Guten abend zusammen,
moonbeam, ich denke auch, es ist deine eigene Entscheidung. Aber wie ich schon geschrieben hatte, kenne ich das von meiner eigenen Mutter sehr gut, dieses Katastrophendenken, und es hat mich in meinem Leben sehr behindert. Um Schulangelegenheiten hat sie sich auch nicht so gekümmert. Sei hat sich schon bemüht, ihre Ängste nicht immer offen zu zeigen. In der Realität hat sie oft ganz pragmatisch reagiert und nicht so überbesorgt, die Ängste haben sich oft gar nicht in ihrem Handeln niedergeschlagen, aber sie waren spürbar und es waren eben ihre Phantasien, die dann letztlich wirksam waren, so ein diffuses Gefühl, nicht wirklich ins Leben vertrauen zu können und eine Orientierungslosigkeit in dem Sinne, was gilt nun eigentlich. Das habe ich natürlich alles erst als Erwachsene verstanden, als Kind war es eine große Unsicherheit, die ich dann auch oft versucht habe zu überspielen, so wie ich es eben von ihr kannte.
Mir ist aus dem Studium ein Experiment sehr gut in Erinnerung geblieben: Das Experiment ging so, dass man Kinder im Krabbelalter über eine Holzbahn krabbeln liess, an einer Stelle war ein Stück Glas eingefügt, was die Kinder natürlich irritiert hat - sie konnten aber eigentlich problemlos darüber krabbeln, also es bestand keine reale Gefahr, dass sie abstürzen könnten. Die Mutter der Kinder stand jeweils daneben und in der einen Gruppe sollte die Mutter das Kind zuversichtlich mit einem Blick, ist schon ok, du kannst weiter krabbeln, anschauen, in der anderen Gruppe, mit dem Blick, Vorsicht, ob das wohl gut geht. In der ersten Gruppe sind die Kinder nach Blickkontakt mit der Mutter zuversichtlich weiter auf sie zugekrabbelt, in der zweiten Gruppe haben sie angefangen zu weinen und verunsichert Halt gemacht. Es war allein die innere Haltung der Mutter und der Blick, der diese ausdrückt, die die Kinder in die eine bzw. andere Richtung gelenkt hat. Als ich von dem Experiment erfahren hatte, habe ich nochmal viel über meine Erziehung und mein Leben verstanden. KInder spüren alles sehr genau.
Ich will dich jetzt nicht unter Druck setzen und Angst ist manchmal ja auch ein guter Ratgeber, das Fehlen von Angst ist ja ebenso eine Katastrophe wie ein zuviel an Angst, aber da musst Du selbst entscheiden. Sich in Katastrophenszenarien reinzusteigern ist meiner Meinung nach schon bedenklich, da würde ich mir professionelle Hilfe suchen, habe ich dann auch getan und es wurde so viel besser.
Lieben Gruß und alles Gute Dir!
Evelyn![]()











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