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  1. #1

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    Extreme Spinnenphobie

    Ich denke dass bei mir noch mal eine Steigerung zu normalen Spinnenphobikern besteht. Solange ich denken kann habe ich furchtbaren Ekel und Panik beim Anblick von Spinnen, allerdings nur die sogenannten "Winkelspinnen", also die eklig fetten schwarzen Dinger, die vor allem im Herbst im Haus rumkrabbeln. Alle anderen Spinnen machen mir seltsamerweise nichts aus. Heute morgen saß ein besonders fieses Exemplar im Bad, unter der Heizung. Mein Mann und mein jüngster Sohn waren vorher schon im Bad, beide haben das Viech nicht gesehen. Ich bin rein ins BAd und mein erster Blick fiel auf die Spinne. Ich sehe die Viecher auf den ersten Blick. Mein Mann hat sie dann Gott sei Dank entfernt, nachdem ich ihn panisch gerufen habe.

    Letzten Freitag war ich bei einer Bekannten in der Wohnung die seit 2 Wochen in Urlaub ist, habe Blumen gegossen und etwas aufgeräumt. Wollte ihr einen Zettel hinterlassen und auf der Suche nach Stift und Papier kam aus dem Papierstapel ein riesiges Exemplar gekrabbelt. Ich war fix und fertig, ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet. Alle Fenster waren 2 Wochen lang zu, wie ist die reingekommen? Ich habe meinen Autoschlüssel und Jacke gepackt und raus aus der Wohnung, einfach nur weg. Ich hatte Herzklopfen und zittrige Knie, hatte noch den Rest des Tages den Anblick des Riesenviechs vor meinen Augen. Ich werde mir so einer Situation dann sehr schwer fertig. Im nachhinein habe ich mich geärgert warum ich nicht den Nachbarn über oder unter der Wohnung geholt habe, da hätte bestimmt einer die Spinne entfernen können. Habe meiner Freundin dann von zu Hause aus auf den AB gesprochen und ihr gesagt dass ich erst wiederkomme, wenn die Tarantel im Wohnzimmer entfernt ist.

    Meine Kinder haben Gott sei Dank keine Panik. Ich hatte schon Bedenken ob ich meine Angst auf sie übertragen hätte. Keine Ahnung woher diese furchtbare Phobie kommt, meine Mutter hat auch keine Angst vor Spinnen, also kann ich mir das ja nirgends abgesehen haben.

    Ich habe jetzt meinen Mann und die Kids gebeten vorerst alle Fenster geschlossen zu halten. Normalerweise bin ich ein Frischluftfanatiker und die Balkontür ist tagsüber immer offen und die meisten Fenster gekippt. Jetzt ist vorest Schluß damit, zumindest mal für diesen Monat. Oktober ist ja bekanntlich Spinnenmonat.

    Kann das jemand von Euch nachempfinden? Kenne übrigens im BEkanntenkreis und bei meiner Verwandtschaft viele ähnliche Fälle. Aber ich denke ich bin besonders phobisch.

  2. #2
    Zitronenmond
    gelöscht

    AW: Extreme Spinnenphobie

    Zitat Zitat von MaryB309 Beitrag anzeigen
    Riesenviech..... Tarantel


    Ich habe auch jahrzehntelang ziemlich große Panik vor Spinnen gehabt und brauchte immer jemanden, der sie mir wegträgt.

    Keine Ahnung, wie ich den Dreh gekriegt habe. Aber was ich heute kann: ein großes Trinkglas holen plus eine stabile Unterlage, Glas über Spinne, Unterlage drunterschieben, beides zum Fenster tragen, Fenster auf, Spinne raus. Gut ist.

    Als ich das zum ersten Mal machte, war ich allein in der Wohnung (mit der Spinne), es gab also einfach niemanden zum helfen. Dafür hatte ich eine Freundin am Telefon und die habe ich gebeten, solange dran zu bleiben. Die erste Aktion ging also nur mit an der Schulter festgeklemmtem Telefonhörer, aus dem mir Mut zugesprochen wurde. Beim zweiten Mal konnte ich es dann alleine.

    Gutes Gefühl, das hinter mir zu haben.
    Wenn man es einmal geschafft hat, sind die Spinnen dann gar nicht mehr soooo riesig, sondern eigentlich ziemlich klein - im Vergleich zu einem Belugawal.
    Vielleicht probierst du es einfach mal aus?

  3. #3
    Avatar von Nocturna
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    10.710

    AW: Extreme Spinnenphobie

    Mary, du kannst vor deiner Phobie davonlaufen, dann wird sich allerdings NIE etwas ändern oder dich deiner Angst stellen.

    Ich weiß wovon ich rede. Ich habe von Kindheit an eine Aversion gegen alle Spinnen, sogar bei klitzeklinen Minispinnen habe ich schon Reißaus genommen, von den großen Weberknechten, den Zitterspinnen und den Winkelspinnen erst gar nicht zu reden.

