich über seine Lebensfreude freuen. Andererseits habe ich in der Schwangerschaft durchaus auch negative Erlebnisse gehabt (ältere Damen, die mich böse angeguckt haben, weil ich nicht für sie an der Bushaltestelle aufgestanden bin etc.) Oder z. B. wurde ich echt schlecht behandelt, als ich nach der Elternzeit in Teilzeit in den Job zurückgegangen bin (hab dann halt den Job gewechselt und da war's besser.)

    Mein persönliches Fazit: Für Kinder und Eltern wird in Deutschland schon viel gemacht, es gibt schon noch viele Leute, die sich über kleine Kinder freuen und es nicht krumm nehmen, wenn die mal Krach machen bzw. zur Not halt auch mal freundlich miterziehen, wenn sich das Kind arg daneben benimmt.

    Andererseits wird man als Mutter oft nicht mehr für voll genommen (im Beruf) oder muss sich verteidigen, wenn das Kind sich daneben benimmt. Und was dazu kommt: In Deutschland werden Kinder in den Medien meist völlig negativ dargestellt (Armutsrisiko, ungezogen Blagen, trinken zu viel Alkohol, lernen nicht gut genug, haben alle Allergien etc.)
    Letzteres ist wohl in anderen Ländern wirklich besser, da gehört Kinderkriegen noch eher einfach so zum Leben dazu.

  6. #6

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    AW: Ist Deutschland kinderfeindlich?

    Deutschland ist heute auf jeden Fall sehr viel kinderfreundlicher als noch vor 10 Jahren. Ich komme etwa einMal jährlich für ein-zwei Wochen nach Deutschland. Früher war ich jedes Mal entsetzt über den Ton und die Art, wie Eltern mit ihren Kindern rummeckerten in der Öffentlichkeit. Bei meinem letzten Besuch im Dezember ist mir aufgefallen, dass man das sehr viel weniger hört. Ausserdem ist mir sehr positiv aufgefallen, dass heutzutage in ganz vielen Museen Kinder nicht nur alles anfassen dürfen, sondern es viele bastelecken etc gibt, die zum Mitmachen auffordern. Sogar in der Expressionisten Ausstellung "Im Farbenrausch" im Folkwangmuseum, wo sehr kostbare Werke ausgestellt waren, sind die Kinder bis ganz nah an die Bilder rangekommen, es war nichts abgesperrt, niemand hat den Kindern befohlen, Sicherheitsabstand zu den unbezahlbaren Werken zu halten. Das ist eine sehr positive Entwicklung!

  7. #7

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    3

    AW: Ist Deutschland kinderfeindlich?

    Wir haben Pferde kotzen sehen! Und daher empfehle ich

    den Familien: Auswandern nach Dänemark,
    den Singles und Kinderlosen: Schafft euch keine Kinder an

    Die Familie wird heute vom Staat ausgepresst wie eine Zitrone, von Arbeitgebern gedemütigt, verarscht, erpresst und von den lauthalsen Randgruppen unserer Gesellschaft als Feind Nr. 1 behandelt, den es zu vernichten gilt!

    Dem Staat geht das Kanonenfutter aus, durch das er das Ausland mit Mensch und Geld versorgen kann.
    Den Arbeitgebern geht das billige inländische "Human Resource" aus und es muss Ersatz aus dem Ausland importiert werden.
    Den Freidenkern ist jede (natürliche) Tradition zuwider. Sie ruhen nicht eher, bis hier das totale Chaos ausgebrochen ist.

    Gott sieht sich den ganzen Scheiß von oben an, der Teufel lacht sich unten eins ins Fäustchen und der Mammon regiert die Menschheit.

  8. #8
    Was-immer-es-gibt
    gelöscht

    AW: Ist Deutschland kinderfeindlich?

    Was vor allem fehlt ist die Achtung und gesellschaftliche Anerkennung der elterlichen Leistung.

    Das ist nämlich mit ein entscheidender Punkt sich für oder gegen Kinder zu entscheiden.
    Insofern finde ich Deutschland nicht kinderfreundlich.

    Kinder müssen irgendwie immer weg.
    Kinder als solches tauchen als Problem auf. Wo lasse ich mein Kind etc....

    Und wenn sich dann doch ein paar Blöde ein oder sogar mehrere Kinder angeschafft haben dann sind sie selber schuld.
    Wie sähe Kinderfreundlichkeit aus? Da müsste der Staat schon Signale senden.
    Und zwar anders als bei 10 Euro Kindergelderhöhung gleich horrende Summen zu nennen die dann für den Steuerzahler anfallen.

  9. #9

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    AW: Ist Deutschland kinderfeindlich?

    Mir scheint, die Deutschen sind sehr ruhebedürftig. Kinder sind selten ruhig.

  10. #10
    Avatar von Scooter2
    Registriert seit
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    AW: Ist Deutschland kinderfeindlich?

    Ich meine es sei eine Altersfrage,ob "man" Kinder mag oder nicht.Im fortgeschrittenen Alter ist ein Mensch einfach empfindlicher gegen Geschrei,sei es jetzt von Kindern oder von deren Erziehern.
    Sind die Kinder gut erzogen ist es immer wieder eine Freude sie um sich,oder in der Nähe zu haben.Das was allgemein unter "antiautoritär" lief und immer noch läuft ist meist eher ein "laisser-faire" was im Moment sicher bequemer ist,sich aber nicht halten kann weil Kinder früher oder später immer lernen müssendass es Grenzen gibt.

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