    Alle Spinnenphobiker haben das untrügliche Gespür Spinnen auf den ersten Blick zu entdecken. Wenn ich irgendwo ganz neu bin und mir zuerst die Einrichtung oder das Outfit der Gastgeber ansehen könnten, worauf fällt mein Blick? Genau, auf die kleine Spinne links hinten oben im Eck im Wohnzimmer.

    Ich habe lange Jahre mit dieser Angst gelebt, bis es mir eines Tages zu blöd wurde. Ich habe ein Aktiv-Programm gestartet. Ich habe mich über meine „Lieblingsspinne“ informiert, von A bis Z, Erkennungsmerkmale, lateinischer Name, Gewohnheiten, Männchen, Weibchen, Fortpflanzung, Jagdverhalten, alles.

    Das Internet ist ideal. Erst beginnt man ganz behutsam mit Wikipedia und bekämpft das Herzrasen, das sich einstellt, wenn man mit dem Foto konfrontiert wird, dann steigert man langsam die Dosis und sieht sich immer mehr Fotos und sogar Videoclips an. Das Praktische ist, du bestimmst die Dosis, wenn es dir zu viel ist, schaust du weg oder machst am nächsten Tag weiter.

    Zusätzlich habe ich mir einen Spidercatcher gekauft und die kleine täuschend echte Plastik-Winkelspinne, die als Gag mitkommt, an meinen Bildschirm gehängt. Ich schwöre dir, das härtet ab. Ich habe sie ab und zu umgehängt, mal an meinen Stifteköcher, mal an die Schreibtischlampe, aber immer so, dass ich sie unbewusst sehe. Früher bin ich regelrecht zusammengezuckt, wenn ich sie aus dem Augenwinkel wahrgenommen habe, jetzt endlich gehört sie zu meiner Einrichtung und heißt „Berta“.

    Ich liebe die Winkelspinnen immer noch nicht, aber ich kann mit ihnen leben, was ich früher nicht konnte. Ich kann sie mit dem Spidercatcher und leichten Grausen fangen und nach draußen tragen. Und ich drehe nicht durch, wenn mir die Spinne entwischt, wie neulich im Keller und ich weiß, dass sie irgendwo dort ist. Früher hätte ich den Keller nur mit Begleitschutz betreten, jetzt bin ich zwar immer noch vorsichtig, dass sie mir nicht auf den Kopf fällt, aber ich lass mich nicht aus dem Keller vertreiben von einem Tier, das ich theoretisch mit dem Daumen zerquetschen könnte. Da habe ich einfach keinen Bock mehr drauf.

    Die jährliche Spinnenwanderung nehme ich mittlerweile deutlich gelassener hin und alle gefangen Spinnen werden alphabetisch mit Namen belegt, letztes Jahr bin ich bis Fridolin gekommen. Glaub mir, selbst eine große Spinne die Agathe oder Berta heißt, ist nicht so schlimm wie eine anonyme Monsterspinne.
    Kinder sind das Einzige, was in einem modernen Haushalt noch mit der Hand gewaschen werden muss.

  4. #4
    Zitronenmond
    gelöscht

    AW: Extreme Spinnenphobie

    @ Nocturna

    wow, das ist ja wirklich ein Aktivprogramm.

  5. #5
    amitola
    gelöscht

    AW: Extreme Spinnenphobie

    Kann mich Zitronenmond und Nocturna nur anschliessen!
    Mittlerweile bin ich ganz stolz auf mich. Auf meinem Weg zur Mülltonne muss ich auch an einer Riesenspinne vorbei, die ein Radnetz zwischen Mülltonne und Holzschuppen baut. Letztes Jahr hätte ich mich lieber im Müll-Weitwurf versucht, als an der Spinne vorbei zu müssen.

    Ausser Wiki hat mich mein Mann therapiert Nach meiner letzten *spinne-erblick-um-hilfe-schrei-attacke* hat mein Mann auch ein Glas drübergestülpt und ich habe mir erst aus 5 m Entfernung und ohne Brille das Tier mal angeguckt.
    Naja, um es abzukürzen: Inzwischen mache ich das mit dem Glas selber! Sogar mit Brille auf.

    Für mich war es immer am schlimmsten, wenn sich die Spinne bewegt hat.

    Am besten ist es wirklich, Dich einfach immer mehr zu nähern und dir vor allem zu sagen, dass die Spinne vor Dir mindestens genauso viel Angst hat wie Du vor ihr.

    Probier es tapfer einfach aus, klappt bestimmt!

  6. #6
    Zitronenmond
    gelöscht

    AW: Extreme Spinnenphobie

    Zitat Zitat von amitola Beitrag anzeigen
    ...habe mir erst aus 5 m Entfernung und ohne Brille das Tier mal angeguckt.
    *kreisch*

    Ohne Brille ist am besten.

    Mir fällt noch folgende Lach & Sachgeschichte aus grauer Vorzeit ein: Zitronenmond in einer 3-er-Frauen-WG. Gemeinsam die Küche renoviert, neuen Boden verlegt, alles alleine hingekriegt, tapfer & hochemanzipiert. Dann waren wir fertig, der neue Boden lag da jungfräulich und auf einmal großes Gekreisch: auf dem neuen Boden saß eine fette Spinne. Minutenlange Diskussion, keine konnte den Raum betreten. Dann haben wir uns für den Staubsauger entschieden und das Vieh aufgesaugt. Armes Tier.

    Wochenlang ist die Bude in Staubflusen erstickt, denn als der Beutel des Saugers dann irgendwann leer war, hat sich keine getraut, den Beutel zu wechseln (weil darin ja die fiese Spinne auf ihre Opfer lauert, die sie demnächst genüsslich zerkauen will *tipp an die Stirn* ).

    Das ist laaaaange her.
    Gottseidank.

  7. #7
    Dharma05
    gelöscht

    AW: Extreme Spinnenphobie

    Ich man Spinnen - ich fasse sie nicht an, aber ich mag sie.

    Sie tun nichts, sie sind nützlich...aber das weiß man ja als Phobiker alles selbst.

    Mir ging es mit Wespen, Bienen und Hummeln so. Herzrasen, Schweißausbrüche und Flucht war meine Reaktion seit ich denken kann.

    Seit Jahren haben wir nun Haus und Garten und ich liebe Blumen - wo Blumen sind ...naja

    ich habs wie Nocturna gemacht - erstmal ein Bild angucken, dann auch mal im Glas eine ansehen. Vorsichtig im Garten näher ran gehen...

    Puh das war ein Stück harter Arbeit - voila: ich kann sie in meiner Nähe aushalten. Vor Wespen habe ich nach wie Respekt - Hummeln uns Bienen können mich umschwirren, ich habe keine Angst mehr!

    Es funktioniert allerdings nur, wenn man es auch möchte.

    Und ich hab mir auch immer gesagt: so ein kleines Tierchen hat sicher mehr Angst vor mir als ich vor ihm haben muß.

    Einen Versuch ist es Wert!

    ich hatte sogar schon mal eine Vogelspinne auf der Hand - die haben Fell, die lassen sich streicheln....und wenn so eine große Spinne nichts tut, wie dann eine Kleine?

  8. #8
    amitola
    gelöscht

    AW: Extreme Spinnenphobie

    Zitat Zitat von Zitronenmond Beitrag anzeigen
    [I]Dann haben wir uns für den Staubsauger entschieden und das Vieh aufgesaugt. Armes Tier.

    ... MaryB, lies das mal jetzt besser nicht

    Fortsetzung der Staubsaugerstory?

    Freundin rief ausgerechnet mich zu Hilfe, nachdem sie eine Spinne aufgesaugt hat, damit ich den Beutel raushole. Nehme also den Sauger zur Hand, halte einen Vortrag, dass das Tier da drinnen in dem Staub tot sein muss, habe grade einen Teil der Saugerstange in der Hand, als die Spinne höchstlebendig raus krabbelt! Ungefähr 5cm von meiner Hand entfernt! Wusste gar nicht, dass ich gleichzeitig in die Höhe und zur Seite springen kann

    MaryB, das war in grauer Vorzeit!

  9. #9
    amitola
    gelöscht

    AW: Extreme Spinnenphobie

    Zitat Zitat von Dharma05 Beitrag anzeigen
    ich hatte sogar schon mal eine Vogelspinne auf der Hand - die haben Fell, die lassen sich streicheln....und wenn so eine große Spinne nichts tut, wie dann eine Kleine?
    ... ganz so weit reicht mein "ich-kann-das-jetzt" allerdings auch nicht!

  10. #10

    Registriert seit
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    240

    AW: Extreme Spinnenphobie

    Allein der Gedanke mir so eine Spinne im Glas anzusehen versetzt mich wirklich in Panik. Ich denke mal dass niemand von Euch einen solchen Ekel vor den Viechern hat wie ich. Meine Freundin hat mich übrigens gestern angerufen, Spinne ist gefunden worden, die Luft ist rein - ich kann wieder kommen. Momentan sind bei uns sämtliche Fenster geschlossen, ich habe allerdings eben als ich von der Arbeit kam überall mal gelüftet, habe das Gefühl das jetzt wo es heller Nachmittag ist die Luft rein ist. Aber nach 10 min. sind die Fenster wieder geschlossen worden, so bleibt das bis Ende Oktober.
    Was hat denn das mit der Spinnenwanderung auf sich? Wo kann man sich denn außer Wikipedia schlau machen? Ich habe ehrlich gesagt Angst davor dass dort Bilder zu sehen sind die ich nicht ertragen kann.

    Eine Winkelspinne in Plastik habe ich übrigens auch, die sitzt im Flur auf der Fensterbank. Anfangs habe ich regelmäßig einen Stich ins Herz bekommen wenn ich sie gesehen habe. Mittlerweile längst nicht mehr. Trotzdem sieht man ja an meiner REaktion dass die Plastikspinne absolut nichts genützt hat. Mir wäre ja schon geholfen, wenn ich die Viecher wenigsten selbst entfernen könnte, von mir aus auch im Staubsauger. Aber selbst dazu bin ich zu feige. Entweder Spinne im Zimmer oder ich, beide geht nicht. Und bis jetzt hat immer die Spinne gewonnen.

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